Wenn etwas Altes auch etwas Neues ist

Es ist gar nicht so lange her — das Ende der Schallplatten wurde prophezeit. Die Musikstücke wurden digitalisiert und angeblich dadurch verbessert.

Inzwischen erleben Schallplatten so etwas wie eine Art Renaissance. Die Qualität wurde erneut entdeckt. Die Schallplatten klingen einfach anders. Irgendwie besser. Voller.

Das gleiche Phänomen kann man bei Bekleidung beobachten. Was heute angesagt ist, kann morgen schon altmodisch sein. Nach paar Jahren werden jedoch oft neue Modelle vorgeführt, die doch an Modelle aus der Vergangenheit erinnern.

Wir empfinden Altes oft als Neues, wenn es eine unerwartete Neuerscheinung gibt. Der Überraschungseffekt ist entscheidend für die Wirkung. Solche Empfindungen sind begründet und psychologisch erforscht.

Um es ein wenig anders zu erklären, stell dir mal vor, du hörst plötzlich und unerwartet dein Lieblingslied im Radio. Dein Verhalten wird wahrscheinlich anders sein als wenn du eine CD mit deinem Lieblingslied absichtlich abspielen würdest.

Etwas Neues ist häufig nur etwas Abwechselndes, aber nicht zwangsläufig und unbedingt immer neu.

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