Überraschungen und Erwartungen

Eine Überraschung ist daher eine Überraschung, weil sie über unsere Erwartungen hinausgeht.

Diese Sichtweise auf die Bedeutungen und Auswirkungen von Überraschungen kann uns helfen, unsere Reaktionen darauf besser zu verstehen.

Eine Überraschung ist nicht nur ein unerwartetes Ereignis, sondern eine weitere Erfahrung, die über unsere Erwartungen hinausgeht.

Es gibt Unterschiede in unserer Wahrnehmung, unserem Verständnis und unserer Akzeptanz dessen, wie wir eine Überraschung bewerten, wenn wir sie als Erweiterung unserer Erfahrungen betrachten und nicht einfach als eine Überraschung, bei der wir nicht verstehen, warum wir überrascht waren.

Fehler bei Gelegenheit korrigieren

Manche Fehler müssen unverzüglich korrigiert werden, um negative Auswirkungen zu minimieren oder um einen Schaden zu vermeiden.

Andere Fehler hingegen müssen erst dann korrigiert werden, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet – oder, anders ausgedrückt, wenn sie aufgefallen sind.

Natürlich sind die konkreten Umstände der entscheidende Faktor dafür, ob Fehler aktiv aufgespürt oder korrigiert werden sollten, sobald sie bekannt werden, oder ob sie erst dann korrigiert werden können, wenn sie bemerkt werden.

Ein Beispiel für die sogenannte „passive Fehlerkorrektur“ ist dieser Blog selbst. Da ich schnell und impulsiv jeden Tag schreibe, und gleichzeitig versuche, keinen Bullshit, sondern stets einen Mehrwert für die Leser zu liefern, schleichen sich Fehler immer in meinen Texten ein. Fehler, die ich oft im Nachhinein und meistens zufällig entdecke.

Eine „aktive Fehlerkorrektur“ hingegen wird laufend bei Beratungen und Coachings praktiziert. Durch Nachfragen, Feedback und Überprüfungen, werden auch die meisten Möglichkeiten für Verbesserungen gleich entdeckt und somit unverzüglich umgesetzt werden können.

Es ist somit immer eine Frage der Wichtigkeit und der Auswirkungen von möglichen Fehlern, die die notwendigen Maßnahmen für ihre Korrektur darstellen.

Einen Tipp- oder Grammatikfehler hier im Blog zu entdecken, finde ich zwar ärgerlich, aber das Verständnis der Botschaft des jeweiligen Blogbeitrages wird dadurch in der Regel trotzdem nicht gefährdet, und der Fehler kann bei Gelegenheit korrigiert werden.

Ein Fehler bei einer Beratung oder bei einem Coaching hingegen, hat oft unverzügliche Konsequenzen und hat mit Tippfehlern nichts zu tun.

Daher ist es immer ratsam – und oft notwendig –, nach Fehlern zu suchen, doch muss der erste Schritt darin bestehen, die möglichen Folgen dieser Fehler zu ermitteln, bevor man überhaupt mit der Suche nach ihnen beginnt.

Montagsfrage 188

Jeden Montag gibt es eine neue Frage, um die grauen Zellen zwischen den Ohren in Schwung zu bringen und die Woche mit einem aktiven Geist zu beginnen.

Aus aktuellem Anlass lautet die heutige Montagsfrage:

Welche Apps könntest du auf deinem Handy löschen und stattdessen, einen Browser dafür benutzen?

Nicht nur Apps wie DM, Temu und Lieferando (mit ein paar Einschränkungen hinsichtlich des Bonus-Programmes), sondern auch Apps wie PayBack und PayPal können unter die Lupe genommen werden.

Bequemlichkeit hat ihren Preis, und wenn die gleiche oder ähnliche Funktionalität mit dem Browser erreicht werden kann, dann kann eine solche Überlegung und Entfernung bestimmter Apps, die ohnehin im Browser bedient werden können, für einen Plus an digitaler Selbstbestimmung sorgen.

Was dein Handy alles im Hintergrund sendet

Dass unsere Handys viel Daten im Hintergrund überall senden, dürfte längst allgemein bekannt sein.

Ohne tiefer in die forensische IT-Forschung zu gehen und um detaillierte und manchmal unverständliche Erklärungen zu Datentransferprotokollen zu vermeiden, gibt es eine allgemeine Orientierung, die gut im Kopf behalten werden kann.

Dein Handy sendet durchschnittlich jede einzelne Minute etwas ins Internet, und hier reden wir lediglich von Internetverbindungen und DNS‑Abfragen und nicht von Mobilfunkverbindungen für die Telefonie.

Durchschnittlich eine Verbindung pro Minute, ob das Handy benutzt wird oder auf dem Schreibtisch liegt, dauerhaft, Tag und Nacht.

Und dieser Durchschnitt kann sich leicht durch einfache Nutzung in die Höhe treiben lassen.

Ich hatte die Idee für diesen Beitrag gestern Abend gehabt und daher habe ich meine Behauptung aktuell getestet.

Um genau 0 Uhr Mitternacht, habe ich meine bisherigen Protokolle für die Überwachung meines Handys gelöscht und habe mein Handy neu gestartet und nicht mehr bis jetzt benutzt.

Das Ergebnis?

Um 11:03 Uhr heute gab es bisher 669 Internetverbindungen (die meisten blockiere ich ohnehin, aber darum geht es hier nicht, sondern um die Zahlen) und 35 DNS-Abfragen.

11 Stunden und 669 Verbindungen machen circa 60 Internetverbindungen pro Stunde, also, eine Verbindung pro Minute. Ohne mein Handy benutzt zu haben.

Das allgemeine Interesse für Datenschutz, Open-Source-Software und für die Vorteile einer digitalen Selbstbestimmung kann oft wesentlich besser durch die eigenen Überzeugungen geweckt werden, als durch Belehrungen von Fachleuten.

Und dafür müssen wir als Fachleute unsere Botschaften einfacher und verständlicher machen, denn erst wenn Interesse geweckt wird, kann die Reise in die Tiefe des Wissens für andere Menschen beginnen.

Und wenn dich der Gedanke von einer Internetverbindung pro Minute von deinem Handy aus ein wenig stört, dann kann das ein guter Anlass sein, deine Reise in die digitale Selbstbestimmung schon heute zu beginnen oder zu vertiefen.

Gute Reise. 🙂

Das Wissen über Unwissenheit

Zu wissen, dass wir etwas nicht wissen, ist das Resultat von bereits vorhandenem Wissen in ähnlichen oder in zusammenhängenden Bereichen.

Sonst hätten wir nicht wissen können, dass wir etwas Bestimmtes nicht wissen.

Fehlendes Wissen offenbart sich erst dann, wenn wir etwas machen wollen, und wir wissen nicht genau wie, obwohl wir vielleicht eine Vorstellung davon haben, was wir erreichen wollen.

Das vorhandene Wissen ist jedoch bereits in anderen oder ähnlichen Bereichen vorhanden, sonst kämen wir erst gar nicht auf die Idee, etwas anders zu machen.

Wissen besteht aus Verbindungen zu vielen anderen Bereichen, und daraus ergibt sich ein gesamtes Wissen.

Je mehr wir wissen, desto mehr erkennen wir, was wir nicht wissen.

Freuen wir uns über unsere Unwissenheit, denn das ist ein Zeichen von viel Wissen.

Es sind die Menschen, die glauben oder vorgeben, alles bereits zu wissen, die tatsächlich die meiste Unwissenheit haben.

Unser Wissen über unsere Unwissenheit ist somit ein Zeichen von Stärke, und auch von echtem Wissen.