Eilig nach den Feiertagen

Viele Menschen hatten ein langes Osterwochenende und haben etwas anderes als sonst unternommen oder gar nichts gemacht, was auch gut und entspannend sein kann. Und jetzt, ab heute, kehrt der Alltag zurück, und viele Menschen sind plötzlich in Eile.

Das merkt man besonders beim Autoverkehr. Offensichtlich gibt es viele tolle Angebote, die nur für kurze Zeit verfügbar sind und die Leute nur deswegen heute wesentlich schneller als üblich fahren, wohl um diese Angebote nicht zu verpassen. Eine plausible Erklärung, oder?

Aber Spaß beiseite, diese eine Aussage ist nicht ganz falsch, nur Angebote sind nicht dabei. Es gibt tatsächlich etwas, das wir nach einem langen Wochenende schnell nachholen wollen und manchmal auch müssen: Informationen einholen.

Wir müssen über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten werden. Was ist über das lange Wochenende passiert? Was gibt es Neues? Es gibt einen neuen Monat, was muss jetzt gerade deswegen getan werden? All diese Fragen erklären und begründen, warum viele Menschen heute in Eile sind.

Mein Begriff für dieses Phänomen heißt: Alltags-Akklimatisierung.

Wir müssen uns an die neuen Bedingungen anpassen und uns zurechtfinden. Genau wie im Urlaub müssen wir uns an veränderte Wetterbedingungen, vielleicht neue Zeitzonen und andere Umgebungen anpassen.

So ist das ebenfalls nach einem langen Wochenende. Die Alltags-Akklimatisierung ist in vollem Gange.

Kreativität auf Abruf

Kreativität ist nur begrenzt auf Nachfrage abrufbar und ist von zeitlichen Rahmenbedingungen unabhängig. Diesen Satz möchte aber keiner anhören, wenn eine neue Lösung oder eine neue Idee gefunden werden soll.

Da Kreativität in der Regel spontan und unerwartet auftritt, ist es sinnvoll, diese Momente für später festzuhalten, wenn sie vorkommen.

Eine Idee oder ein Traum kann aufgeschrieben oder anderweitig aufgenommen werden, ohne den Inhalt zu bewerten. Die Techniken des Brainstormings macht letztlich auch nicht anders als das.

Der Unterschied zwischen Brainstorming und Kreativität auf Abruf liegt jedoch in der Vorbereitung.

Brainstorming wird dann vorgenommen, wenn eine Antwort oder eine Lösung gefunden werden soll, also erst nach Bedarf.

Kreativität auf Abruf hingegen sammelt Ideen, Träume und gedankliche Möglichkeiten ohne Anlass, nur weil sie entstanden sind und später nicht vergessen werden sollen.

Diese gesammelten Ideen werden vielleicht nie genutzt oder sind einfach nur dumme Ideen, aber die Vorteile des Sammelns dieser Ideen überwiegen bei Weitem die Nachteile und bieten mehr Kreativität auf Abruf als alles andere.

Du wirst froh sein, diese Liste zu haben, wenn Kreativität von dir gefordert ist.

Quantität statt Qualität bei Ideen

Bei der Suche nach Ideen ist es nachvollziehbar, dass stets nach den „besten“ Ideen gesucht wird. Aber welche Ideen sind dann die „besten“ und wie werden diese Ideen „am besten“ gefunden?

Die beste Idee ist diejenige, die den Anforderungen am ehesten entspricht.

Diese Aussage mag für viele Menschen offensichtlich sein, aber ein Teil dieses Satzes wird oft übersehen: „am ehesten“.

Nirgendwo steht, dass die Idee perfekt oder absolut passend sein muss, nur am ehesten, also so gut wie möglich. Damit eine Idee möglichst gut gefunden werden kann, muss ein Auswahlverfahren durchgeführt werden. In diesem Prozess werden Ideen zunächst gesammelt, eine Art Brainstorming. Keine Idee wird ausgelassen oder bewertet in dieser Phase, nur gesammelt.

Wie viele Ideen sollen gesammelt werden, bevor mit der Bewertung begonnen wird?

Nicht weniger als 20.

Wenn dir nicht auf Anhieb 20 Ideen für deine Anforderungen einfallen, dann nimm dir mehr Zeit zum Nachdenken und Recherchieren, um auf mindestens 20 Ideen zu kommen. Das Sammeln von Ideen ist an sich schon wichtiger als der anschließende Auswahlprozess.

Ein weiterer Punkt, der bei der Ideenfindung oft übersehen wird, sind die möglichen Verbindungen, die zwischen verschiedenen Ideen hergestellt werden können. Diese Möglichkeiten wären unbekannt geblieben, wenn nicht von vornherein nach allen möglichen Ideen gesucht worden wäre.

Viele großartige Ideen sind aus 100 mittelmäßigen und angeblich unwichtigen Ideen entstanden.

Diese großartigen Ideen sind zwar nicht perfekt, aber sie entsprechen „am ehesten“ den Anforderungen.

Solche Ideen gelten in der Regel als perfekt, weil sie am besten passen.

Wann soll ich aufhören?

Diese Frage wird oft gestellt, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Eine Tätigkeit oder ein Projekt soll beendet werden, die Frage ist nur, wann genau?

Die Antwort ist einfach: nie ohne Ersatz.

Ersatz ist die Tätigkeit oder das Projekt, das nach Abschluss einer Tätigkeit begonnen wird.

Oft wird gesagt, man solle aufhören, wenn man ein Ziel erreicht hat, aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn nach dem Ende einer Aktivität entsteht ein geistiges Vakuum. Ohne einen Ersatz tritt geistige Stagnation ein.

Effektiver ist es, nicht zu fragen, wann ich aufhören soll, sondern was ich tun werde, wenn ich aufhöre.

Hast du noch keinen Ersatz? Dann ist der Zeitpunkt auch noch nicht gekommen, aufzuhören.

Erinnerungen und Gefühle

Wir alle haben sowohl gute als auch weniger gute Erinnerungen in unserem Leben. Viele Erinnerungen möchten wir nie wieder loswerden und so lange wie möglich in Erinnerung behalten. Auf andere Erinnerungen hingegen können wir verzichten und würden sie vielleicht am liebsten ganz vergessen.

Erinnerungen lösen Gefühle aus, und es sind diese Gefühle, die den Erinnerungen Bedeutung verleihen. Es ist diese Verbindung mit Gefühlen, die unsere Erinnerungen und ihre Bedeutung stärkt.

Es sind unsere Gefühle, die unseren Erinnerungen Inhalt verleihen und an die wir uns tatsächlich erinnern.