Langsames Fahren beim Schneefall

Gestern hat es ohne Ende geschneit, und das machte sich vorrangig im Straßenverkehr bemerkbar, denn alle Autos fuhren langsamer als sonst. Was die meisten von uns zu Recht als selbstverständliches Zeichen der Sicherheit ansehen, kann interessant sein, wenn man sich die Gründe dafür genauer ansieht.

Ist es wirklich der Schneefall selbst, oder ist es eher die Tatsache, dass viele Autofahrer einfach unsicher sind, weil sie die ungewohnten Straßenverhältnisse nicht gewohnt sind? Menschen in schneereichen Ländern kennen die Bedingungen bei Schneefall und haben im Allgemeinen weniger Schwierigkeiten, sich darauf einzustellen. Die Straßenverhältnisse sind ihnen vertraut und sie verhalten sich entsprechend anders.

Wenn wir uns grundsätzlich unsicher fühlen, bewegen wir uns im Allgemeinen langsamer als sonst, weil dies eine Schutzfunktion ist, unabhängig davon, ob wir mit dem Auto unterwegs sind oder nicht.

Langsam zu fahren, wenn es schneit, ist natürlich eine gute Praxis, und wenn die Menschen generell langsamer fahren als sonst, sollte man sich die Gründe dafür ansehen, bevor man vorschnelle Urteile fällt.

Das gilt nicht nur für das Autofahren.

Lesen und umsetzen

Viele Ratgeber und Leitfäden befassen sich mit umfangreichen und detaillierten Erklärungen und Verfahren zur Lösung von Problemen. Dahinter steht der Gedanke, dass ein gewisses Maß an Ausführlichkeit die besten Erfolgsaussichten bietet. Einige Ratgeber erheben sogar den Anspruch, die vollständigsten und detailliertesten aller Ratgeber zu sein.

Wenn ich einen Artikel in einer Enzyklopädie lese, kann ich ein gewisses Maß an Vollständigkeit und Detailgenauigkeit erwarten, aber nicht bei Problemlösungstechniken.

Lesen ist wichtig, aber die Umsetzung in die Praxis ist noch wichtiger.

Es ist jedoch einfacher zu lesen als zu handeln und etwas umzusetzen. Genau deswegen gibt es heutzutage so viele ausführliche und vielfältige Ratgeber und Leitfäden. Es ist so viel einfacher, zu lesen, als aktiv zu werden. Wir verbringen manchmal zu viel Zeit damit, nach Lösungen zu suchen und weniger Zeit damit, sie umzusetzen. Detaillierte Ratgeber stehen uns oft im Weg.

Wenn die Bahn streikt und du trotzdem fährst

Gestern hat die Bahn wieder gestreikt. Wie so oft im Leben musste ausgerechnet gestern eine Zugfahrt von Frankfurt nach Neuss stattfinden.

Sollte die Reise komplett abgesagt werden? Es wurde berichtet, dass die Bahn einen Notfallplan hat (obwohl ich als langjähriger Bahnreisender eine gewisse berechtigte Skepsis gegenüber Notfallplänen der Bahn habe).

Kein Risiko, kein Spaß, richtig? Die Zugfahrt war geschafft. Die erste Verbindung hatte aufgrund von Zugausfällen vier Stunden Verspätung, aber wenigstens fuhr ein Zug und wir mussten ausnahmsweise mal nicht wie Sardinen in einem überfüllten Zug stehen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil am Vortag in den Nachrichten vor dem Zugverkehr gewarnt worden war und die meisten Leute nach Alternativen suchten.

Nach einigen weiteren Verzögerungen und Verspätungen bei den Anschlusszügen wurde das Ziel dennoch erreicht.

War die Fahrt anstrengend? Ja. War die Fahrt trotzdem die richtige Entscheidung? Ja.

Viele Probleme können gelöst werden, wenn wir bereit sind, entsprechende Anstrengungen zu unternehmen. Aber wir müssen wirklich bereit sein, dies zu tun.