Das Geburtstagslied

Seit knapp einem Jahr rufe ich meine Bekannten, Freunde und Familienmitglieder an ihren Geburtstagen an, und singe ihnen am Telefon ein kurzes Geburtstagslied vor.

Meistens das englische Lied „Happy Birthday to you“, weil es doch relativ kurz ist, es kann aber, je nach Lust und Laune, ein anderes Lied sein.

Zunächst war ich etwas skeptisch, ob die Leute meinen Gesang tatsächlich mögen würden oder ob sie nur nett waren und es aus Höflichkeit wegen unserer Beziehung ertrugen.

Nach knapp einem Jahr dieser Praxis und nach unzähligen Geburtstagsanrufen, kann ich nur bestätigen, dass die Menschen sich gefreut haben und teilweise sogar echt begeistert waren.

Offen gestanden hat mich das ein wenig überrascht, denn es war überhaupt keine große Sache und hat nicht viel Zeit in Anspruch genommen – man kann es zu jeder Tageszeit machen, es kostet nichts und geht wirklich schnell.

Aber diese paar Minuten für ein Lied und ein wenig zu quatschen, bleiben lange in Erinnerung.

Mir ist keine Beziehung bekannt – sei es zu Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten oder Kollegen –, die nicht von diesen paar Minuten profitieren würde.

Und wenn man denkt, dass die eigene Stimme vielleicht „scheiße“ ist und man gar nicht singen kann, darf das niemals ein Hindernis sein, mindestens einmal im Jahr eine Freude zu verbreiten.

Und wenn deine Stimme tatsächlich schrecklich ist, werden die Leute sie sicher sogar noch mehr genießen, weil sie wissen, wie anstrengend es für dich sein muss, dieses Lied zu singen.

Sing doch ein Geburtstagslied bei der nächsten Gelegenheit.

Das Leben ist zu kurz, um damit zu warten.

Gekünsteltes Lachen

Wir alle haben schon Situationen erlebt, in denen wir das Gefühl hatten, dass das Lachen einer anderen Person nicht aufrichtig war.

Schon allein die Tatsache, dass dieses Gefühl aufkommt, ist meist ein Zeichen dafür, dass etwas nicht mit unseren eigenen Vorstellungen oder Erwartungen übereinstimmt.

Und darum geht es.

Es waren unsere eigenen Vorstellungen und Erwartungen, die nicht mit dem Lachen übereinstimmten und uns das Gefühl gaben, dass es nicht aufrichtig war.

In solchen Fällen ist es in der Regel notwendig, sich ein genaueres Bild von der Gesamtsituation zu machen.

Leider kostet eine solche Vorgehensweise auch Zeit.

Zeit, die wir nicht immer haben.

Aber es benötigt Zeit, um zu verstehen, warum wir selbst das Gefühl haben, dass ein Lächeln nicht aufrichtig war.

Der Preis, der dafür bezahlt werden muss, nennt sich Zeit.

Der Plan, keinen Plan zu haben – die Erinnerung

Ich liebe viele Pläne, die keinen Plan haben.

Dazu gehören Aktivitäten, die einfach so, spontan und ohne Vorgaben oder Erwartungen am Ergebnis stattfinden.

Man lässt sich einfach treiben.

Und ich liebe solche Pläne auch deshalb, weil ein solches Vorhaben oft für unerwartete Überraschungen sorgen kann, die mit einem konkreten Plan, nicht vorgekommen wären.

Für manche Menschen ist es tatsächlich sehr schwierig, etwas zu unternehmen, ohne einen Plan dafür zu haben, und manchmal müssen bestimmte Aktivitäten im Voraus geplant oder organisiert werden.

Aber nicht alle.

Meiner Erfahrung nach würde ich sagen, dass wir eher zu viel als zu wenig planen.

Wer ein erfülltes Leben anstreben möchte, muss unerwartete Ereignisse im Leben nicht nur akzeptieren, sondern auch begrüßen, auch die negativen.

Und der Plan, keinen Plan zu haben, kann oft ein besserer Weg zu einem erfüllten Leben sein, als von vornherein einen konkreten Plan gehabt zu haben.

Man muss nur gelegentlich planen, nicht zu planen.

Die Sparliste

Gestern hatte ich mit jemandem zu tun, der seine Haushaltskosten unbedingt reduzieren wollte.

Somit erstellte er eine Liste aller Ausgaben und überlegte, wo Einsparungen möglich wären.

Er nannte diese Liste seine Sparliste.

Es war jedoch schwierig für den Mann, Sparmöglichkeiten zu finden, denn viele Dinge wie Versicherungen und Haushaltskosten waren bereits vor längerer Zeit optimiert worden.

Es gab einfach nicht mehr viele Bereiche, in denen man noch weiter Kosten einsparen konnte.

Ich fragte ihn daraufhin, ob seine Sparliste vielleicht zu eng gefasst sei, da sie ausschließlich Punkte enthielt, die bereits optimiert worden waren und als notwendig erachtet wurden.

Dann habe ich ihn gefragt, warum und weshalb er seine Haushaltskosten reduzieren wollte.

Er wollte mehr Geld zur Verfügung haben.

Ah, jetzt kommen wir zum Kern der Sache, denn mehr Geld zu haben bedeutet mehr als nur Kosten zu sparen.

Seine Liste haben wir dann erweitert und Verdienstmöglichkeiten und Methoden dazugelegt.

Ich muss allerdings zugeben, dass es manchmal schwieriger ist, zusätzliche Einnahmequellen zu finden, als Kosten zu senken, und es manchmal wirklich keine anderen Möglichkeiten gibt, mehr zu verdienen, aber dennoch ist die Erweiterung dieser Sparliste, der richtige Ansatz.

Letztlich fanden wir in seiner Garage tatsächlich ein paar Dinge, die er verkaufen konnte – und nun auch verkaufen wollte.

Und diese Verkäufe haben ihn seinem Ziel, mehr Geld zu haben, zumindest ein Stück nähergebracht.

Natürlich war dieser Ansatz keine Patentlösung, und der Verkauf von Gegenständen aus der Garage ist nur eine kurzfristige und keine langfristige Möglichkeit, mehr Geld zu beschaffen; doch hätte er seine Liste der Einsparungsmöglichkeiten nicht erweitert, wären diese Optionen gar nicht erst in Betracht gezogen worden.

Die Moral dieser Geschichte?

Frag lieber nicht, wie du etwas erreichen oder bekommen kannst, sondern warum und wieso du etwas erreichen oder bekommen möchtest.

Dann kannst du bessere Listen mit Möglichkeiten erstellen, wie du deinen Zielen näherkommst.

Und wenn auch du ein paar Sachen in deiner Garage hast, dann weißt du auch, was zu tun ist.

Blogbeitrag 1600

Gerade als ich heute Morgen meinen täglichen Blogbeitrag hier schreiben wollte, ist mir aufgefallen, dass dies der 1600. Beitrag ist.

1600 Tage lang habe ich jeden einzelnen Tag versucht, etwas Sinnvolles, Nützliches oder Interessantes zu schreiben und gleichzeitig den jeweiligen Sachverhalt so kurz wie möglich zu fassen.

Das sind 1600 Tage seit Beginn dieses Blogs am 1. Januar 2022.

Viereinhalb Jahre lang, täglich gebloggt, ohne Ausnahme.

Ich muss gestehen, ich habe Blogbeitrag Nummer 1500 gar nicht so wahrgenommen wie diesen Blogbeitrag.

Und darum geht es hier nun in diesem Beitrag — um unsere Aufmerksamkeit, denn unsere Aufmerksamkeit bestimmt vorwiegend, was wir bewusst wahrnehmen.

Was logisch und selbstverständlich klingt, wird oft übersehen oder nicht aktiv wahrgenommen.

Um sich einen Überblick oder eine Zusammenfassung einer Tätigkeit zu verschaffen, müssen wir manchmal einen Schritt zurücktreten und das Gesamtbild betrachten, anstatt uns ständig zu sehr auf die einzelnen Schritte zu konzentrieren.

Hätte ich das selbst gemacht, dann hätte ich vermutlich Blogbeitrag Nummer 1500 damals mitbekommen.