Den Schreibtisch aufräumen

Eine der effektivsten Methoden, die ich bisher gefunden habe, um ein hohes Arbeitspensum zu bewältigen, besteht darin, meinen Schreibtisch auf das Nötigste zu reduzieren.

Leichter gesagt als getan, denn ich brauche immer etwas, und ich hatte immer das Gefühl, dass ich das, was ich gerade weggeräumt hatte, gleich wieder benötigen würde.

Und genau das passierte immer wieder – sobald ich meinen Schreibtisch bis auf das Nötigste freigeräumt hatte, brauchte ich fast sofort wieder etwas.

Rückblickend ist mir jedoch immer wieder aufgefallen, dass ich, obwohl ich die Dinge immer wieder auf meinen Schreibtisch zurücklegen musste, dennoch produktiver war, als wenn von Anfang an alles auf dem Schreibtisch gelegen hätte.

Das war eine wichtige Erkenntnis und hat mich, offen gestanden, ein wenig überrascht.

Das Hin- und Herschieben erhöhte die Produktivität tatsächlich stärker, als wenn alles von Anfang an griffbereit gewesen wäre.

Mein Schreibtisch hat die Gewohnheit, Dinge auf magische Weise anzuziehen; man muss diese Magie nur gelegentlich entzaubern und den Schreibtisch aufräumen.

Manchmal ist weniger, immer noch mehr

Heute ist ein solcher Tag.

Meine To-do-Liste für heute ist voll, und gestern habe ich mich wirklich darauf gefreut, diese Aufgaben heute in Angriff zu nehmen.

Das war gestern.

Heute ist es draußen dunkler als sonst, und ich vermisse das Tageslicht, obwohl ich gar nicht vorhatte, hinauszugehen.

Irgendwie komme ich heute einfach nicht in die Gänge und habe keine richtige Lust, etwas zu machen.

Natürlich habe ich bereits versucht, etwas dagegen zu unternehmen.

Ich bin kurz rausgegangen, um ein paar Besorgungen zu machen, in der Hoffnung, wieder meine gewohnte Energie zu spüren.

Und ja, tatsächlich habe ich etwas gespürt, aber das war nicht meine Energie.

Es fühlte sich eher so an, als würde mir mein Körper sagen, ich solle einfach mal eine Pause machen.

Wir alle wissen, dass weniger manchmal mehr sein kann, doch oft sind wir überrascht, wenn wir das ganz unerwartet selbst feststellen.

Und wie es scheint, stimmt diese Aussage immer noch bis heute.

Manchmal wissen unser Körper und unser Geist besser als wir selbst, was sie brauchen.

Ich werde heute auf sie hören und wir werden dann sehen, wer morgen das Sagen für die Erledigung meiner To-do-Liste hat.

Aber heute habe ich offensichtlich einfach mehr von weniger, und das ist völlig in Ordnung, sodass ich diese Aussage nur noch einmal bestätigen kann.

Zeit zum Lesen

Gestern habe ich mich mit einem Freund unterhalten, der jedes Jahr circa 50 Bücher liest, und das seit Jahren.

Diese Leistung ist für mich einfach nicht vorstellbar, obwohl ich jeden Tag selbst viel lese.

Ich musste natürlich fragen, wie er das überhaupt schafft, und daher dürfte ich selbstverständlich und wie erwartet zunächst seine Weisheit als Antwort bekommen, dass ich einfach schneller lesen soll.

Nachdem wir beide ein wenig über seine beabsichtigte und gelungene Klugscheißer-Weisheit gelacht haben, hat er mir erzählt, dass er viel Zeit damit verbringt und daher auf andere Aktivitäten bewusst verzichtet.

Essen und Trinken tut er zwar noch, aber sonst verzichtet er absichtlich auf Fernsehen, außer es gibt etwas Besonderes anzuschauen. Außerdem benutzt er jede Gelegenheit zum Lesen, wie wenn er im Zug unterwegs ist, oder im Wartezimmer auf einen Termin wartet.

Diese drei Punkte waren nachvollziehbar und verständlich: wenig fernsehen und sowohl im Zug als auch im Wartezimmer, die Zeit nutzen, um zu lesen.

Nur waren diese Anregungen für mich lediglich bedingt geeignet, denn obwohl ich tatsächlich kaum fernsehe, fahre ich doch wenig mit dem Zug und ich warte auch nicht übertrieben viel in Wartezimmern.

Es geht hier um die Zeit, die gefunden werden muss, um zu lesen. Als Selbstständiger, arbeite ich durchschnittlich 10 Stunden am Tag, auch an den Wochenenden. Manchmal viel mehr, aber gelegentlich auch weniger.

Diese Arbeit war für mich jedoch nie eine lästige Pflicht oder eine Belastung; sie hat mir stets Freude bereitet, und es hat mir Spaß gemacht, Menschen und Unternehmen zu helfen – das ist ein Teil von mir.

Und das war die eigentliche Antwort darauf, weshalb mein Freund es schafft, 50 Bücher im Jahr zu lesen.

Das Lesen von Büchern ist ein wichtiger Teil seiner Person, und deshalb nimmt er sich immer Zeit dafür.

Dieser kurze und lustige Austausch zwischen meinem Freund und mir hat mir wieder einmal vor Augen geführt, wie viel wir noch tun und erreichen können, wenn wir darüber nachdenken, wie wir unsere Zeit verbringen und wie wir uns damit identifizieren.

Und natürlich ein wenig schneller zu lesen wäre auch nicht schlecht. 🙂

Einseitige Information

Mein RSS-Feed wird kürzer und kürzer, weil ich nicht mehr so viele Blogs abonniere wie früher.

Das hat nichts damit zu tun, dass ich die Blogs nicht mehr gut oder informativ finde, sondern vielmehr damit, dass sie für mich zunehmend einseitig geworden sind.

Was bedeutet einseitig?

Für mich ist ein Blog – oder jede andere Informationsquelle – zu einseitig, wenn es die „andere Seite“ weder ausdrücklich noch implizit thematisiert oder zumindest beleuchtet.

Mit der anderen Seite sind hier die Alternativen gemeint, denn sie gibt es immer.

Das bedeutet nicht, dass alle Alternativen geprüft und darüber berichtet werden müssen, sondern vielmehr, dass viele Blogs und andere Informationsquellen allzu oft einfach nur ihre eigenen Vorstellungen von „richtig“ und „falsch“ präsentieren.

Sie gehen genau auf diese Themen ein und polarisieren dadurch oft ihr Publikum, sei es bewusst oder unbewusst.

Und davon habe ich und auch viele andere Menschen, die ich kenne, einfach genug, denn es geht auch anders, wir müssen es nur wollen und entsprechend konsequent handeln.

Und auch wenn das nur bedeutet, dass ich ein paar RSS-Feeds abbestelle, habe ich einen kleinen Schritt getan – einen, der für die Blogbetreiber wahrscheinlich ziemlich unbedeutend ist –, aber er verschafft mir viel Klarheit, Offenheit und Neutralität in der Art und Weise, wie ich Informationen konsumiere.

Einseitige Information ist nicht mit einer Thematisierung von Inhalten zu verwechseln, sondern mit der Behandlung und Berichterstattung dieser Information.

Einseitige Information ist immer unvollständig und Meinungen gehören dazu.

Wir müssen nur unterscheiden und erkennen, wenn Information doch vollständig oder nur einseitig ist.

Nicht immer leicht zu tun, aber mit der Zeit werden wir besser und besser darin, die Unterschiede zu erkennen.

Und dann werden vielleicht auch deine RSS-Feeds immer weniger und weniger.

Orientierung mit Datum

Etwas mit einem Datum zu versehen, ist eine oft notwendige Maßnahme und nicht nur für Termine, Pläne und Vereinbarungen miteinander.

Ein Datum gibt uns Orientierung.

Die Zeit gibt uns ebenfalls eine Orientierung, aber sie richtet sich immer nach dem Datum. Quasi als eine Art Ergänzung zum Datum.

Urlaub wird vom XXX bis XXX als Daten im Kalender vermerkt. Die Zeit für einen möglichen Urlaubsflug ins Ausland richtet sich zu Beginn des Urlaubs nach einem bestimmten Tag als Ergänzung dazu.

Feiertage, Geburtstage und Veranstaltungen werden zunächst nach dem jeweiligen Datum zugeordnet, anschließend und nach Bedarf, nach Zeiten.

Niemand würde einfach sagen, dass die Geburtstagsfeier um 17 Uhr stattfindet, ohne den Tag zu nennen.

Wenn wir uns bewusst machen und kurz darüber nachdenken, wie wir normalerweise über Zeit denken, können wir unsere Denkweise in Bezug auf viele unserer Pläne besser verstehen.