Beschäftigungen besser verstehen

Eine Beschäftigung muss nicht immer mit der Arbeit oder einem Hobby zu tun haben, denn eine Beschäftigung ist in erster Linie Gegenstand unserer Gedanken; schließlich beschäftigen wir uns oft mehr mit unseren eigenen Gedanken als mit einer Tätigkeit selbst.

Eine Beschäftigung entsteht zunächst durch die Ausrichtung unserer Aufmerksamkeit.

Es ist unsere Aufmerksamkeit, die uns dazu bringt, beschäftigt zu sein oder aktiv zu werden.

Selbst während der Meditation bist du nicht wirklich untätig; vielmehr bist du dir deiner Gedanken bewusst und lenkst sie.

Es sind unsere Gedanken, die unsere Beschäftigungen leiten, und es sind somit auch unsere Gedanken, die wir zunächst wahrnehmen und verstehen müssen, wenn wir weniger oder anderweitig beschäftigt werden möchten.

Wir sind somit immer beschäftigt, die Frage ist nur, womit?

Verhalten von Menschen an Brückentagen beobachten

Es ist meist interessant zu beobachten, wie sich manche Menschen an einem darauffolgenden Freitag verhalten, wenn der Donnerstag davor ein Feiertag war, wie es diese Woche der Fall ist.

Wird noch wie üblich heute gearbeitet oder gibt es besondere Regelungen, die ebenfalls nur für heute gelten?

Was ist heute, an diesem Freitag, anders als an einem normalen Freitag, gerade weil heute ein besonderer Tag ist – nämlich der Tag nach einem Feiertag und der Tag vor dem Wochenende?

Und wenn man heute mit dem Auto unterwegs ist, dann ist die spürbare Reduzierung der Anzahl der Autos auf den Straßen ohnehin nicht verkehrt.

Besonders interessant ist aber zu beobachten, wie weit im Voraus die Menschen ein mögliches langes Wochenende planen und wie viel Mühe sie in die Vorbereitung stecken.

Wenn wir die Menschen im Allgemeinen besser verstehen wollen, kann die Beobachtung ihres Verhaltens an langen Wochenenden dazu beitragen, dieses Verständnis zu vertiefen.

Wir werden zwar nicht automatisch superschlau durch diese Erkenntnisse allein, aber im Zusammenhang mit vielen weiteren Beobachtungen von Menschen, kommen durch das Verhalten an Brückentagen noch weitere Puzzlestücke des menschlichen Verhaltens zusammen.

Es sind diese vertieften Erkenntnisse, die es uns ermöglichen, besser mit Menschen umzugehen, weil wir sie besser verstehen.

Die egoistische Aussage im Blog: „Aber dazu später mehr …“

Eine solche Aussage hat nichts mit dem Nutzen zu tun, den sie den Lesern eines Blogs bietet, sondern vielmehr mit dem Wunsch des Autors, die Leser länger an den Beitrag zu binden.

Gestern habe ich schon wieder einen längeren Blogbeitrag gelesen, in dem der Satz „Aber dazu später mehr …“ bereits dreimal vorkam, und zwar gleich zu Beginn des Beitrages.

Das ist nichts weiter als Eigenwerbung und dient einzig und allein dazu, die Leser länger bei der Stange zu halten – ganz im Interesse des Blogautors.

Dieser Ansatz lässt sich auch als „Cliffhanger“ bezeichnen, da das aufgeworfene Thema erst zu einem späteren Zeitpunkt behandelt wird.

Dieser Ansatz dient ausschließlich eigenen Interessen und lässt sich leicht vermeiden, indem man andere Methoden anwendet, beispielsweise indem man ein Inhaltsverzeichnis am Anfang des Blogbeitrags einfügt oder den Beitrag in mehrere Abschnitte unterteilt.

„Aber dazu später mehr …“ als eine Textpassage in einem Blogbeitrag zu schreiben, ist nicht mehr zeitgemäß, und wenn ich darüber nachdenke, ist eine solche Vorgehensweise niemals für die Leser sinnvoll gewesen.

Wenn Blogs mehr Nutzen bieten und sich gegen die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz besser behaupten wollen, dann müssen solche Praktiken komplett ausradiert werden.

Oder hast du jemals als KI-Antwort „Aber dazu später mehr …“ als Teil der Text-Antwort gelesen?

Komm zur Sache, sag, was du zu sagen hast, und halte dich aber kurz.

KI macht das bereits und das kommt bei den Menschen an.

Als Blogger müssen wir aus den technologischen Entwicklungen lernen, die wir uns selbst zuzuschreiben haben.

Bedingungslose Ehrlichkeit

Bedingungslose Ehrlichkeit ist eine Eigenschaft, die wir in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen oft erwarten und von anderen Menschen verlangen.

Das Verständnis des Konzepts der bedingungslosen Ehrlichkeit wird jedoch problematisch, wenn Umfang und Ausmaß dieser Ehrlichkeit variieren.

Wenn wir nicht „alles“ erzählen, sind wir dann trotzdem ehrlich?

Die meisten Menschen würden mir wahrscheinlich zustimmen, wenn ich sagen würde, dass es darauf ankommt, warum und aus welchem Grund etwas nicht gesagt wurde.

Bedingungslose Ehrlichkeit muss zwar nicht immer bedingungslose Offenheit oder bedingungslose Ausführlichkeit mit sich bringen, aber es ist das sogenannte Gesamtpaket der Ehrlichkeit, das für unsere zwischenmenschlichen Beziehungen zählt.

Das Gesamtpaket der Ehrlichkeit besteht auch darin, unsere eigenen Fehler, Unvollkommenheiten und Versäumnisse im Hinblick auf unsere Ehrlichkeit mit anderen Menschen in der Vergangenheit zu verzeihen und diese Versäumnisse bestmöglichst und ehrlich zu beseitigen.

Bedingungslose Ehrlichkeit ist kein Ziel, sondern ein Zustand, der ständig auf die Probe gestellt wird und verteidigt werden muss.

Die Mühe lohnt sich jedoch, denn wie können wir von anderen erwarten, dass sie diese Eigenschaften zeigen, wenn wir selbst nicht dazu bereit sind?

Echtes Interesse kommt von innen

Eine ganze Industrie ist darauf eingerichtet, unsere Interessen gewinnbringend für sich zu lenken.

Dabei wird davon ausgegangen, dass Interesse erst durch Aufmerksamkeit entstehen kann.

Und obwohl unsere Aufmerksamkeit unsere Gedanken lenken kann, ist es wie ein plötzliches Klingeln an der Haustür. Man hört das Klingeln und nimmt es zunächst wahr. Ob man die Tür dann tatsächlich öffnet oder es völlig ignoriert, ist jedoch eine ganz andere Sache.

Wenn kein Interesse vorhanden ist, die Haustür zu öffnen, wenn zum Beispiel gerade ein dringendes Fußballspiel im Fernsehen läuft oder eine hitzige Familendebatte gerade stattfindet, dann bleibt diese Haustür möglicherweise einfach weiterhin ungeöffnet.

Die eigenen Interessen liegen in diesem Moment woanders.

Inspiration mag zwar von außen kommen, aber unsere grundlegenden Interessen kommen immer von innen.

Sie sind ein Teil von uns und von unserer Persönlichkeit.

Je besser wir uns selbst und unsere Interessen kennen und verstehen, desto weniger Einfluss werden äußere Faktoren auf uns haben, und das gilt nicht nur für Haustüren.