Digitale und analoge Notizen

Ich verwende digitale Notizen mit der APNA-Methode für die Erledigung und langfristige Speicherung von Notizen und Aufgaben seit Jahren, und dieses System ist für mich in Ordnung und hat sich als effektiv erwiesen.

Aber dieses System hat seine Grenzen und Nutzbarkeit im Alltag, insbesondere wenn es stressig wird und verschiedene Aufgaben schnell erledigt werden müssen.

In solchen Fällen habe ich die Tendenz, einfach oder schnelle Notizen auf einem Stück Papier zu schreiben.

Das Aufschreiben auf Papier ist in solchen Fällen nicht nur praktisch, sondern zwingt mich, meine Gedanken ein wenig langsamer zu verfassen. Das liegt daran, dass ich später auch lesen und verstehen möchte, was ich soeben selbst geschrieben haben und daher auf eine ordentliche Schreibweise achten muss.

Viele dieser analogen Notizen bleiben auf dem Papier, andere hingegen werden zusammenfassend in digitale Notizen gespeichert.

Es ist diese Zusammenfassung von aufgeschriebenen Notizen, die für mich einen weiteren Vorteil ergeben, denn obwohl ich mich nun zweimal mit einer Notiz beschäftigen muss (Papier und Digital), habe ich ein tieferes Verständnis des Sachverhaltes dadurch.

Manche Notizen auf Papier bleiben aber auch auf Papier und werden nicht digitalisiert, denn manchmal ist eine Digitalisierung einfach nicht erforderlich oder zweckdienlich. Das Gleiche gilt auch für manchen digitalen Notizen, die später aus verschiedenen Gründen, gelöscht werden können, sollen oder müssen.

Es ist diese Kombination von digitalen und analogen Notizen, die ein Gesamtpaket der Notizverwaltung darstellen.

Wie wir etwas betrachten

Wie wir etwas betrachten liegt zunächst die Grundlage für unsere weitere Vorgehensweise damit fest, auch wenn das bedeutet, dass wir im Moment nichts machen.

Wenn wir etwas betrachten, denn bewerten wir die Sache meistens gleichzeitig mit und daran liegt oft das Problem, denn es ist unsere Bewertung, die unsere nächsten Schritte bestimmen und nicht zwangsläufig nur die Betrachtung an sich.

BBB ist meine Abkürzung für eine, zumindest für mich, vernünftige Vorgehensweise für die weiteren Schritte, wenn wir etwas betrachten.

BBB = Betrachten, bewerten, bewegen.

Erst die Sache neutral betrachten. Anschließend und nach Bedarf, Interesse oder Notwendigkeit, bewerten. Erst nach der Bewertung kann entschieden werden, ob wir uns bewegen, oder eben nicht.

Aber die Grundlage ist und bleibt wie wir etwas zunächst betrachten.

Es kann sich daher oft lohnen, gelegentlich ein wenig mehr Zeit mit der Betrachtung zu verbringen, als voreilig in die Bewertungsstufe zu gehen.

Das gilt nicht nur für Probleme und Herausforderungen im Leben, sondern auch mit unserem eigenen Umgang miteinander.

Ratschläge, die funktionieren

Die einzigen Ratschläge, die tatsächlich funktionieren, sind die, die umgesetzt werden.

Ratschläge umzusetzen bedeutet jedoch nicht, dass wir mit dem Ratschlag einverstanden sein müssen.

Es ist diese gelegentliche Verwechslung zwischen der Notwendigkeit zu handeln und der Zustimmung zu dem Ratschlag selbst, die zum Scheitern führt.

In anderen Worten: Du musst nicht mit einem Ratschlag einverstanden sein, aber wenn er funktionieren soll, dann muss er umgesetzt werden.

Es klingt so logisch und so selbstverständlich, aber wenn wir einen Moment darüber nachdenken, wird uns klar, dass wir oft selbst Einverständnis erwarten – noch bevor wir überhaupt damit begonnen haben, etwas in die Tat umzusetzen.

Ratschläge, die funktionieren sollen, müssen zunächst umgesetzt werden, auch wenn wir nicht ganz damit einverstanden sind.

Einverständnis kann durch die Erfahrung später erfolgen.

Gleichzeitig lässt sich jedoch feststellen, dass man weiterhin nicht mit dem Ratschlag einverstanden sein sollte oder möchte, unabhängig davon, ob er erfolgreich war oder nicht, denn zumindest wurde er ausprobiert und nicht nur theoretisch in Betracht gezogen.

Die Umsetzung von Ratschlägen macht jedoch eine vorherige Prüfung ihrer Anwendbarkeit und Durchführbarkeit nicht überflüssig, da es selbstverständlich ist, Ratschläge zu prüfen und zu bewerten, bevor man sie in die Praxis umsetzt.

Dennoch ist der einzige Ratschlag, der wirklich funktioniert, derjenige, der auch in die Tat umgesetzt wird.

Bewertungen, die dich beeinflussen können

Wenn eine Bewertung dich beeinflussen kann, egal in welche Form diese Einflussnahme stattfinden soll, dann liegt das zunächst daran, dass du diese Bewertung selbst eine gewisse Macht gegeben hast.

Die entscheidende Frage zu stellen ist daher: Ist diese Macht begründet?

Wenn die Führerscheinstelle deine Fahrweise als schädlich für die Menschheit bewertet und du daher zunächst keinen Führerschein bekommst, dann kann diese Bewertung dich beeinflussen, uns zwar dadurch, dass du zunächst ohne Auto aber mit dem Bus und der Bahn unterwegs sein wirst.

Doch solche Urteile kommen von außen, und auch wenn sie uns gelegentlich beeinflussen mögen, sind es doch die Bewertungen, die wir über uns selbst fällen, die in der Regel viel härter ausfallen, weil sie aus unserem Inneren kommen.

Die Führerscheinstelle kann ihre Bewertung deiner Fahrweise durch eine Veränderung der eigenen Fahrweise möglicherweise revidieren. Aber auch hier war es nicht die Bewertung der Führerscheinstelle, die zur Veränderung und zur Lösung beigetragen hat, sondern die eigene Bewertung, dass die eigene Fahrweise angepasst werden soll, wenn man einen Führerschein bekommen möchte.

Man bewertet die Bewertungen von anderen Menschen und Institutionen immer selbst. Manchmal ist man damit einverstanden, und manchmal weniger.

Es ist die Macht von Bewertungen, die uns beeinflussen können, und nicht zwangsläufig immer die Bewertung selbst. Das sind quasi die Folgen von Bewertungen, womit wir uns zu kämpfen haben.

Und wir bestimmen fast immer selbst, welche Folgen das sind und wie sie sich auf uns auswirken.

Es sind unsere eigenen Bewertungen, die uns am meisten beeinflussen können und genau das ist die gute Nachricht, denn das bedeutet, dass wir nicht ausgeliefert oder machtlos gegen den Einfluss von Bewertungen sind. Die eigenen Bewertungen sind entscheidend.

Mikroblogging und das Mikrodenken

Dieser Blog hier wird gelegentlich als ein Mikroblog bezeichnet, weil ich stets versuche, sämtliche Inhalte kurz und zusammenfassend zu schreiben. Wenn es aber bei mir juckt, dann schreibe ich ausnahmsweise ein wenig länger als üblich, aber sonst stets kurz und schmerzlos.

Ich muss gestehen, ich käme selbst nicht auf die Idee, meinen Blog ein Mikroblog zu nennen, denn Mikroblogging kenne ich eigentlich nur bei Kurznachrichtendiensten wie X (ehem. Twitter) oder Mastodon. Aber inzwischen bin ich mehrfach wegen meiner kurzen Schreiweisen angeschrieben und sogar angesprochen worden.

Die meisten Menschen hielten meine Schreibweise für optimal, denn sie erlaubt eine schnelle Auffassung des Inhaltes ohne viel Schnickschnack, und das war genau mein Ziel. Nur gelegentlich sollte ich bei bestimmten Beiträgen tiefer und detaillierter in die Materie eindringen und ausführlicher erläutern.

Diese ganze Auseinandersetzung mit der Länge meiner Blogbeiträge hat mich auf die Idee gebracht, diese Art des Schreibens mit einer Art des Denkens zu verknüpfen.

Damit ein Blogbeitrag zusammenfassend und halbwegs verständlich geschrieben werden kann, muss ein tieferes Verständnis des jeweiligen Sachverhaltes vorhanden sein. Erst dann kann eine Zusammenfassung geschrieben und eine Verkürzung von Inhalten vorgenommen werden.

Ist das nicht etwa wie eine Art des Mikrodenkens?

Die Denkweise des Mikrodenkens ist kurz und zusammenfassend. Aber bevor das Mikrodenken erfolgen kann, muss ein tieferes Verständnis vorhanden sein, sonst bleibt alles nur eine Meinung.

Das Mikrodenken erfordert somit Wissen, Verständnis und Erfahrung bevor es für das Schreiben von kurzen Blogbeiträgen eingesetzt werden kann.

Natürlich ist man auch nicht immer damit erfolgreich und der Leser am Ende eines Beitrages vielleicht weiterhin nur Bahnhof versteht, aber der Begriff des Mikrodenkens gefällt mir trotzdem.

Vielleicht sollte ich meinen Blog den Blog für Mikrodenker nennen?