Den Ausgleich finden

Den Ausgleich zu finden gehört sicherlich zu den wichtigsten Aufgaben im Leben, aber die Frage stellt sich oft: Den Ausgleich wozu finden?

Der Ausgleich ist immer ein Gegengewicht zu einer Beschäftigung, Tätigkeit oder Gewohnheit im Leben.

Es ist der Ausgleich, der uns Perspektive und Orientierung gibt.

Sind wir noch auf dem richtigen Weg? Ist das, was wir machen, immer noch richtig (und auch noch überhaupt wichtig)?

Der Ausgleich sorgt auch für Entspannung und Abwechslung.

Es ist der Ausgleich, der das ganze Leben „ausgeglichen“ macht.

Wichtig ist jedoch, den Ausgleich zu suchen und zu finden, bevor er gebraucht wird.

Die zweite Anlaufstelle

Auch wenn Spezialisierungen in vielen Bereichen unseres Alltags wichtig und notwendig sind, sind sie in fast allen Fällen nur der zweite Schritt, wenn man nach einer Lösung für ein Problem sucht.

Abgesehen von Notfällen, geht man erst zum Hausarzt, bevor man an Fachkräfte überwiesen werden kann.

Wenn man mit dem Chef eines Unternehmens sprechen möchte, muss man oft zunächst die Firewall des Unternehmens namens Sekretärin ansprechen und sie um Weiterleitung bitten.

Keine Lösung ohne vorherige Diagnose. Niemals. Nicht umsonst gehört diese Regel zu den 10 Geboten für Unternehmer und Life-Coaches.

Wer ein Buch liest, um ein Problem zu lösen, bevor das Problem wirklich verstanden wurde, hat das Geld leider oft aus dem Fenster geworfen, denn die erste Anlaufstelle wäre es, das Problem zunächst zu verstehen, bevor ein Buch gekauft wird, um es zu lösen.

Die zweite Anlaufstelle ist die Stelle für die Umsetzung von Problemlösungen oder für das Hinzufügen von Spezialisten.

Der erste Schritt dient jedoch der Analyse und Definition des Problems und darf nicht übersprungen werden, auch wenn wir manchmal versucht sein könnten, direkt zum zweiten Schritt überzugehen.

Anstatt gleich nach Experten oder Spezialisten zu suchen (der zweiten Anlaufstelle), ist die Vorgehensweise besser organisiert und erfolgversprechender, wenn man zunächst die erste Anlaufstelle durchläuft, entweder mit sich selbst, oder mit anderen Menschen.

Der goldene Mittelweg

Der goldene Mittelweg ist eine häufig verwendete Metapher und beschreibt eine bestmögliche Vorgehensweise zwischen zwei oder mehreren unterschiedlichen Positionen.

Es ist fast immer einfacher, die Grenzen eines Problems von allen Seiten und Perspektiven zu definieren, als den bestmöglichen Weg dadurch zu finden.

Kompromissbereitschaft ist der erste Ansatz für die Entdeckung des goldenen Mittelwegs, aber diese Kompromissbereitschaft muss von allen Seiten erfolgen, und nicht nur von einer. Wie wir alle wissen, ist es oft sehr schwierig, alle Seiten dazu zu bewegen, sich gleichzeitig auf einen Kompromiss zu einigen.

Nach Verhandlungen und Kompromissen auf allen Seiten stellt sich der „Goldene Mittelweg“ oft gar nicht als Kompromiss heraus, sondern eher als vorübergehender Umweg vom bisherigen Weg – sozusagen als eine Art „Neuausrichtung des bisherigen Weges“.

Gerade weil dieser Weg nur vorübergehend ist, ist er für alle Beteiligten der bestmögliche Weg, und oft wurde ihm deshalb der Titel „Goldener Weg“ verliehen. Nicht, weil er der beste Weg ist, sondern weil er vorübergehend ist.

Es gibt keinen goldenen Weg als Dauerlösung, sondern muss dieser Weg fortwährend angepasst und neu verhandelt werden.

Wenn wir verstehen, dass der beste Weg für Lösungen fast immer nur eine vorübergehende Lösung ist, dann haben wir die besten Chancen, tatsächlich einen goldenen Weg für alle Beteiligten zu finden.

Die Nase voll zu haben

Die meisten Menschen kennen diesen Ausdruck, der bedeutet, dass man von etwas genug hat, es satt hat oder sich darüber ärgert.

Menschen sagen: „Ich habe die Nase voll davon“, und wir alle wissen sofort, was damit gemeint ist.

Das ist ein Satz, den ich selbst gerne benutze, wenn ich meiner Frau von meinen Erlebnissen mit anderen Autofahrern erzähle (leider ein Dauerthema in letzter Zeit).

Das Gegenteil von voll ist natürlich leer, und es kann eine interessante Übung sein, für einen kleinen Moment zu überlegen, wovon man die Nase leer hat.

Klingt vielleicht wie ein doofer Spruch, aber so abwegig ist der Ansatz trotzdem nicht.

Denn wie bei vielen Ansätzen zur Problemlösung und zum Umgang mit Problemen liegt ein Teil der Lösung darin, den eigenen Fokus neu auszurichten.

Anstatt deine eigenen Gefühle mit dem Satz „Ich habe die Nase voll“ zu äußern, könnte es hilfreich sein, darüber nachzudenken, wovon genau du bislang nicht die Nase voll hast.

Das kann manchmal schwierig sein, insbesondere im Straßenverkehr (habe ich gehört), aber je außergewöhnlicher ein Ansatz ist, desto öfter kann er erfolgreich sein.

Wovon du die Nase leer hast, ist die Frage zu stellen, wenn du die Nase voll hast.

Montagsfrage 177

Jeden Montag gibt es eine neue Frage, um die grauen Zellen zwischen den Ohren in Schwung zu bringen und die Woche mit einem aktiven Geist zu beginnen.

Die heutige Montagsfrage lautet:

Was wolltest du noch einmal in deinem Leben tun, was du diese Woche vielleicht endlich schaffen könntest?

Die Betonung liegt auf „noch einmal“, denn es muss nicht unbedingt etwas Neues sein.

Aber es sollte etwas sein, das du diese Woche noch schaffen kannst.

Wenn es diese Woche möglich ist, was hält dich dann davon ab, es zu tun?