Montagsfrage 177

Jeden Montag gibt es eine neue Frage, um die grauen Zellen zwischen den Ohren in Schwung zu bringen und die Woche mit einem aktiven Geist zu beginnen.

Die heutige Montagsfrage lautet:

Was wolltest du noch einmal in deinem Leben tun, was du diese Woche vielleicht endlich schaffen könntest?

Die Betonung liegt auf „noch einmal“, denn es muss nicht unbedingt etwas Neues sein.

Aber es sollte etwas sein, das du diese Woche noch schaffen kannst.

Wenn es diese Woche möglich ist, was hält dich dann davon ab, es zu tun?

Zeitliche Anwendbarkeit

Die zeitliche Anwendbarkeit – oder, wie ich gerne sage, der zeitliche Nutzen – bezieht sich auf den optimalen Zeitpunkt für eine wirksame Anwendung von Problemlösungen.

Ähnlich wie das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bei Lebensmitteln bezieht sich die zeitliche Anwendbarkeit auf den Zeitraum, in dem die besten Ergebnisse erzielt werden können.

Kann man Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch verzehren? In den meisten Fällen lautet die Antwort „Ja“, denn das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt den Zeitraum an, in dem das Produkt ohne Gesundheitsrisiko verzehrt werden kann.

So ist es oft mit der zeitlichen Anwendbarkeit, denn die erstrebten Maßnahmen für eine Problemlösung sind oft auch später effektiv und nützlich, aber nicht immer.

Und gerade diese beiden letzten Wörter im letzten Satz haben es in sich: nicht immer.

Vielleicht klappt die Lösung nach Ablauf der zeitlichen Anwendbarkeit, aber vielleicht auch nicht.

Lösungen sind am besten eingesetzt, solange die zeitliche Anwendbarkeit gewährleistet ist.

Danach sind sie vielleicht noch verwendbar, aber – genau wie bei Lebensmitteln, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist – sollte man sie am besten vorher schrittweise probieren, um zu sehen, ob die Lösungen für den vorgesehenen Verwendungszweck noch „richtig schmecken“ und weiterhin als Problemlösungen geeignet sind.

In die Zukunft blicken und dabei die Vergangenheit verstehen

Die Gegenwart kann oft erst dann vollständig verstanden werden, wenn wir einen Blick in die Vergangenheit werfen.

Wir können ebenfalls erst dann wirklich verstehen, wohin wir gehen, wenn wir wissen, woher wir kommen.

Und nur wenn wir in die Zukunft blicken, können wir die Vergangenheit am besten verstehen.

Denn wenn wir die Vergangenheit verstehen, können wir die Folgen unseres Verhaltens in der Gegenwart und die wahrscheinlichen Aussichten für die Zukunft erkennen.

Jeder Blick in die Zukunft bringt daher ein besseres Verständnis der Vergangenheit mit sich, und zwar ganz automatisch.

Das sollten wir einfach im Hinterkopf behalten, wenn wir das nächste Mal in die Zukunft blicken.

Die Zeitumstellung des Denkens

Die letzte Umstellung auf die Sommerzeit fand hier in Deutschland und in der EU am Sonntag, dem 29. März 2026, statt.

Ich werde hier nicht näher auf die historischen Gründe eingehen, warum die Sommerzeit damals eingeführt wurde oder ob sie beibehalten werden sollte; ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass die Zeitumstellung des Denkens Parallelen dazu aufweist.

Mehr Tageslicht in den Sommermonaten sorgt für eine höhere Produktivität bei gleichzeitig geringerem Ressourcenverbrauch.

Genau darum geht es bei dieser Umstellung in der Denkweise – mit weniger Ressourcen mehr und effektiver denken zu können.

Wie kann man eine Zeitumstellung des Denkens vornehmen?

Wenn wir diese eine Stunde als Metapher betrachten, können wir Bilanz ziehen über die Zeit, die wir dem Nachdenken über wichtige Dinge widmen, und beurteilen, ob sie noch ausreicht, um den Herausforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden.

Gleichzeitig können wir feststellen, ob wir zu viel Zeit mit Dingen verbringen, die unnötig sind oder nicht in unserem besten Interesse liegen.

Sich eine zusätzliche Stunde Zeit zu nehmen, um über wirklich wichtige Dinge nachzudenken, auch wenn man unter Zeitdruck steht, kann Wunder wirken.

Wir müssen nur eine Zeitumstellung des Denkens vornehmen.

Einschränkungen einer Antwort

Solche Einschränkungen finden sich häufig in Multiple-Choice-Fragen.

Es gibt die Antworten A, B, oder C, und man soll eine der Antworten ankreuzen.

Problematisch wird es immer, wenn

A) man die Antwort unter allen drei Möglichkeiten trotzdem nicht kennt,

oder

B) der Meinung ist, dass alle drei Antworten falsch sind, und gerne eine andere Antwort geben möchte.

Es sind gerade die Grenzen einer möglichen Antwort, die unser Denken leiten sollen. Manchmal ist eine solche Vorgehensweise hilfreich und manchmal eben nicht.

Ist dir aufgefallen, dass ich oben nur zwei Möglichkeiten genannt habe, die problematisch sein könnten, und ich „oder“ geschrieben habe?

Somit habe ich selbst eine Einschränkung einer möglichen Antwort suggeriert.

Was wäre, wenn es tatsächlich eine weitere Antwort geben würde?

Die Antwort ist übrigens: Ja, es gibt auch weitere Gründe, weshalb Multiple-Choice-Fragen problematisch sein können.

In der Schule eignen sich solche Fragen oft gut dazu, das Verständnis der Lernenden für ein Thema zu überprüfen.

Im Leben sind solche Fragen jedoch meist ungeeignet und schränken das eigene Denkvermögen ein.

Leider lässt sich das Leben nicht mit Multiple-Choice-Fragen beantworten. Dazu gehören auch Entweder-oder-Situationen und Schwarz-Weiß-Denken.

Das freie Denken im Leben sollte grundsätzlich nicht gelenkt werden; andernfalls ist es nicht mehr frei, sondern manipuliert.