Verständnis erkennen

Wissen ist nicht immer gleichbedeutend mit Verständnis, denn es kann etwas auswendig gelernt werden, ohne es wirklich zu verstehen.

Mit der Wiedergabemethode (WGM) kann überprüft werden, ob etwas inhaltlich verstanden und nicht nur auswendig gelernt wurde.

Die WGM ist einfach zu nutzen und verlangt lediglich, dass das jeweilige Verständnis in den eigenen Worten wiedergegeben wird, denn nur etwas zu wissen an sich bedeutet nicht automatisch, dass das Wissen auch tatsächlich verstanden wurde.

Wissen ist das Fundament für menschliche Handlungen und Entscheidungen, aber nur Verständnis liefert die Werkzeuge zur effektiven Umsetzung unseres Wissens.

Zu erfahren, was wir wissen und was wir wirklich verstehen, kann ein Augenöffner für das eigene Verhalten in der Zukunft sein.

Zufriedenheit bewerten

Niemand kann dauerhaft und ununterbrochen zufrieden sein und das ist gut so, denn es sind die Zeiten, in denen wir unzufrieden sind, die unsere Empfindung von Zufriedenheit definieren.

Hat man wochenlang eine Pechsträhne gehabt, dann kann die Zufriedenheit über einen winzigen Erfolg enorm groß sein.

Unsere Empfindung von Zufriedenheit und wie wir sie bewerten, ist daher maßgeblich von unserer Unzufriedenheit geprägt.

Erst wenn wir unsere Unzufriedenheit als eine Selbstverständlichkeit betrachten und diese Tatsache akzeptieren, können wir unsere Zufriedenheit am besten bewerten.

Montagsfrage 86

Jeden Montag gibt es eine neue Frage, um die grauen Zellen zwischen den Ohren in Schwung zu bringen und die Woche mit einem aktiven Geist zu beginnen.

Die heutige Montagsfrage lautet:

Worüber denkst du nach?

Die meisten Menschen verwechseln Gedanken zu haben mit dem Denken.

Denken bedeutet, Fragen zu stellen, Zweifel an bestehenden Strukturen zu haben und Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen.

Durch das Denken werden zwangsläufig mehr Fragen als Antworten entstehen.

Und das ist wahres Denken.

Aktives Ignorieren

In unserer modernen Gesellschaft wird ständig um unsere Aufmerksamkeit erkämpft.

Die meisten Menschen spüren bereits jetzt Ermüdungserscheinungen von dauerhafter Werbung und den penetranten Versuchen, an unsere Aufmerksamkeit zu gelangen.

Diese Entwicklung kann nicht ewig fortgesetzt werden und die Werbeindustrie hat das längst verstanden.

Genau deswegen wird zunehmend versucht, gezielt auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen und dafür benötigen sie sehr viele Daten, je persönlicher, desto besser.

Eine wirksame Methode, diese Entwicklung zu bekämpfen, ist aktives Ignorieren.

Aktives Ignorieren erfordert eine Entscheidung und diese Entscheidung ist verbunden mit einem Verzicht.

Man entscheidet bewusst und im Voraus, worauf man verzichten möchte.

Passives Ignorieren wird jedoch leider oft praktiziert — erst, wenn etwas Unerwünschtes vorkommt, dann wird ignoriert.

Aktives Ignorieren ist eine Vorbereitung und passives Ignorieren ist eine Reaktion.

Die Werbeindustrie hat keine Probleme mit passivem Ignorieren, weil sie durch die ganzen Daten, die sie ohnehin schon haben, immer wieder Wege finden werden, um an deiner Aufmerksamkeit zu kommen.

Wenn du eine Entscheidung triffst, mit einem aktiven Ignorieren auf etwas zu verzichten, hat die Werbeindustrie die erste Runde bereits verloren und du kannst deine Aufmerksamkeit den Dingen widmen, die dir wirklich wichtig sind.

Die Entscheidung, nicht zu entscheiden

Die Entscheidung, nicht zu entscheiden, ist natürlich auch eine Entscheidung.

Interessant wird es, wenn wir uns mit den Begründungen solcher Entscheidungen beschäftigen.

Eine Entscheidung, nicht zu entscheiden, wird meistens getroffen, entweder weil man nicht entscheiden kann oder weil man nicht entscheiden will.

Wer tatsächlich überhaupt nicht entscheiden kann, hat entweder keine Wahl zur Verfügung oder ist unfähig, selbst eine Entscheidung zu treffen (durch Krankheit, zum Beispiel).

Wer keine Entscheidung treffen will, hat meistens eine sogenannte „übergeordnete Begründung“ dafür.

Diese übergeordnete Begründung liegt meistens in der fehlenden Bereitschaft, sich festzulegen und den Konsequenzen einer getroffenen Entscheidung somit zu entgehen.

Es sind unsere übergeordneten Begründungen, die unser Verhalten erklären, wenn wir entscheiden, nicht zu entscheiden.

Diese Begründungen zu erforschen und zu kennen, kann uns unterstützen, die Entscheidungen, die wir nicht treffen, besser zu verstehen.