Theorie und Praxis

Theoretisch wünschen sich die meisten Menschen Frieden auf Erden, aber in der Praxis ist das bekanntlich leider nicht immer der Fall. Die Praxis unterscheidet sich von der Theorie.

Es geht hier nicht um den Unterschied zwischen Theorie und Praxis zu erläutern, sondern um die Verbindung zwischen den beiden Begriffen zu verdeutlichen.

Theorie kann es geben ohne Praxis.

Praxis kann es jedoch nicht geben, ohne eine vorausgehende Theorie. Auch spontane Tätigkeiten, Entscheidungen und Aktivitäten, erfordern eine Absicht, welche in der Theorie begründet ist. Theoretisch wird alles klappen, denn wir haben vielleicht Erfahrung in dem jeweiligen Bereich. Eine Garantie gibt es jedoch nicht. Es bleibt somit Theorie.

Die Theorie ist der Plan oder das Vorhaben. Die Praxis ist die Prüfung.

Theoretisch können wir in der Lotterie gewinnen, praktisch betrachtet gibt es zwar Gewinner, aber ob wir dazu gehören, zeigt erst die Praxis.

Den Unterschied zu erkennen, kann hilfreich sein, Enttäuschungen zu vermeiden.

Wie gute Ideen entstehen

Ideen sind bekanntlich ein guter Anfang, aber wie gute Ideen zustande kommen sollen, bleibt meist ein Rätsel. Es scheint, dass wir eine Fülle von Ideen haben können, aber leider oft nicht die Ideen, die uns helfen oder unsere Probleme lösen.

Fast alle neuen Ideen entstehen aus einer Mischung von bereits bekannten Objekten, Erfahrungen und Wissen. Neue Ideen sind an sich nicht wirklich neu, nur die neue Mischung ist tatsächlich neu. Auch neue Erfindungen sind in erster Linie eine neue Mischung aus bestehenden Objekten, Erfahrungen und Wissen.

Der einfachste Weg, um auf gute Ideen zu kommen, besteht darin, diese drei Faktoren auf neue Weisen zu kombinieren und nicht nach unbekannten Dingen oder Lösungen zu suchen.

Eine neue Mischung macht die daraus resultierenden Ideen automatisch neu. Und da die neue Idee bereits aus etwas Vorhandenem entstanden ist, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie tatsächlich eine gute Idee ist, immens an.

Niemand musste das Rad neu erfinden, bevor Elektroautos gebaut wurden. Aber ohne die Möglichkeit, zum Rad zu greifen und andere Ideen für die Verwendung eines Rades zu haben und diese zu vermischen, gäbe es keine Elektroautos.

Es ist alles eine Frage der Mischung.

Nicht hetzen, aber beeilen

Wenn du es eilig hast, ist die Wortauswahl entscheidend.

Hetze besitzt eine eingebaute Entschuldigung, die uns von der Eigenverantwortung befreit. Hetze erlaubt uns auch dazu, Schritte aus zeitlichen Gründen zu überspringen.

Aber wenn wir uns beeilen, erkennen wir, wie kostbar der gegenwärtige Augenblick ist. Wir arbeiten schneller und gezielter, weil wir es eilig haben und daher fokussiert sind.

Es gibt einen schmalen Grat zwischen Hetze und Eile.

Aber die Wortwahl kann uns eine Orientierung geben.

Kreativität und Erfolg

Kreativität ist der Grund für zahlreiche Fortschritte und Entwicklungen in unserer Gesellschaft. Es sind die kreativen Menschen, die neue Wege gehen, außergewöhnliche Ideen entwickeln und dafür eine unkonventionelle Denkweise anwenden.

Das Problem mit der Kreativität ist die fehlende Garantie für einen Erfolg. Es ist genau diese fehlende Garantie, die Menschen abschrecken, kreativ zu sein. Es ist wesentlich einfacher und auch bequemer, konform zu sein, als das Risiko ausgesetzt zu werden, kreativ zu sein und gleichzeitig Misserfolge und Fehlschläge möglicherweise zu erleben.

Bevor wir kreativ werden, ist es daher hilfreich daran zu erinnern, dass wir möglicherweise scheitern werden. Das wissen wir zwar, aber trotzdem wird diese Tatsache gerne verdrängt oder nicht wirklich wahrgenommen.

Wenn wir akzeptieren, dass wir mit unserer Kreativität immer wieder scheitern können, dann sind die Misserfolge weniger belastend und wir machen eher weiter, als wenn wir nach einem Misserfolg aufgeben würden.

Diese Akzeptanz des möglichen Scheiterns ist der Grund, weshalb wir uns als Gesellschaft weiterentwickelt haben. Wir waren weiterhin kreativ, obwohl wir sooft gescheitert haben.

Und somit haben wir unsere Erfolge.

Was passiert, wenn du deine Meinung änderst

Zunächst einmal verliert man an Glaubwürdigkeit, wenn man seine Meinung ändert, und viele Menschen können das einfach nicht verstehen, aber es bleibt eine Tatsache.

Wenn du deine Meinung änderst, gehörst du nicht mehr in die gleiche geistige Schublade, die dir andere Menschen zugewiesen haben. Jetzt müssen andere Menschen deine neue Meinung neu bewerten und dich der neuen geistigen Schublade zuordnen.

Es wird die Frage gestellt, warum du deine Meinung geändert hast. Wenn du dir in der Vergangenheit schon so sicher warst oder immer eine bestimmte Meinung hattest, warum hast du jetzt plötzlich deine Meinung geändert? Warst du dir in der Vergangenheit vielleicht doch nicht so sicher, wie du dachtest?

Dadurch verlierst du automatisch an Glaubwürdigkeit, zumindest am Anfang, denn niemand weißt, ob deine neue Meinung nur eine vorübergehende ist und irgendwann später schon wieder geändert wird.

Die einzige Möglichkeit, die Verluste der Glaubwürdigkeit bei Meinungsänderungen zu minimieren, ist durch Offenheit.

Offenheit darüber, warum du jetzt deine Meinung geändert hast. Dabei musst du offenlegen, dass du dich in der Vergangenheit vielleicht geirrt hast oder dass sich die Dinge mit der Zeit geändert haben. Diese Offenheit ist die Grundlage für eine Erneuerung der eigenen Glaubwürdigkeit.

Es ist diese Offenheit, die uns die meisten Schwierigkeiten bereitet und der Grund dafür, weshalb viele Menschen nicht offen über die wahren Gründe für ihre Meinungsänderung sprechen können oder wollen.