Ein voller Terminkalender wird oft als Zeichen für Geschäftssinn und Fleiß angesehen.
Wer viele Termine hat, muss auch ziemlich beschäftigt sein, oder?
Leider nicht.
Aus der Betreuung und Beratung von über einhundert Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Tätigkeitsfeldern konnte ich gewisse Gemeinsamkeiten entdecken.
Bedauerlicherweise wird ein voller Terminkalender oft dazu genutzt, um anderen gegenüber den Eindruck von Wichtigkeit und Relevanz zu vermitteln.
Dies lässt sich oft als Wettbewerbsvorteil nutzen, denn wenn man versucht, einen Termin zu vereinbaren, wird deutlich, wie wichtig, beschäftigt und einflussreich diese Person ist.
Das verschafft dir einen psychologischen Vorteil gegenüber anderen Menschen, die nicht so viel zu tun haben.
Für viele Unternehmen ist ein vollgepackter Terminkalender zudem beruhigend, denn die vielen Termine sind ein Zeichen dafür, wie sehr man zum Erfolg des Unternehmens beiträgt.
Doch auch hier ist oft einfach der selbst geschaffene psychologische Vorteil der Grund für den vollgepackten Terminkalender und nicht die Termine selbst.
Wenn dein Terminkalender so voll ist, dass du Wochen im Voraus ausgebucht bist, dann stimmt etwas nicht.
Eine Lösung, die sich in vielen Fällen als hilfreich erwiesen hat, bestand darin, sich eine bestimmte Zeit für Freizeit oder zum Nichtstun vorzunehmen.
Für diejenigen, die einen vollgepackten Terminkalender schätzten, war es tatsächlich hilfreich, sich eine bestimmte Zeit zum Nichtstun vorzunehmen; dies bot ihnen die Gelegenheit, sich zu entspannen und auch spontan Zeit für andere Aktivitäten zu finden.
Das Ergebnis war ein vollgepackter Zeitplan, der dennoch Zeit für andere Aktivitäten ließ.
Ein vollgepackter Terminkalender, der keinen Spielraum für Unvorhergesehenes lässt, ist gar kein richtiger Terminkalender, sondern ist ein Zeichen für mangelndes Selbstvertrauen, sei es in sich selbst oder in das eigene Unternehmen.
Wenn wir verstehen, warum unsere Terminkalender eigentlich so voll sind, können wir mehr denn je aus den Terminen herausholen, die wirklich wichtig und notwendig sind, und trotzdem noch Zeit für andere Dinge haben.