Bewertungen, die dich beeinflussen können

Wenn eine Bewertung dich beeinflussen kann, egal in welche Form diese Einflussnahme stattfinden soll, dann liegt das zunächst daran, dass du diese Bewertung selbst eine gewisse Macht gegeben hast.

Die entscheidende Frage zu stellen ist daher: Ist diese Macht begründet?

Wenn die Führerscheinstelle deine Fahrweise als schädlich für die Menschheit bewertet und du daher zunächst keinen Führerschein bekommst, dann kann diese Bewertung dich beeinflussen, uns zwar dadurch, dass du zunächst ohne Auto aber mit dem Bus und der Bahn unterwegs sein wirst.

Doch solche Urteile kommen von außen, und auch wenn sie uns gelegentlich beeinflussen mögen, sind es doch die Bewertungen, die wir über uns selbst fällen, die in der Regel viel härter ausfallen, weil sie aus unserem Inneren kommen.

Die Führerscheinstelle kann ihre Bewertung deiner Fahrweise durch eine Veränderung der eigenen Fahrweise möglicherweise revidieren. Aber auch hier war es nicht die Bewertung der Führerscheinstelle, die zur Veränderung und zur Lösung beigetragen hat, sondern die eigene Bewertung, dass die eigene Fahrweise angepasst werden soll, wenn man einen Führerschein bekommen möchte.

Man bewertet die Bewertungen von anderen Menschen und Institutionen immer selbst. Manchmal ist man damit einverstanden, und manchmal weniger.

Es ist die Macht von Bewertungen, die uns beeinflussen können, und nicht zwangsläufig immer die Bewertung selbst. Das sind quasi die Folgen von Bewertungen, womit wir uns zu kämpfen haben.

Und wir bestimmen fast immer selbst, welche Folgen das sind und wie sie sich auf uns auswirken.

Es sind unsere eigenen Bewertungen, die uns am meisten beeinflussen können und genau das ist die gute Nachricht, denn das bedeutet, dass wir nicht ausgeliefert oder machtlos gegen den Einfluss von Bewertungen sind. Die eigenen Bewertungen sind entscheidend.

Mikroblogging und das Mikrodenken

Dieser Blog hier wird gelegentlich als ein Mikroblog bezeichnet, weil ich stets versuche, sämtliche Inhalte kurz und zusammenfassend zu schreiben. Wenn es aber bei mir juckt, dann schreibe ich ausnahmsweise ein wenig länger als üblich, aber sonst stets kurz und schmerzlos.

Ich muss gestehen, ich käme selbst nicht auf die Idee, meinen Blog ein Mikroblog zu nennen, denn Mikroblogging kenne ich eigentlich nur bei Kurznachrichtendiensten wie X (ehem. Twitter) oder Mastodon. Aber inzwischen bin ich mehrfach wegen meiner kurzen Schreiweisen angeschrieben und sogar angesprochen worden.

Die meisten Menschen hielten meine Schreibweise für optimal, denn sie erlaubt eine schnelle Auffassung des Inhaltes ohne viel Schnickschnack, und das war genau mein Ziel. Nur gelegentlich sollte ich bei bestimmten Beiträgen tiefer und detaillierter in die Materie eindringen und ausführlicher erläutern.

Diese ganze Auseinandersetzung mit der Länge meiner Blogbeiträge hat mich auf die Idee gebracht, diese Art des Schreibens mit einer Art des Denkens zu verknüpfen.

Damit ein Blogbeitrag zusammenfassend und halbwegs verständlich geschrieben werden kann, muss ein tieferes Verständnis des jeweiligen Sachverhaltes vorhanden sein. Erst dann kann eine Zusammenfassung geschrieben und eine Verkürzung von Inhalten vorgenommen werden.

Ist das nicht etwa wie eine Art des Mikrodenkens?

Die Denkweise des Mikrodenkens ist kurz und zusammenfassend. Aber bevor das Mikrodenken erfolgen kann, muss ein tieferes Verständnis vorhanden sein, sonst bleibt alles nur eine Meinung.

Das Mikrodenken erfordert somit Wissen, Verständnis und Erfahrung bevor es für das Schreiben von kurzen Blogbeiträgen eingesetzt werden kann.

Natürlich ist man auch nicht immer damit erfolgreich und der Leser am Ende eines Beitrages vielleicht weiterhin nur Bahnhof versteht, aber der Begriff des Mikrodenkens gefällt mir trotzdem.

Vielleicht sollte ich meinen Blog den Blog für Mikrodenker nennen?

Die eigene treibende Kraft erkennen

Motivation ist wie ein Muskel – mit der Zeit wird sie müde und muss sich erholen. Ein konstantes Leistungsniveau aufrechtzuerhalten, ist bei der Motivation genauso unmöglich wie beim Krafttraining.

Überzeugungen können sich über Nacht ändern. Neue Erkenntnisse oder neues Wissen können unsere Überzeugungen jederzeit infrage stellen und verändern.

In allen Fällen bleibt jedoch die treibende Kraft weiterhin vorhanden, aber was ist diese treibende Kraft?

Ähnlich wie Motivation und Überzeugungen ist auch die treibende Kraft eine Quelle der Motivation und Inspiration.

Aber sie ist in der Regel tiefer in uns verwurzelt als die anderen Kräfte.

Es ist die treibende Kraft, die uns bleibt, wenn alle anderen Kräfte uns verlassen.

In schwierigen und äußerst herausfordernden Situationen lässt sich die eigene treibende Kraft am besten erkennen.

Das sind jene Situationen, in denen man einfach weitermacht und nicht aufgibt, auch wenn man eigentlich nicht mehr die Kraft oder die Motivation dazu hat.

Ob unsere eigene treibende Kraft ausschließlich aus der Notwendigkeit heraus entsteht oder aus einer Kombination verschiedener Quellen, ist immer eine individuelle Angelegenheit und wird oft von unseren Lebenserfahrungen geprägt.

Aber sie ist immer da und begleitet uns durch die schwierigsten Zeiten unseres Lebens, auch wenn uns die Motivation und Willenskraft versagen.

Manchmal können wir unsere eigene treibende Kraft nicht ganz nachvollziehen oder erklären, warum wir sie haben, aber es lohnt sich immer, einen Moment darüber nachzudenken, wie sie entstanden sein könnte und wie sie uns hilft, wenn es mal schwierig wird.

Übrigens: Die eigene treibende Kraft ist nicht zu verwechseln mit der sonst üblichen Antriebskraft, denn auch die eigene Antriebskraft ist ein Muskel und muss sich einmal erholen.

Die eigene treibende Kraft ist viel mehr.

Montagsfrage 193

Jeden Montag gibt es eine neue Frage, um die grauen Zellen zwischen den Ohren in Schwung zu bringen und die Woche mit einem aktiven Geist zu beginnen.

Die heutige Montagsfrage lautet:

Meditierst du bereits oder hast du es zumindest schon einmal ausprobiert?

Du musst nicht wie ein Mönch mit gekreuzten Beinen stundenlang im Park meditieren, sondern ganz entspannt, wo und wie es dir passt.

Nur zehn Minuten reichen am Anfang vollkommen aus.

Ich habe früher selbst regelmäßig täglich für circa 10 Minuten immer meditiert und es hat mir tatsächlich viel geholfen, ruhiger und entspannter zu sein. Aber eines Tages kam ich aus der Übung und hatte monatelang nicht mehr meditiert. Es gab immer viel zu tun und etwas Dringendes zu erledigen. Das Leben kam dazwischen und hat für eine Pause meiner Meditationen gesorgt.

Gestern habe ich wieder angefangen und es tut einfach gut.

Zehn Minuten haben wir doch alle irgendwann im Laufe eines Tages.

Die Frage ist nur: Wann soll irgendwann sein wenn nicht gleich heute?

Geburtstag mal anders

Heute bin ich 60 geworden, und viele Leute haben mich gefragt, was ich zu meinem 60. Geburtstag machen werde.

Meine Antwort war dieses Jahr immer dieselbe:

„Ich haue ab.“

Die Leute müssen fast immer laut lachen, weil meine Art, das zu sagen, deutlich machte, was ich damit meinte – nämlich, dass ich mir dieses Jahr einfach eine Auszeit gönnen wollte, nur die Wortwahl war meistens sehr witzig.

Einfach eine Pause machen.

Natürlich werde ich mich später mit der ganzen Familie zusammensetzen, um gemeinsam zu essen und zu trinken, aber nicht heute.

Und obwohl ich schon lange vorher darüber nachgedacht hatte, ob ich diesen besonderen Geburtstag mit vielen Freunden feiern und eine große Party schmeißen sollte – und ich war wirklich nicht gegen diese Idee –, wurde mir letztlich klar, dass ich dieses Mal einfach nur etwas Ruhe und Frieden brauchte.

Und eine tolle Möglichkeit, dem Alltagsstress zu entfliehen, ist es, einfach mal für eine Weile abzuhauen.

Kein Zwang eine Geburtstagsfeier zu machen. Keine Verpflichtungen. Kein Stress.

Wie herrlich.

Da ich dieses Mal weder feiern noch Stress haben wollte, habe ich etwas ganz anderes unternommen – nur mit meiner Frau:

Kurz vor Mitternacht machten wir einen Spaziergang im Wald in der Nähe unseres Hauses.

Entlang des Waldweges steht eine Bank, und meine Frau und ich setzten uns darauf und blickten in den sternenreichen und glasklaren Himmel, ohne ein Wort zu sagen.

Pünktlich um Mitternacht sagte meine Frau zu mir: „Alles Gute zum Geburtstag, Schatz“, und sang mir ein kurzes Geburtstagslied vor.

Romantischer und entspannender geht es wirklich kaum.

Mit meiner Frau in völliger Dunkelheit unter dem Sternenhimmel auf einer Bank zu sitzen, um Mitternacht meinen Geburtstag zu feiern, war für uns beide eine ganz neue Erfahrung.

Aber diese Erfahrung wird uns für den Rest unseres Lebens in Erinnerung bleiben.

Wer weiß, vielleicht schmeiße ich nächstes Jahr eine große Party und lade alle ein, aber mein diesjähriger Geburtstag war für mich einfach perfekt.

Auch wenn ich 60 geworden bin und nicht gefeiert habe.

Geburtstag mal anders.