Wie eine Meinung sich ändern kann, wenn es zu spät wird

Meine Meinung hat sich auch heute geändert, weil ich unbedingt tanken wollte, und auch musste.

Natürlich wollte ich unbedingt noch vor 12 Uhr tanken, denn wie jeder weiß, steigen die Preise kurz nach 12 Uhr überall plötzlich an.

Aber zunächst musste ein Projekt für einen Klienten verschlüsselt und synchronisiert werden. Das dauert doch nicht zu lange — dachte ich.

Meine Frau hatte heute Morgen so viel in der Küche gearbeitet, dass sie drei verschiedene Arten von Müll herausbringen musste, und da ich sowieso vorhatte, mein Auto aufzutanken, und dabei an den Mülltonnen vorbeigehen musste, dachte ich mir, ich könnte die Müllsäcke genauso gut mitnehmen – dachte ich.

Der Anruf meines freundlichen, aber geschwätzigen Freundes kam ebenfalls ziemlich kurzfristig, aber ich hatte es langsam eilig und konnte das Gespräch kurz halten – dachte ich.

Meine App für die Benzinpreise zeigte noch 2,13 EUR für Diesel an, und wenn ich jetzt fahre, dann schaffe ich es, rechtzeitig tanken zu können — dachte ich.

Auf dem Weg zum Auto mit Müllsäcken in der Hand, zeigte meine App die Zeit und das Ergebnis an:

12:03 Uhr – Diesel: 2,33 EUR.

20 Cent teurer als vor ein paar Minuten.

Ich hatte es doch nicht geschafft, und wenn ich noch tanken musste, dann musste ich auch einen anderen Preis zahlen.

Das war mir zu viel und ich habe meine Meinung plötzlich und ohne zu zögern, geändert.

Ich werde doch nicht sofort tanken und die Preise im Laufe des Tages beobachten in der Hoffnung, dass die Preise halbwegs akzeptabel werden, bevor ich gezwungen bin zu tanken, wenn ich nicht auf der Straße stehenbleiben möchte.

Es ist manchmal interessant, zu beobachten, wie schnell eine Meinung sich ändern kann, und insbesondere darauf zu achten, was diese Änderung verursacht hat.

20 Cent können meine Meinung ziemlich schnell ändern.

Das gibt manchmal zu denken, was unsere Meinungen sonst noch so ändern können.

Wenn Problemlöser an Lösungen zweifeln

Obwohl ich mich selbst seit Jahren als Problemlöser bezeichne, ist diese Beschreibung nicht besonders, denn wir sind alle Problemlöser.

Zweifel an Lösungen für Probleme sind nicht nur vollkommen natürlich, sondern in den meisten Fällen auch gesund, da diese Zweifel als Schutz vor übertriebenen oder unrealistischen Erwartungen dienen, wenn die Lösung keine 100-prozentige Gewissheit bietet.

Gleichzeitig bedeutet das: Je mehr Probleme man lösen muss, desto mehr Zweifel sammeln sich an.

Eine Möglichkeit, die Auswirkungen von Zweifeln zu minimieren, besteht darin, einen Schritt zurückzutreten.

Zurückzutreten bedeutet hier, Abstand zu nehmen, und wenn es nur für eine kurze Zeit ist.

Sich vom Problem selbst, von der Lösung oder von den Folgen von Entscheidungen oder Handlungen zu distanzieren.

Natürlich ist das einfacher gesagt als getan, aber die Richtung stimmt und die Auswirkungen des vorübergehenden Abstands sind nicht zu unterschätzen.

Es ist ganz normal, Zweifel zu haben, und wenn wir gelegentlich einmal Abstand von allem gewinnen, können wir unseren Geist ausruhen lassen und unsere Fähigkeiten zur Problemlösung auffrischen – schließlich sind wir alle Problemlöser.

Erwartungen und Grundlagen

Unsere Erwartungen beruhen stets auf einer Grundlage, die erklärt, warum wir diese Erwartungen überhaupt haben können und wie sie entstanden sind.

Und wenn wir enttäuscht sind, denken wir oft, dass dies daran liegt, dass unsere Erwartungen nicht erfüllt wurden.

Aber waren es die unerfüllten Erwartungen oder vielmehr die zugrunde liegenden Faktoren, die die Grundlage und das Fundament für diese Erwartungen bildeten?

Wenn wir enttäuscht sind, lohnt es sich oft, die Grundlage unserer Erwartungen genauer unter die Lupe zu nehmen, anstatt viel Zeit damit zu verbringen, darüber nachzugrübeln, warum unsere Erwartungen nicht erfüllt wurden.

Probleme bekämpft man am besten an der Basis, sonst behandeln wir nur die Symptome, aber nicht die Ursache.

Um Enttäuschungen besser zu verstehen, müssen wir daher die Grundlagen, die zu unseren Erwartungen geführt haben, auch besser verstehen.

Die Möglichkeiten des Unwissens

Die Möglichkeit, etwas vorzunehmen oder etwas zu planen, setzt in der Regel voraus, dass man bereits ein wenig Wissen oder Erfahrungen über das entsprechende Thema hat.

Je mehr Wissen und Erfahrungen vorhanden sind, desto mehr Möglichkeiten bieten sich meistens an.

Was jedoch manchmal übersehen wird, ist die Möglichkeit, gelegentlich auch Unwissenheit zu berücksichtigen.

Wissen und Erfahrungen können die Rahmenbedingungen für ein bevorstehendes Vorhaben stellen, aber es sind die Möglichkeiten des Unwissens, die wahrgenommen und berücksichtigt werden müssen, um bestmögliche Entscheidungen treffen zu können.

Je mehr man weiß, worüber man möglicherweise nichts weiß, desto größer werden die Chancen sein, dass sein Vorhaben auch erfolgreich sein wird.

Die Möglichkeiten des Unwissens zu erforschen und zu untersuchen, bieten uns oft ungeahnte Erkenntnisse und Ergebnisse.

Wir müssen dies nur für möglich halten.

Ein guter Blog fasst zusammen

Eine der Herausforderungen für Blogger im Zeitalter der künstlichen Intelligenz besteht darin, Inhalte so bereitzustellen, dass sie leicht zu finden sind, ohne dass man sich durch zahlreiche Menüs, Optionen oder Ablenkungen kämpfen muss.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, die Inhalte auf dem neuesten Stand zu halten. Auch wenn Blogbeiträge immer nur eine Momentaufnahme darstellen, wird dieser bestimmte Zeitpunkt oft nicht eindeutig gekennzeichnet, weshalb es immer wieder Menschen gibt, die glauben, die Inhalte seien aktuell und daher nach wie vor gültig.

Ein Blog kann sich aber auch ändern, und mit ändern sind nicht nur die Richtung, das Hauptthema oder die Farben des Blogs gemeint, sondern auch die Schreibweise der Inhalte.

Ein Beispiel, welches ich in letzter Zeit immer wieder beobachte in anderen Blogs und Informationsportalen, sind Sätze wie „Auf den Punkt gebracht“ oder „Information für ganz Eilige“, die letztlich eine Art Zusammenfassung der Inhalte darstellen.

Seit Jahren weise ich auf die Vorteile von Zusammenfassungen bei der Informationsbeschaffung hin und betone stets, dass man sich bei Bedarf jederzeit eingehender mit dem Thema befassen kann, um ein tieferes Verständnis zu erlangen.

Man muss nicht sofort alles verstehen; am Anfang reicht es aus, das Wesentliche zu erfassen, damit eine vernünftige Entscheidung getroffen oder eine geeignete Vorgehensweise geplant werden kann.

Erst nach Bedarf, kann das Wissen vertieft werden.

Ein guter Blog fasst zusammen und liefert nur, wenn notwendig oder erwünscht, lange Erklärungen oder Erläuterungen dazu.

Diese Erklärungen oder Erläuterungen sind jedoch immer als Ergänzungen zu Zusammenfassungen zu betrachten, und nicht als Hauptbestandteil eines Blogbeitrages.