Weniger erfordert mehr

Viele Sachverhalte sind von Natur aus kompliziert. Um ein tiefes Verständnis über komplizierte Themen zu gewinnen, müssen Zeit und Aufwand investiert werden.

Wir brauchen nicht ein tiefes Wissen über zahlreiche Themen im Leben zu haben, um glücklich und erfolgreich zu sein. Es ist auch weder realistisch noch wirklich nützlich, ein tiefes Wissen von so vielen Themen zu haben.

Wir benötigen aber den Überblick.

Erst nach Bedarf oder Interesse, kann das Wissen vertieft werden, und zwar in Bereichen, die dich tatsächlich interessieren oder gebraucht werden.

Um den Überblick über einen Sachverhalt, korrekt, verständlich und glaubwürdig zu vermitteln, ist es notwendig, ein tiefes Verständnis darüber zu haben.

Aber noch wichtiger als ein tiefes Verständnis auf einem Gebiet zu haben, ist die Fähigkeit, diese Sachverhalte verständlich zu verkürzen, damit sie verständlich vermittelt werden können an Menschen, die eben nicht über ein solches Wissen verfügen.

Diese Fähigkeit lernen wir meistens nicht in der Schule.

Je mehr du einen Sachverhalt verkleinerst oder auf ein Minimum reduzierst, desto mehr Wissen und Fähigkeiten werden dafür verlangt.

Diese Fähigkeit wird mit zunehmender Zeit wichtiger und wichtiger für uns alle.

Übertriebener Optimismus

Sprüche wie „Du schaffst es, wenn du es nur willst.“ oder „Ob du erfolgreich bist oder nicht, entscheidest du selbst.“ sind meistens schlechte Ratgeber und führen zu Enttäuschungen.

Eine ganze Industrie wurde jedoch mit solchen Versprechungen aufgebaut.

Das Problem dabei?

Die Richtung stimmt, aber der Weg wird verschönert und leichter dargestellt, als er fast immer wirklich ist.

Wir glauben, auch durch solche Verblendungen und Verzerrungen nicht hineinfallen zu können, aber die Industrie beweist das Gegenteil. Es hört sich einfach zu gut an und wir wollen glauben, dass der Glaube an den Erfolg allein ausreicht, um erfolgreich zu sein.

Die Enttäuschung ist vorprogrammiert. Was wir ständig zu sehen bekommen, sind die erfolgreichen Menschen, die diesen Weg gegangen sind, und das führt ebenfalls zu dieser Problematik, denn wir glauben: Wenn so viele Menschen es geschafft haben, dann schaffen wir das auch.

Auch hier stimmt die Richtung, aber der Weg ist immer unterschiedlich und individuell. Mit einer Portion Realismus sind wir tatsächlich besser gewappnet, um unsere Ziele zu erreichen, als mit übertriebenem Optimismus.

Optimismus an sich ist absolut unabdingbar, um glücklich und erfolgreich zu sein, keine Frage.

Übertriebener Optimismus verblendet uns jedoch und sorgt eher für Enttäuschungen.

Künstliche Ziele

Um die eigenen Ziele schneller und effizienter zu erreichen, können wir die Technik der künstlichen Ziele in Betracht ziehen.

Die Problematik:  

  1. Wir tendieren dazu, die benötigte Zeit für die Erledigung von Aufgaben zu unterschätzen und unsere eigene Geschwindigkeit bei der Erledigung von Aufgaben zu überschätzen.
  2. Die meisten Aufgaben werden genauso lange Zeit benötigen, wie du dafür eingeplant hast.
  3. Die meisten Aufgaben werden erst kurz vor dem zeitlichen Ziel oder der Frist erledigt.

Was sind künstliche Ziele?

Ein künstliches Ziel ist genau das — künstlich und nicht echt. Künstliche Ziele sind Endziele und unterscheiden sich daher von Zwischenzielen.  

Um die Technik der künstlichen Ziele zu verwenden, setze ein künstliches Ziel vor das eigentliche Ziel und betrachte das künstliche Ziel als Endziel, nicht verschiebbar, nicht veränderbar.

Ein künstliches Ziel ist das Endziel. Das Finale. Der Abschluss.  

Wir können behaupten, dass ein künstliches Ziel nichts anderes ist als ein Zwischen- oder Etappenziel und uns nichts bringt, aber es gibt tatsächlich einen gravierenden Unterschied.  

Wenn du ein solches Ziel als endgültig, abschließend und nicht verschiebbar festlegst, dann nimmst du die Bedeutung anders wahr als mit einem Zwischenziel. Du ordnest einem künstlichen Ziel wesentlich mehr Bedeutung zu, als du es bei einem Zwischenziel tun würdest.  

Setze künstliche Ziele ein anstatt Zwischen- oder Etappenziele und nenne die Ziele entsprechend. Es funktioniert tatsächlich in vielen Fällen. Ob die Technik für dich geeignet ist oder nicht, kannst du ruhig selbst feststellen.

Kann es schaden, die Technik wenigstens einmal auszuprobieren?

Früh aufstehen

„Der frühe Vogel fängt den Wurm.“

Dieses Sprichwort soll die Vorteile des frühen Aufstehens verdeutlichen.

Sicherlich ein nützliches Sprichwort, wenn du ein Vogel bist.

Die Langschläfer unter uns können nichts damit anfangen (ich gehöre dazu, daher darf ich das schreiben). Gleichzeitig ist es den Frühaufstehern unverständlich, wie Menschen so lange im Bett bleiben können.

Wir haben alle, genetisch und gewohnheitsbedingt, eine gewisse Neigung zu unseren Aufstehzeiten.

Interessant wird es, wenn wir feststellen können, wie wir ticken und vor allem um welche Uhrzeit. Wann ist es für mich eine gute Zeit, um dies oder jenes zu machen? Wann bin ich produktiv und wann nicht?

Du hast tatsächlich mehr Zeit am Tag, wenn du früher als sonst aufstehst, aber ob diese Zeit für dich nützlich ist oder nicht, musst du selbst feststellen und bewerten. Mehr Zeit an sich bedeutet nicht zwangsläufig mehr Leben oder Produktivität.

Nicht einfach früher aufstehen im Glauben, dass du mehr machen kannst am Tag, wenn du das tust. Überlege, wann du in der Regel effektiv bist, und richte deine freien Aufstehzeiten danach.

Wasser trinken

Angeblich trinken wir alle viel zu wenig Wasser. Zahlreiche Studien und Experten nennen unermüdlich die Wichtigkeit des Wassertrinkens. Was sie damit meinen, ist die korrekte Menge des Wassers in Relation zu deinem Körpergewicht.

Die Berechnungen stimmen jedoch nicht immer.

Wenn du eine dichte Knochenmasse hast, dann wiegst du automatisch mehr und brauchst dafür nicht zusätzliches Wasser. Das Gleiche gilt auch für die Tätigkeit, der du nachgehst. Wer körperlich aktiv ist, benötigt selbstverständlich mehr Wasser als Menschen, die weniger aktiv sind. Die Berechnungen sind daher mit Vorsicht zu genießen, denn absolut akkurat und in allen Fällen anwendbar sind sie schlicht nicht.

Aber die Richtung stimmt.

Der Hinweis auf das Wassertrinken an sich schadet jedoch nicht und bringt in Erinnerung, was wir manchmal vergessen. Der einzige Nachteil ist eigentlich der vielleicht etwas häufigere Toilettenbesuch.

Auch der Hinweis, dass du Wasser trinken sollst, bevor du Durst hast, ist ein guter Ratschlag, der ebenfalls nicht schadet.

Lassen wir unser Leben nicht immer mit Berechnungen vorschreiben, das gilt auch für das Wassertrinken.