Den Zufall nicht aus dem Auge verlieren

Trotz zahlreicher Techniken und Methoden, um Ziele effektiv zu erreichen, wird der Zufall oft komplett übersehen oder nur am Rande behandelt. Die Berücksichtigung des Zufalls ist jedoch elementar wichtig, um Ziele tatsächlich erreichen zu können.

Manche Leute nennen den Zufall Plan B. Dieser Plan B soll zum Einsatz kommen, wenn der erste Plan nicht funktioniert. Und damit sind wir wieder bei der ursprünglichen Frage: Warum hat der erste Plan nicht funktioniert?

Die meisten Pläne scheitern (im Gegensatz zu freiwillig aufgegeben Ziele) aus zwei wesentlichen Gründen:

  1. Die Vorgehensweise wurde nicht angemessen durchdacht und geplant.
  2. Der Zufall wurde nicht ausreichend berücksichtigt.

In der Regel verbringen wir zu viel Zeit mit der Planung von Zielen und zu wenig Zeit mit möglichen Eventualitäten, also mit möglichen Zufällen.

Wir können nicht alle Zufälle vorhersehen oder gar kennen, aber allein die Konfrontation mit möglichen Zufällen ist entscheidend für das Erreichen eines Ziels. Denn durch diese Auseinandersetzung mit Zufällen, gewinnen wir neue Perspektive und Ansichten, die wir vorher nicht hatten und wir dann bei der Planung berücksichtigen können.

Diese Tatsache wird bei der Zielplanung manchmal vergessen oder übersehen, deshalb solltest du den Zufall bei deiner Planung lieber nicht aus den Augen verlieren.

Kreativität auf Abruf

Kreativität ist nur begrenzt auf Nachfrage abrufbar und ist von zeitlichen Rahmenbedingungen unabhängig. Diesen Satz möchte aber keiner anhören, wenn eine neue Lösung oder eine neue Idee gefunden werden soll.

Da Kreativität in der Regel spontan und unerwartet auftritt, ist es sinnvoll, diese Momente für später festzuhalten, wenn sie vorkommen.

Eine Idee oder ein Traum kann aufgeschrieben oder anderweitig aufgenommen werden, ohne den Inhalt zu bewerten. Die Techniken des Brainstormings macht letztlich auch nicht anders als das.

Der Unterschied zwischen Brainstorming und Kreativität auf Abruf liegt jedoch in der Vorbereitung.

Brainstorming wird dann vorgenommen, wenn eine Antwort oder eine Lösung gefunden werden soll, also erst nach Bedarf.

Kreativität auf Abruf hingegen sammelt Ideen, Träume und gedankliche Möglichkeiten ohne Anlass, nur weil sie entstanden sind und später nicht vergessen werden sollen.

Diese gesammelten Ideen werden vielleicht nie genutzt oder sind einfach nur dumme Ideen, aber die Vorteile des Sammelns dieser Ideen überwiegen bei Weitem die Nachteile und bieten mehr Kreativität auf Abruf als alles andere.

Du wirst froh sein, diese Liste zu haben, wenn Kreativität von dir gefordert ist.

Quantität statt Qualität bei Ideen

Bei der Suche nach Ideen ist es nachvollziehbar, dass stets nach den „besten“ Ideen gesucht wird. Aber welche Ideen sind dann die „besten“ und wie werden diese Ideen „am besten“ gefunden?

Die beste Idee ist diejenige, die den Anforderungen am ehesten entspricht.

Diese Aussage mag für viele Menschen offensichtlich sein, aber ein Teil dieses Satzes wird oft übersehen: „am ehesten“.

Nirgendwo steht, dass die Idee perfekt oder absolut passend sein muss, nur am ehesten, also so gut wie möglich. Damit eine Idee möglichst gut gefunden werden kann, muss ein Auswahlverfahren durchgeführt werden. In diesem Prozess werden Ideen zunächst gesammelt, eine Art Brainstorming. Keine Idee wird ausgelassen oder bewertet in dieser Phase, nur gesammelt.

Wie viele Ideen sollen gesammelt werden, bevor mit der Bewertung begonnen wird?

Nicht weniger als 20.

Wenn dir nicht auf Anhieb 20 Ideen für deine Anforderungen einfallen, dann nimm dir mehr Zeit zum Nachdenken und Recherchieren, um auf mindestens 20 Ideen zu kommen. Das Sammeln von Ideen ist an sich schon wichtiger als der anschließende Auswahlprozess.

Ein weiterer Punkt, der bei der Ideenfindung oft übersehen wird, sind die möglichen Verbindungen, die zwischen verschiedenen Ideen hergestellt werden können. Diese Möglichkeiten wären unbekannt geblieben, wenn nicht von vornherein nach allen möglichen Ideen gesucht worden wäre.

Viele großartige Ideen sind aus 100 mittelmäßigen und angeblich unwichtigen Ideen entstanden.

Diese großartigen Ideen sind zwar nicht perfekt, aber sie entsprechen „am ehesten“ den Anforderungen.

Solche Ideen gelten in der Regel als perfekt, weil sie am besten passen.

Wann soll ich aufhören?

Diese Frage wird oft gestellt, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Eine Tätigkeit oder ein Projekt soll beendet werden, die Frage ist nur, wann genau?

Die Antwort ist einfach: nie ohne Ersatz.

Ersatz ist die Tätigkeit oder das Projekt, das nach Abschluss einer Tätigkeit begonnen wird.

Oft wird gesagt, man solle aufhören, wenn man ein Ziel erreicht hat, aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn nach dem Ende einer Aktivität entsteht ein geistiges Vakuum. Ohne einen Ersatz tritt geistige Stagnation ein.

Effektiver ist es, nicht zu fragen, wann ich aufhören soll, sondern was ich tun werde, wenn ich aufhöre.

Hast du noch keinen Ersatz? Dann ist der Zeitpunkt auch noch nicht gekommen, aufzuhören.

Wie viele Zweitmeinungen sind ausreichend?

Es gibt kaum Ausnahmen, in denen es nicht sinnvoll ist, eine zweite Meinung einzuholen. Und je wichtiger die anstehende Entscheidung ist, desto hilfreicher kann eine zweite Meinung sein. Oder eine dritte oder vierte Meinung und so weiter.

Aber wann haben wir genügend Zweitmeinungen eingeholt?

Wenn die Belastung den Nutzen überwiegt.

Im Klartext bedeutet diese Aussage, dass eine zweite Meinung nicht mehr sinnvoll ist, wenn die zusätzliche zweite Meinung mehr Verwirrung und Unsicherheit stiftet als Nutzen bringt.

Die Aussage klingt logisch, aber dennoch suchen viele Menschen nach Zweitmeinungen, bis sie die eine Meinung gefunden haben, die sie selbst gerne hören würden, sozusagen als Bestätigung ihrer eigenen Meinung.

Diese Aussage kann aber auch für Verwirrung sorgen, da viele Menschen nicht genau einschätzen können, wann der Aufwand den Nutzen überwiegt. Daher gibt es zwei Zahlen, die als Erfahrungswerte für die maximale Anzahl der empfohlenen Zweitmeinungen im Alltag herangezogen werden können.

Diese Erfahrungswerte beruhen auf 30 Jahren Berufserfahrung mit Problemlösungen und spiegeln meine eigenen Erfahrungen wider.

Einfache Entscheidungen: maximal DREI Zweitmeinungen.

Schwerwiegende Entscheidungen: maximal FÜNF Zweitmeinungen.

Dann ist es vorbei, und es sollte die bestmögliche Entscheidung getroffen werden.

In 99 % aller Fälle sind diese drei bis fünf Zweitmeinungen absolut geeignet, um Alltagsprobleme zu lösen. Mehr Zweitmeinungen führen eher zu mehr Problemen als zu Lösungen.