Entgegen der landläufigen Meinung, dass Undankbarkeit einer fehlenden Wertschätzung entspricht, liegt die Ursache von Undankbarkeit erfahrungsgemäß meist woanders.
Es hat weniger mit Wertschätzung zu tun, sondern eher mit der Verbindung mit dem Nutzen.
Je weniger Nutzen durch eine Handlung subjektiv wahrgenommen wird, desto weniger Dankbarkeit wird daraus empfunden.
Ob ein Buchautor ein Jahr oder eine Woche für die Fertigstellung eines Buches benötigt, spielt für die Dankbarkeit der Leserinnen und Leser effektiv keine Rolle.
Wenn dieses Buch ein Problem lösen kann, dann sind wir dankbar für das Buch und dafür, dass es überhaupt geschrieben wurde, um dieses Problem zu lösen, und weniger dafür, dass eine bestimmte Autorin oder ein bestimmter Autor es geschrieben hat.
Es ist der Nutzen, der Dankbarkeit hervorruft, denn es ist der Nutzen, der die Wertschätzung bestimmt.
Wenn du das Gefühl hast, dass die Leute für etwas, das du getan hast, undankbar sind, lohnt es sich vielleicht, dich zu fragen, worin der Nutzen für diese Leute eigentlich besteht.
Somit kann empfundene Undankbarkeit definitiv besser verstanden werden.