Der Umgang mit einem vollen Terminkalender

Ein voller Terminkalender wird oft als Zeichen für Geschäftssinn und Fleiß angesehen.

Wer viele Termine hat, muss auch ziemlich beschäftigt sein, oder?

Leider nicht.

Aus der Betreuung und Beratung von über einhundert Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Tätigkeitsfeldern konnte ich gewisse Gemeinsamkeiten entdecken.

Bedauerlicherweise wird ein voller Terminkalender oft dazu genutzt, um anderen gegenüber den Eindruck von Wichtigkeit und Relevanz zu vermitteln.

Dies lässt sich oft als Wettbewerbsvorteil nutzen, denn wenn man versucht, einen Termin zu vereinbaren, wird deutlich, wie wichtig, beschäftigt und einflussreich diese Person ist.

Das verschafft dir einen psychologischen Vorteil gegenüber anderen Menschen, die nicht so viel zu tun haben.

Für viele Unternehmen ist ein vollgepackter Terminkalender zudem beruhigend, denn die vielen Termine sind ein Zeichen dafür, wie sehr man zum Erfolg des Unternehmens beiträgt.

Doch auch hier ist oft einfach der selbst geschaffene psychologische Vorteil der Grund für den vollgepackten Terminkalender und nicht die Termine selbst.

Wenn dein Terminkalender so voll ist, dass du Wochen im Voraus ausgebucht bist, dann stimmt etwas nicht.

Eine Lösung, die sich in vielen Fällen als hilfreich erwiesen hat, bestand darin, sich eine bestimmte Zeit für Freizeit oder zum Nichtstun vorzunehmen.

Für diejenigen, die einen vollgepackten Terminkalender schätzten, war es tatsächlich hilfreich, sich eine bestimmte Zeit zum Nichtstun vorzunehmen; dies bot ihnen die Gelegenheit, sich zu entspannen und auch spontan Zeit für andere Aktivitäten zu finden.

Das Ergebnis war ein vollgepackter Zeitplan, der dennoch Zeit für andere Aktivitäten ließ.

Ein vollgepackter Terminkalender, der keinen Spielraum für Unvorhergesehenes lässt, ist gar kein richtiger Terminkalender, sondern ist ein Zeichen für mangelndes Selbstvertrauen, sei es in sich selbst oder in das eigene Unternehmen.

Wenn wir verstehen, warum unsere Terminkalender eigentlich so voll sind, können wir mehr denn je aus den Terminen herausholen, die wirklich wichtig und notwendig sind, und trotzdem noch Zeit für andere Dinge haben.

Langfristige Kurzfristigkeit

Dieser Begriff beschreibt die langfristigen Auswirkungen unserer kurzfristigen Gedanken und Handlungen auf unser Denken und Verhalten.

Was wir kurzfristig immer wieder denken und tun, bestimmt weitgehend, was wir langfristig erleben und wie wir uns auf Dauer verhalten.

Mit anderen Worten: Die kleinen Dinge, die wir jeden Tag denken und tun, bestimmen langfristig, was wir erleben und erfahren werden.

Lasst uns kurzfristig auf unsere Gedanken und Handlungen achten – sie werden später ein Teil von uns.

Inselhopping bei Insellösungen

Wer sich nicht für ein einzelnes Urlaubsziel entscheiden kann oder möchte, kann Inselhopping eine Alternative sein.

Beim Inselhopping reist man von Insel zu Insel und verbringt auf jeder nur kurze Zeit, um ihre verschiedenen Facetten kennenzulernen.

Bei der Suche nach Insellösungen für ein Problem wird gelegentlich auch Inselhopping betrieben.

Es wird immer wieder, und nur kurz, nach einer Insellösung gesucht, die zu einem gerade passt.

Dann kommt einem der Gedanke, dass es für den nächsten Schritt vielleicht doch noch eine bessere Insellösung gibt, und die Suche geht weiter.

Und weiter, und weiter, und weiter.

Das ist Inselhopping bei der Suche nach einer Insellösung.

Theoretisch gut gemeint, aber in der Praxis und aus zeitlichen Gründen, meist schwer umzusetzen.

Der Vergleich von Insellösungen kann von Vorteil sein, allerdings nur, wenn die Anzahl der Vergleiche in einem vernünftigen Rahmen bleibt.

Ein Vorhaben kann komplett an der ewigen Suche nach einer einzigen Insellösung scheitern.

Und das ist sicherlich auch nicht der Grund, weshalb man von Anfang an begonnen hat, Inselhopping zu betreiben.

Insellösungen

Eine Insellösung ist eine eigenständige und gezielte Lösung für einen bestimmten Aspekt eines ansonsten größeren oder komplexeren Problems.

Insellösungen werden oft von Inseltalenten angeboten, aber das muss nicht immer der Fall sein.

Manche Probleme erfordern eine ganze Reihe verschiedener, voneinander unabhängiger Insellösungen, bevor die eigentliche Lösung definiert und verfolgt werden kann.

Man spricht auch oft über die verschiedenen Schritte, die unternommen werden müssen, um ein Ziel zu erreichen oder einen Plan umzusetzen.

Insellösungen sind eben diese Schritte, denn jeder Schritt hat eine bestimmte Aufgabe und Bedeutung.

Erst wenn die Bedeutung und die Folgen dieser Insellösungen in ihrer Gesamtheit betrachtet werden, wird ihre tatsächliche Wirkung deutlich.

Die oberste Priorität bei der Arbeit

So albern es auch klingen mag: Die oberste Priorität bei der Arbeit ist nach wie vor die Arbeit selbst.

Nicht die Pflege von Freundschaften oder Beziehungen.

Nicht das Schmieden von Plänen für das bevorstehende Wochenende mit Freunden.

Nicht die freundlichen, aber belanglose Gespräche mit anderen Kollegen vor der Kaffeemaschine.

Die Arbeit an oberste Stelle zu setzen, bedeutet jedoch nicht, dass die Arbeit die einzige Priorität ist, und genau hier kommt es manchmal zur Verwirrung.

Zuerst die Arbeit; dann mit Freunden plaudern und Kontakte pflegen; Pläne für das kommende Wochenende mit Freunden schmieden; und schließlich die neuesten Nachrichten aus dem Büroalltag zu erfahren, während man an der Kaffeemaschine steht.

Die Arbeit, während der Arbeit, als oberste Priorität zu setzen und entsprechend zu handeln bedeutet keinesfalls, dass andere Prioritäten vernachlässigt oder sogar ausgeschlossen werden sollen.

Wenn die Arbeit jedoch nicht oberste Priorität hat, ist es durchaus berechtigt, sich zu fragen, ob dies noch der richtige Job ist oder ob man einen möglichen Wechsel in Betracht ziehen sollte.

Was sind derzeit deine Prioritäten bei der Arbeit?