Die praktische Philosophie

Die praktische Philosophie ist meine Bezeichnung für die Anwendbarkeit der Philosophie im Alltag.

Da die Philosophie grundsätzlich die Suche nach der Wahrheit ist, sind es die Erkenntnisse, die wir aus dieser Suche gewinnen, die den wahren Nutzen für den Alltag durch die Umsetzung in der Praxis darstellen.

Fragen wie „Wie lebe ich ein gutes Leben?“ oder „Wie kann ich am besten mit anderen Menschen vorteilhaft und respektvoll umgehen?“ sind grundsätzliche philosophische Fragen, die teilweise gesellschaftlich definiert und beantwortet werden.

Die Philosophie liefert jedoch keine Antworten an sich, sondern Erkenntnisse, aber sie kann die Richtung unseres Handelns im Alltag beeinflussen und mitbestimmen.

Der praktische Nutzen der Philosophie sind die Antworten, die wir auf uns selbst anwenden, die uns unterstützend befähigen, einen Nutzen daraus zu ziehen.

Daher ist die Suche nach der Wahrheit schon eine praktische Sache, wenn wir nach nützlichen und effektiven Erkenntnissen für unser Leben und für unser Handeln suchen und diese Erkenntnisse im Alltag umsetzen.

Die wahre Bedeutung der Aussage: Ja, ja, ja

Hast du alles verstanden?

Ja, ja, ja.

Das sind zwei „Ja“ zu viel, und genau das ist das Problem.

Ein Ja reicht vollkommen aus, um Verständnis zu signalisieren.

Mehr als nur „ja“ zu sagen, ist meist ein Zeichen von Ungeduld oder Langeweile und deutet darauf hin, dass man nun endlich weitermachen möchte, und das ist die wahre Bedeutung dieser Aussage.

Bei solchen Antworten sind die Gefahren für Missverständnisse jedoch wesentlich höher als sonst.

Bei der Kommunikation miteinander sind es oft die Kleinigkeiten, die für Missverständnisse sorgen.

Und die Antwort „Ja, ja, ja“ gehört zu den Antworten, die man mit Vorsicht hinnehmen sollte, wenn eine vernünftige und verständliche Kommunikation miteinander erreicht werden soll.

Und jetzt muss ich natürlich die Frage stellen:

Hast du alles verstanden?

Welche Antwort gibst du jetzt? 😉

Jede Orientierung ist eine Einschränkung

In unsicheren oder turbulenten Zeiten, wird umso mehr nach einer Orientierung gesucht.

Welche Politik ist die richtige? Welches Medikament hilft tatsächlich? Sogar eine Navigation im Auto benötigt eine Orientierung, um funktionieren zu können.

Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass wir Orientierung benötigen und warum wir danach suchen.

Was gelegentlich vergessen wird, ist die Tatsache, dass jede Orientierung eine Einschränkung mit sich bringt.

Eine Einschränkung an Optionen oder Auswahlmöglichkeiten.

Eine Einschränkung an Befugnisse oder Berechtigungen.

Und in allen Fällen, eine Einschränkung der eigenen Entscheidungsfreiheiten.

Durch eine Orientierung, übergeben wir ein gewisses Maß an Vertrauen an den Orientierungsgeber und verlassen uns darauf, dass die gelieferte Orientierung für uns hilfreich und zweckdienlich ist.

Wir dürfen uns daher nicht einfach damit abfinden, alle angebotenen Orientierungen, die uns heute präsentiert werden, zu akzeptieren, ohne sie zu hinterfragen oder einer kritischen Prüfung zu unterziehen.

Das Hinterfragen und kritische Prüfen einer Reihe von Orientierungen kostet jedoch Zeit und Energie, und daher ist es viel einfacher, unkomplizierter und bequemer, sich einfach an die vorgegebenen Orientierungen zu halten.

In schwierigen Zeiten sollte man die Suche nach einer Orientierung im Leben niemals einfach hinnehmen, ohne sie zu hinterfragen oder kritisch zu prüfen, nur weil einem die Zeit oder die Energie dazu fehlt.

Wir haben alle die Zeit und die Energie dafür, nur manchmal vergessen wir es.

Beschäftigung durch Aufschieben

Eine bekannte Vorgehensweise, um über eine längere Zeit, beschäftigt zu sein, ist es, die jeweilige Tätigkeit oder Beschäftigung einfach hinauszuschieben.

Wenn der Arbeitstag um 17 Uhr endet, ist die Arbeit oft so organisiert, dass man pünktlich um 17 Uhr fertig ist und bis zu diesem Zeitpunkt die ganze Zeit über beschäftigt war.

Ich möchte hier ganz sicher keine Anschuldigungen erheben oder andere kritisieren; ich möchte lediglich einen Blick auf die Gründe werfen, warum viele Menschen Dinge aufschieben, denn meistens hat das überhaupt nichts mit der Arbeit oder ihrem Beruf zu tun.

Es ist die Angst, nichts zu tun zu haben, die zum Aufschieben führt.

Besser einer langweiligen Beschäftigung nachzugehen, als gelangweilt zu sein oder nichts zu tun zu haben.

Zudem misst unsere Gesellschaft „fleißigen“ und „ständig beschäftigten“ Menschen im Allgemeinen ein höheres Maß an Anerkennung bei als anderen.

Das sind nur einige Gründe, warum Menschen Dinge aufschieben, und obwohl es noch viele andere Gründe gibt, ist der Hauptgrund doch ihre eigene Angst davor, nichts zu tun zu haben.

Man kann das Aufschieben einer Aufgabe auch als künstliche Verschiebung bezeichnen. In solchen Fällen ist es immer entscheidend, sich bewusst zu machen, warum die Aufgabe aufgeschoben wird.

Weil du bis 17 Uhr so tun willst, als wärst du ununterbrochen beschäftigt, oder weil du Angst davor hast, nichts zu tun zu haben?

Es mag sich auch um eine Kombination aus vielen Faktoren und Gründen handeln, doch ein Grund sticht immer besonders hervor und ist die Hauptursache für das Aufschieben.

Je besser wir diesen Grund verstehen, desto besser können wir unser eigenes Verhalten und das anderer verstehen.

Überraschungen und Erwartungen

Eine Überraschung ist daher eine Überraschung, weil sie über unsere Erwartungen hinausgeht.

Diese Sichtweise auf die Bedeutungen und Auswirkungen von Überraschungen kann uns helfen, unsere Reaktionen darauf besser zu verstehen.

Eine Überraschung ist nicht nur ein unerwartetes Ereignis, sondern eine weitere Erfahrung, die über unsere Erwartungen hinausgeht.

Es gibt Unterschiede in unserer Wahrnehmung, unserem Verständnis und unserer Akzeptanz dessen, wie wir eine Überraschung bewerten, wenn wir sie als Erweiterung unserer Erfahrungen betrachten und nicht einfach als eine Überraschung, bei der wir nicht verstehen, warum wir überrascht waren.