Weniger Worte und die eigene Denkkraft

Die Wirksamkeit und Nützlichkeit einer schriftlichen Nachricht oder Mitteilung hängen immer davon ab, wie der Empfänger die Nachricht versteht.

Weniger Worte erfordern oft mehr Nachdenken, Vorstellungskraft und vielleicht sogar ein wenig Intuition, damit die Bedeutung weniger Worte besser auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten werden kann.

Die Anweisungen zum Zusammenbau eines Möbelstücks sind in der Regel vollständig beschrieben, aber nicht immer leicht verständlich. Um die Anleitung zum Zusammenbau eines Möbelstücks tatsächlich zu verstehen und umzusetzen, muss man oft darüber nachdenken, was eigentlich gemeint ist, die eigene Vorstellungskraft einsetzen und sich auf die eigene Intuition verlassen. Dann klappt das oft eher mit dem Zusammenbau.

Das Gleiche gilt für Blogs im Internet, wie beispielsweise diesen Blog.

Die Blogbeiträge hier sind bewusst kurz gehalten, damit man selbst darüber nachdenken, die eigene Vorstellungskraft nutzen und die eigene Intuition aktivieren kann.

Nur dann kann man das Möbelstück, das als Blogbeitrag bekannt ist, zusammenbauen und davon profitieren.

Die Anleitungen sind bereits hier täglich mit den Blogbeiträgen verfügbar.

Jetzt bist du aber an der Reihe, sie zusammenzubauen.

Deine Heimat im Netz

Bereits in der Vergangenheit habe ich über die, aus meiner Sicht, Notwendigkeit berichtet, eine einzige und vor allem eigene Heimat im Netz zu haben, anstatt sich zu zerstreuen und auf verschiedenen Plattformen zu sein.

Gestern habe ich schon wieder einen Blogbeitrag eines bekannten Buchautors aus den USA gelesen, der darüber berichtet hat, wie schwierig es geworden ist, auf vielen Plattformen gleichzeitig zu sein.

Denn die Plattformen würden die Bedingungen für Blogbeiträge dauerhaft ändern und es Autoren und Blogbetreibern erschweren, produktiv zu sein.

Ach was. Das Ganze kommt mir irgendwie bekannt vor …

Leider versteht er kein Deutsch und konnte daher meine Anregungen für diese bekannte Problematik nicht lesen.

Daher habe ich wiederholt angefangen zu grübeln.

Soll ich meine Blogbeiträge auch in verschiedenen Sprachen verfassen, damit ich mehr Menschen erreichen kann? Ganz ehrlich betrachtet ist Englisch für die Lese-Reichweite ohnehin wesentlich lukrativer, als Deutsch es je sein wird. Mehr Leser, mehr Bekanntheit, mehr Umsatz, mehr, mehr, mehr?

Da habe ich mich wieder ertappt in der Mehr-mehr-mehr-Falle.

Mehr zu haben, hat immer einen gewissen Reiz, aber es ist die Reizüberflutung, die so schädlich auf uns wirkt und von dem ablenkt, was wir eigentlich wollten – kontrolliert mehr, aber nicht ungebremst und unkontrolliert mehr.

Es ist die Selbstbestimmung, die einen echten Mehrwert bietet, und nicht das Mehr an sich.

Und die Selbstbestimmung beginnt mit der eigenen Heimat im Netz, und sie ist nicht verteilt oder kopiert, um angebliche Reichweite zu erzielen.

Bist du, wer du bist, oder wer du zu sein scheinst?

Die meisten Menschen betrachten Ehrlichkeit und Souveränität als wünschenswerte Eigenschaften bei ihren Mitmenschen.

Wir sind alle unterschiedlich, und genau diese Unterschiede machen uns nicht nur einzigartig, sondern auch zu etwas Besonderem.

Ich finde Menschen, die Fehler machen, gelegentlich falsch liegen und manchmal nervige Eigenschaften zeigen, viel sympathischer als Menschen, die solche Eigenschaften nicht haben.

Sie sind glaubwürdiger, weil sie menschlicher sind und daher trotz gelegentlicher nerviger Eigenschaften fast immer sympathisch wirken.

Und diese Eigenschaften sind die Grundlagen für Vertrauen.

Steh zu deinen Fehlern, Schwächen und gelegentlich nervigen Angewohnheiten, denn ich finde Menschen, die diese Dinge nicht haben, verdächtig und wenig vertrauenswürdig.

In Zeiten der künstlichen Intelligenz werden diese Eigenschaften eine immer wichtigere Rolle dabei spielen, wie wir miteinander umgehen.

Die Fremdbewertung

Jeder hat eine Meinung, einen Standpunkt, eine Neigung, und solange diese nicht nach außen kommuniziert werden, ist alles in Ordnung. 

Erst wenn die Meinung, der Standpunkt oder die Neigung mit anderen Menschen geteilt wird, beginnt die sogenannte Fremdbewertung. 

Es ist diese Fremdbewertung, die die eigene Meinung relativieren oder sogar ganz verändern kann. 

Man wird immer von fremden Bewertungen beeinflusst, auch wenn es nur darum geht, die eigenen Erkenntnisse zu überdenken. 

Eine Fremdbewertung ist mehr als nur eine zweite Meinung, denn eine zweite Meinung erfordert keine Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Sachverhalt. Man kann eine Meinung haben, ohne eine Ahnung vom Sachverhalt zu haben. Das wissen wir nur zu gut von anderen Menschen in unserem Alltag. 

Eine Meinung wird weniger ernst genommen als eine Bewertung, weshalb Fremdbewertungen mit besonderer Sorgfalt behandelt werden sollten. 

Weil diese Bewertungen unsere Meinungen, Standpunkte und Neigungen stärker beeinflussen als lediglich eine zweite Meinung. 

Bewertungsimmunität im Internet

Bewertungsimmunität im Internet ist der Begriff, der verwendet werden kann, um die fehlende Auswirkung von Bewertungen auf die eigene Person zu beschreiben. 

Es bedeutet nicht, dass jemand unempfindlich oder egalitär ist, wenn er sich nicht schlecht fühlt, wenn er negative oder positive Bewertungen erhält, aber auch nicht gut fühlt, wenn er Likes oder positive Bewertungen bekommt. 

Die Bewertungen werden einfach stets neutral betrachtet und nicht mit sich selbst in Verbindung gebracht, auch wenn man direkt davon betroffen ist. 

Die Herausforderung bei der Bewertungsimmunität besteht darin, nicht zu vergessen, dass die Impfung gegen die Auswirkungen von Bewertungen, gelegentlich aufgefrischt werden muss. 

Das ist die sogenannte Bewertungsimmunitätsaufrischungsimpfung und das ist leider ein ziemlich langes Wort für einen einfachen Begriff. 

Ohne eine Auffrischungsimpfung gibt es jedoch keine dauerhafte Immunität, denn mit der Zeit und unter dem ständigen Bombardement von Bewertungen im Internet wird man gelegentlich müde und kann schwach werden. 

Die Auffrischung kann auf unterschiedliche Weise vorgenommen werden:

  1. Schalte einfach deinen PC oder dein Handy für eine Weile aus.
  2. Sprich mit Freunden über deine Erlebnisse und Empfindungen von Bewertungen.
  3. Verzichte für eine gewisse Zeit auf bestimmte Online-Aktivitäten.

Bewertungsimmunität zu genießen ist ein Prozess und kein dauerhafter Zustand, und dazu sind gelegentlich Auffrischungen erforderlich.

Aber wie bei einigen anderen Impfungen auch, muss man selbst herausfinden und ausprobieren, welche Wirkstoffe für eine Auffrischungsimpfung am besten geeignet sind. 

Die obigen drei Vorschläge geben lediglich einfache Empfehlungen weiter, und es gibt natürlich viele weitere Möglichkeiten für eine Auffrischung. 

Am Ende muss man selbst feststellen, ob die Auffrischung wirksam war und ob man weiterhin immun gegen die Auswirkungen von Bewertungen ist. Wenn nicht, muss man einfach die Vorgehensweise, auch bekannt als Wirkstoff, ändern.