Lange Anleitungen in der Praxis

Das Problem mit vielen Gebrauchsanweisungen, Bauanleitungen und Selbsthilfsbüchern ist die unnötige Ausführlichkeit und Länge der sonst gut geschriebenen Anleitungen.

Ausführlich und leicht verständlich zu sein, bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Anleitung auch lang sein muss. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Ich kenne ein paar Leute, die sich YouTube-Videos ansehen, wenn sie etwas zusammenbauen wollen, und keiner von ihnen schaut sich das Video von Anfang bis Ende an; stattdessen spulen sie mit der Maus zu der Stelle vor, die sie interessiert.

Je länger die Anleitung ist, desto schwieriger wird es, das gerade Gelernte in die Praxis umzusetzen.

Und diese Feststellung gilt sowohl für Gebrauchsanweisungen, Bauanleitungen und Selbsthilfsbücher gleichermaßen.

Denken, prüfen und mitnehmen

Das Denken kommt immer an erster Stelle, denn man muss erst darüber nachdenken, dass man etwas prüfen möchte, bevor man damit beginnen kann.

Allerdings sind es manchmal gerade die Ergebnisse dieser Prüfungen, die im aktuellen Denken nicht immer berücksichtigt werden.

Alle Menschen denken; manche denken mehr, andere weniger.

Die meisten Menschen prüfen ihre Gedanken und Denkweisen auch eines Tages.

Aber nicht jeder nimmt die Ergebnisse dieser Prüfungen mit.

Vorwärts und rückwärts

Dass wir gelegentlich einen Schritt zurückgehen müssen, um vorwärtszukommen ist ein altes Sprichwort und den meisten Menschen bekannt.

Es ist interessant zu untersuchen, wie die Unterscheidung zwischen „vorwärts“ und „rückwärts“ in der Praxis getroffen wird.

Rückwärts ist rückwärts, keine Frage. Oder doch nicht? Denn wir sind vorwärtsgekommen, eben weil wir zunächst rückwärts gegangen sind.

Entscheidend ist, den gesamten Prozess als Ganzes zu betrachten und nicht nur seine einzelnen Teile.

In anderen Worten: Vorwärts und rückwärts ist nur dann relevant und zweckdienlich, wenn das Ganze im Blick behalten wird.

Denn erst, wenn wir vorwärtskommen, wird uns bewusst, wie wertvoll es war, einen Schritt zurückzutreten.

Wahrnehmung durch Lenkung

„Wahrnehmung durch Lenkung“ beschreibt einen bewussten Ansatz, die eigenen Gedanken zu steuern und die eigene Aufmerksamkeit zu lenken.

Die eigenen Gedanken werden bewusst durch eine selektive Auswahl möglicher Orientierungspunkte gelenkt.

Es geht nicht nur darum, die eigenen Gedanken zu kontrollieren, sondern auch darum, zu erkennen und auszuwählen, was die eigene Wahrnehmung gerade aufnimmt.

Das liegt daran, dass ein Großteil davon bereits zu Beginn des Wahrnehmungsprozesses herausgefiltert werden kann und später nicht mehr aktiv ausgewertet und herausgefiltert werden muss.

Wir sparen Zeit und mentale Energie, wenn wir unsere Wahrnehmung der Ereignisse um uns herum so früh wie möglich lenken.

Montagsfrage 194

Jeden Montag gibt es eine neue Frage, um die grauen Zellen zwischen den Ohren in Schwung zu bringen und die Woche mit einem aktiven Geist zu beginnen.

Die heutige Montagsfrage lautet:

Kannst du zehn Minuten lang einfach nichts tun, ohne eine Beschäftigung oder eine Ablenkung zu suchen, und wie fühlst du dich dabei?

Viele Menschen haben Schwierigkeiten und fühlen sich unwohl, wenn sie nicht beschäftigt sind.

Das ist meistens ein gelerntes Verhalten. Wir kennen es nicht anders. Eine dauerhafte Beschäftigung ist zur Gewohnheit geworden.

Diese Montagsfrage könnte uns dazu anregen, darüber nachzudenken, ob uns das betrifft und ob wir uns vielleicht einmal Gedanken darüber machen sollten.