Ich weiß es nicht

Eines der schwierigsten Dinge, die Berater und Coaches ihren Kunden manchmal sagen müssen, ist: „Ich weiß es nicht.“

Es ist für einige Berater und Coaches daher schwierig, so etwas zu sagen, weil sie nicht inkompetent oder unwissend erscheinen möchten.

Diese Antwort ist aber eine ehrliche Aussage und immer nur vorübergehend.

Vorübergehend, denn es besteht meistens noch die Möglichkeit, sich das nötige Wissen anzueignen oder eine Alternative zu finden.

Wenn man sich jedoch nicht bewusst macht, dass es Dinge gibt, die man im Moment noch nicht weiß, neigt man dazu zu glauben, man wisse viel mehr, als tatsächlich der Fall ist.

Die Antwort „Ich weiß es nicht“ zeugt von Stärke, Selbstreflexion, Selbstbewusstsein und Ehrlichkeit.

Und diese Antwort ist immer nur eine vorübergehende.

Es gibt keinen Grund mehr, nicht zuzugeben, dass wir etwas nicht wissen, denn wir können etwas dagegen tun, wenn wir wollen.

Aber zuerst müssen wir es uns eingestehen und einfach sagen: „Ich weiß es nicht.“

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Montagsfrage 173

Jeden Montag gibt es eine neue Frage, um die grauen Zellen zwischen den Ohren in Schwung zu bringen und die Woche mit einem aktiven Geist zu beginnen.

Die heutige Montagsfrage lautet:

Wann hast du das letzte Mal „ganz unerwartet“ etwas Neues gelernt?

„Ganz unerwartet“ bedeutet unbeabsichtigt oder überraschend.

Etwas Neues kann neues Wissen oder eine neue Erfahrung sein.

Es geht darum, sich einen Moment Zeit zu nehmen, um darüber nachzudenken, wie es überhaupt dazu gekommen ist.

Oft sind es gerade die Dinge, die wir ganz unerwartet lernen, die uns stärker prägen und formen als das, was wir uns vorgenommen hatten zu lernen.

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Einseitige Gespräche

Einseitige Gespräche sind nicht solche, bei denen eine Person ununterbrochen redet und die andere nur zuhört, denn solche Gespräche sind oft beabsichtigt und können zweckdienlich und sogar sehr hilfreich sein.

Vielmehr sind einseitige Gespräche – zumindest im Kontext dieses kurzen Beitrages – solche, bei denen keine Auseinandersetzung mit dem stattfindet, was tatsächlich gesagt wird, weder mit einer anderen Person, noch mit sich selbst.

In einem solchen Gespräch mit einer anderen Person findet kein Austausch statt – weder auf intellektueller noch auf emotionaler Ebene.

Wenn der Zweck eines solchen Gesprächs lediglich darin besteht, „Dampf abzulassen“, und du dir nur wünschst, dass dir jemand zuhört, damit du dich später besser fühlst, dann musst du dir bewusst machen, dass du selbst auf das hören musst, was du sagst.

Und nicht nur zuhören, sondern darauf achten und ein wenig reflektieren, was du gerade gesagt hast. Du machst das in deinem eigenen Interesse, und das ist vollkommen in Ordnung so.

Ein Gespräch mit sich selbst kann auch sehr hilfreich und befreiend wirken, denn man setzt sich mit dem Gesagten auseinander.

Wer das nicht tut, egal ob es sich um ein Gespräch mit sich selbst oder mit einer anderen Person handelt, führt lediglich ein einseitiges Gespräch.

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Streitgespräche verstehen

Streitgespräche miteinander zu führen, können wir alle.

Es gibt eine ganze Industrie, die sich damit beschäftigt, zu erklären, wie man Streitgespräche gewinnen kann.

Leider werden Menschen, die Streitgespräche verlieren, oft als Verlierer bezeichnet.

Sie haben nicht die besten Argumente gebracht oder sie waren ihrem Gesprächspartner rhetorisch unterlegen.

Das ist eine bedauerliche und auch oberflächliche Betrachtungsweise für die Menschen, die angeblich ein Streitgespräch „verloren“ haben, unabhängig davon, wieso oder weshalb.

Denn es sind die Menschen, die angeblich nicht gewonnen haben, die dazu beigetragen haben, dass ein Sachverhalt oder ein Thema überhaupt behandelt wird. Ohne das Streitgespräch, kein Vorwärtskommen mit dem jeweiligen Thema.

Um Streitgespräche besser zu verstehen, muss man zunächst verstehen, was erreicht werden soll — eine weitere Klärung oder ein tieferes Verständnis von etwas, oder eine Unterhaltung durch einen verbalen Schlagabtausch?

Beide Varianten können unterhaltsam sein, aber damit wir Streitgespräche effektiv verstehen können, müssen wir wissen, was damit erreicht werden soll.

Geht es bei politischen Streitgesprächen wirklich und tatsächlich vorwiegend und primär um die jeweiligen Sachverhalte, oder eher um die eigene Position, um mehr Zustimmung zu erhalten?

Die Vorgehensweisen bei den Gesprächen unterscheiden sich nämlich je nach Zielsetzung.

Eine Debatte, die sich zu einem lebhaften Schlagabtausch entwickelt, kann unterhaltsam sein, doch meist sind es gerade die Gespräche, die oft langweilig erscheinen, die am meisten Substanz bieten.

Bei Talkshows im Fernsehen ist es fast undenkbar, solche Gespräche zu führen, denn die Zuschauer wollen meistens etwas anderes sehen und erleben.

Das ist auch völlig in Ordnung so, es muss nur verstanden werden, was man damit bekommt.

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Die Herausforderung der Kommunikation

Die Herausforderung bei der Kommunikation besteht immer darin, ein Verständnis der Botschaft akkurat zu vermitteln.

Verständnis muss nicht zwangsläufig auch Einverständnis bedeuten, aber ohne erst Verständnis zu haben, kann keine Bewertung erfolgen, ob Einverständnis folgen kann.

Zu glauben, man wisse oder verstehe etwas, ist nicht dasselbe wie es tatsächlich zu wissen oder zu verstehen.

Es kann aber manchmal schwierig sein, die Grenzen dazwischen zu erkennen.

Die Prüfung der Kommunikation erfolgt durch die Abfrage.

Was genau wurde verstanden?

Wie würdest du meine Botschaft in deinen eigenen Worten wiedergeben?

Je wichtiger die Kommunikation, desto wichtiger die Abfrage.

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