Bücher zweimal lesen

Es gibt nur sehr wenige Bücher, die ich mehr als einmal lese. Nur Nachschlagewerke – oder in besonderen Fällen, wenn ich motiviert bin oder das Bedürfnis verspüre – lese ich ein Buch ein zweites Mal.

Vor etwa fünf Jahren habe ich angefangen, meine Bücher durchzugehen. „Durchgehen“ bedeutet dabei, sie entweder weiterzuverkaufen, zu verschenken oder wegzuwerfen – wobei Letzteres für mich nur als letzte Option infrage kam.

Bis heute waren das etwa 600 Bücher, und der Prozess, sie alle durchzugehen, ist immer noch nicht abgeschlossen.

Auch wenn ich zu Hause jetzt viel mehr Platz habe, seit ich so viele Bücher aussortiert habe, gab es Momente, in denen es mir schwerfiel, mich von so vielen davon zu trennen.

Der Hauptgrund, warum ich es manchmal schwierig fand, war der Gedanke, dass es mehr oder weniger Verschwendung ist, ein Buch zu kaufen, es einmal zu lesen und es dann viele Jahre lang zu Hause als Dekoration herumliegen zu lassen.

Die meisten Bücher werden ohnehin nur einmal gelesen und anschließend als Dekoration verwendet.

Es sei denn, du gibst die Bücher an jemand anderen weiter.

Dann besteht die Möglichkeit, dass dieses Buch doch ein zweites Mal gelesen wird.

Nur nicht von dir.

Diese Erkenntnis hat es mir ermöglicht, so viele Bücher mit gutem Gewissen weiterzugeben, denn viele davon werden mit Sicherheit gelesen. Einmal von mir, einmal von jemand anderem – aber was das Buch selbst angeht, ist es nun zweimal gelesen worden.

Montagsfrage 201

Jeden Montag gibt es eine neue Frage, um die grauen Zellen zwischen den Ohren in Schwung zu bringen und die Woche mit einem aktiven Geist zu beginnen.

Die heutige Montagsfrage lautet:

Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu. Welche Sommerklamotten hast du dieses Jahr überhaupt nicht getragen und könntest dich davon trennen?

Das Vorhalten von Klamotten „für alle Fälle“ ist oft nichts anderes als eine mentale Blockade, die uns daran hindert, etwas „Neues“ oder etwas „Anderes“ in Betracht zu ziehen.

Wenn es so gut aussieht, warum hast du es dieses Jahr nicht angehabt?

Gibt es dafür wirklich einen Grund, oder ist das nur Wunschdenken „für alle Fälle“?

Philosophie innerhalb festgelegter Grenzen

Ich habe mein Studium und meine Auseinandersetzung mit der Philosophie stets im Selbststudium betrieben.

Das passt zu meinem autodidaktischen Lernstil und gilt für fast alle Bereiche meines Lernens seit fast 50 Jahren.

Die Nachteile, die mit dem Fehlen einer externen Bewertung und Prüfung einhergehen, sind bekannt.

Um Philosophie zu studieren – abgesehen von einer akademischen Ausbildung an einer Schule oder Universität –, ist eine akademische Ausbildung jedoch überhaupt nicht notwendig.

Die Philosophie muss erst Interesse erzeugen, denn erst mit Interesse kann ein Studium oder eine Auseinandersetzung mit philosophischen Konzepten vorgenommen werden.

„Philosophie innerhalb festgelegter Grenzen“ beschreibt die Art von Lernmaterial, auf die man beim Studium der Philosophie immer wieder stößt.

Es wird offensichtlich oft erwartet, dass man keine Philosophie ordentlich betreiben kann, wenn man die Geschichte der Philosophie nicht detailliert und am besten so ausführlich wie möglich kennt.

Es steht außer Frage, dass die Geschichte der Philosophie eine Rolle spielt und wir definitiv daraus lernen können, aber sie ist dennoch keine Notwendigkeit.

Das grundlegende Ziel der Philosophie ist die Suche nach der Wahrheit, und diese Wahrheit liegt oft direkt vor unseren Augen.

Wir müssen nur unsere Augen öffnen und anfangen, Fragen zu stellen.

Der Rest ergibt sich von selbst, sei es durch formale Bildung oder durch autodidaktisches Lernen.

Denn die Wahrheit kennt keine festgelegten Grenzen, und die Philosophie muss ebenfalls keine kennen.

Planung im Voraus für einen Feiertag

Heute ist der Tag der Deutschen Einheit und er fällt dieses Jahr an einem Samstag.

Man konnte sagen, Pech für die Arbeitnehmer, die sonst von montags bis freitags arbeiten, aber Glück für die Arbeitgeber, denn es geht weniger Arbeitszeit und somit Umsatz von den Mitarbeitern verloren.

Wie bei den meisten Ereignissen im Leben kommt es wohl auf die jeweilige und oft unterschiedliche Sichtweise an.

Interessant war heute die zahlreichen Fahrzeuge auf den Parkplätzen der lokalen Supermärkte zu sehen.

Nachdem die Leute festgestellt haben, dass die Geschäfte geschlossen waren, haben sie alle einen kleinen Moment einfach da gestanden und vermutlich dann erst wahrgenommen, welche Auswirkungen dieser Feiertag mit sich bringt, nämlich, dass viele Geschäfte zu haben.

Die Planung im Voraus für diesen Feiertag wurde vergessen vorzunehmen und die Gewohnheit hat gesiegt, nämlich an einem Samstag einkaufen zu gehen.

Wir können nicht alles im Voraus planen, entscheidend ist zu erkennen, was wir tatsächlich beeinflussen können, und die Planung für einen bevorstehenden Feiertag gehört dazu.

Diese Erkenntnis ist fundamental und ist in vielen anderen Bereichen unseres täglichen Lebens anwendbar.

Wann Feiertage sind und möglicherweise Auswirkungen auf uns haben können, kann natürlich jederzeit vergessen oder übersehen werden, und das ist vollkommen menschlich.

Dieser Feiertag kann daher als sanfte Erinnerung dienen, viele Aspekte und Pläne unseres Alltags noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls entsprechende Anpassungen für die Zukunft vorzunehmen.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen und erkenntnisreichen Feiertag.

Auch an nichts zu denken erfordert Denkarbeit

Wir können nicht über nichts nachdenken, denn über nichts nachzudenken bedeutet, dass wir darüber nachdenken.

Aus biologischer Sicht ist unser Gehirn ohnehin ständig aktiv, sowohl auf bewusster als auch auf unbewusster Ebene, auch wenn darüber diskutiert werden kann, ob jede Gehirnaktivität als „Denken“ betrachtet werden kann oder nicht.

Das bedeutet, dass wir ständig geistige Arbeit leisten, ganz gleich, worüber wir gerade nachdenken – oder worüber wir versuchen, nicht nachzudenken.

Wenn wir diese geistige Arbeit ohnehin leisten müssen – ob wir wollen oder nicht –, dann sollten wir das Beste daraus machen und sie zu unserem Vorteil nutzen, anstatt zuzulassen, dass sie sich gegen uns richtet.

Oft haben wir mehr Kontrolle darüber, als wir „denken“.