Tag 4 ohne Internet

Was kann man am 4. Tag ohne Internet und ohne Möglichkeit sich zu bewegen, noch lernen?

Man fängt an, sich daran zu gewöhnen.

Und das ist ein schleichender Prozess, der auch nicht gleich bemerkt wird.

Ich glaube, dass es gefährlich wird, wenn ein solcher Gewöhnungsprozess nicht als vorübergehende sondern als endgültiger Prozess empfunden wird.

Man findet sich mit den neuen Gegebenheiten ab, zunächst nur vorübergehend, jedoch mit der Zeit werden sie unbemerkt zu neuen Gewohnheiten, die später beibehalten werden.

Das muss auch nicht immer schlecht sein, denn was wir aus solchen Erfahrungen lernen können, sollten wir schon in unsere Handlungen in der Zukunft einfließen lassen.

Die Frage ist immer, ob wir diese Entscheidungen selbst akzeptieren und begrüßen, oder ob wir sie lediglich aus alten Gewohnheiten übernommen, um den bisherigen Status Quo aufrecht zu erhalten.

Erfahrungen zu machen, ist in der Regel, gut.

Erfahrungen zu bewerten, ist besser.

Die guten Erfahrungen in unseren Alltag aktiv zu integrieren, und die weniger guten Erlebnisse weniger Aufmerksamkeit zu schenken, ist am besten.

Das wissen wir schon alle, aber wie ich schon sagte, ist es dieser schleichender Prozess, der sich unbemerkt unser Verhalten verändern kann, der beobachtet werden muss.

Tag 3 ohne Internet

Heute haben sie wenigstens die Mobilfunkverbindungen wiederhergestellt.

Trotzdem laufen keine meiner kritischen Systeme über Mobilfunk, und das werden sie in der Zukunft auch nicht tun.

Was bedeutet natürlich, dass ich weiterhin einfach abwarten muss.

Was kann heute gelernt werden?

1. Die Reichweite unserer Abhängigkeit von der Technik versteht man gründlicher und detaillierter mit der zunehmenden Zeit, die man ohne sie verbringen muss.

2. Es ist gar nicht mein Ding, Blogbeiträge am Handy zu tippen, ich brauche eine ordentliche Tastatur. 🙂

3. Eine Operation gehabt zu haben, und gleich danach eine Hitzewelle und einen kompletten Netzausfall zu erleben, kann dafür sorgen, dass man plötzlich über die kleinsten Dinge wieder lachen kann.

Also, es läuft.

Tag 2 ohne Internet

Als ob gestern nicht genug wäre, ist das Internet an meinem Standort weiterhin vollkommen ausgefallen.

Und noch dazu bin ich wegen einer Operation am Mittwoch immer noch nicht mobil.

Nur durch eine Satelliten-Verbindung kann ich diesen Beitrag überhaupt schreiben.

Also, schon wieder etwas Neues gelernt.

Ohne diese Panne, hätte ich dieses neue Wissen und diese abweichende Möglichkeit, aktiv zu sein, trotz Hindernisse, nie gelernt.

Etwas Gutes aus etwas Schlechtem zu holen, passiert meistens aus der Not heraus und weniger aus einer Absicht.

Der Tag ohne Internet

Es ist immer interessant zu beobachten, wie Menschen reagieren, wenn das Internet für einen Tag ausfällt.

Noch interessanter wird es, wenn das Internet bei einem selbst ausfällt, wie bei mir gestern der Fall war.

Und wenn es kommt, kommt es dicke, denn ich hatte gestern auch einen OP-Termin im Krankenhaus für einen komplizierten Leistenbruch und ich war ohnehin nicht ganz bei der Sache.

Und bei Vodafone gab es Probleme mit meinem Internetanschluss im Homeoffice, obwohl ich einen Geschäftskundenvertrag habe. Probleme bedeuten bei Vodafone meistens Totalausfall, und so war es auch.

Ein kompletter Ausfall kann jedoch zu neuen Erkenntnissen führen, denn es war tatsächlich interessant zu erkennen, welche Dinge, die wir täglich nutzen, vom Internet abhängig sind und welche Alternativen uns zur Verfügung stehen, wenn das Internet ausfällt.

Wir glauben zwar zu wissen, was das alles ist, aber ein Komplettausfall bietet die beste Möglichkeit , unser Wissen im Alltag zu testen.

Tatsächlich waren es einige Apps, die ich über Web-Apps in Brave nutze, die mir die Augen geöffnet haben, denn mir waren die Einschränkungen von Web-Apps und ihre starke Abhängigkeit vom Internet bewusst.

Und trotzdem hatte ich dieses Wissen wohl geistig verdrängt, vermutlich in der Annahme, dass so etwas nicht passieren kann. Das ist die gleiche fehlerhafte Denkweise wie wenn man keine Backups macht in der Annahme, dass man sie nie benötigt.

Wie in vielen Bereichen unseres Lebens muss erst etwas passieren, bevor wir etwas ändern, aber so lange wir den jeweiligen Weckruf für eine Veränderung nutzen, dann war der Komplettausfall, wie in diesem Fall, doch nicht umsonst.

Die Hemmschwelle beim Nachfragen

Obwohl das Stellen von Nachfragen, um ein besseres Verständnis zu erlangen, für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit ist, zögern manche dennoch, wenn es darum geht, Nachfragen tatsächlich zu stellen.

Der Grund dafür ist oft, dass manche Menschen nur ungern zugeben können oder möchten, dass sie etwas nicht ganz verstanden haben.

Denn wenn man etwas nicht gleich und vollständig versteht, wird dies oft als eine eigene Schwäche empfunden.

Es entsteht dann eine Hemmschwelle beim Nachfragen.

Um eine mögliche Hemmschwelle zu überbrücken, kann Humor hilfreich sein.

„Ich habe sowas von Bahnhof verstanden, versuchen wir es nochmals in einer anderen Sprache.“

„Das meiste habe ich schon verstanden, nur die restlichen 99 % nicht. Wie war das nochmals?“

Natürlich hängt die Reaktion von den Umständen ab und davon, ob eine solche Reaktion angemessen ist, aber Humor ist fast immer eine Möglichkeit, die Situation aufzulockern, wenn es gelegentlich unangenehm sein soll, nachzufragen.

Die Hemmschwelle beim Nachfragen soll uns nicht daran hindern, trotzdem nachzufragen.