Montagsfrage 28

Jeden Montag wird eine neue Frage gestellt, die dazu genutzt werden kann, die graue Masse zwischen den Ohren anzuregen und die Woche gedanklich aktiv zu beginnen.

Die heutige Montagsfrage lautet:

Ohne hinzuschauen, wie viele Schlüssel hast du an deinem Schlüsselbund und wofür sind sie?

Je genauer du diese Frage beantworten kannst, umso besser.

Wir schleppen Schlüsselbunde jahrelang mit uns mit. Sie sind unser ständiger Begleiter und daher nehmen wir sie als selbstverständlich hin. In meinen Seminaren und Trainings wird diese Übung oft gemacht, um unser Bewusstsein über uns und unsere Umgebung ein wenig zu sensibilisieren und verstärken.

P.S. Es überrascht vielleicht zu erfahren, wie viele Menschen diese Frage nicht korrekt beantworten können und eine falsche Zahl von Schlüsseln angeben oder zum Teil nicht wissen, wofür ein Schlüssel ist. Die Antwort lautet 6 von 10 Menschen. Wie sieht es bei dir aus?

Das Problem mit Apps liegt nicht immer an den Apps

Nur für den Fall, dass es Leser gibt, die nicht wissen, was Apps sind, das sind diese Programme, die du auf deinem Smartphone, PC oder Mac finden kannst. Einige Apps sind vorinstalliert und es gibt sogenannte App-Stores, wo du weitere Apps kaufen und installieren kannst.

Das Wort „App“ ist eigentlich die Abkürzung für das englische Wort „application“, also Anwendung oder Programm und darum geht es jetzt.

Ein bekannter Entwickler hat verschiedene Apps entwickelt und sie kamen hervorragend bei den Menschen an, denn sie waren werbefrei und einfach zu bedienen. Die Apps waren kostenlos, es gab jedoch jeweilige Pro-Versionen, die kostenpflichtig waren. Der Betrag der Pro-Versionen war zwar wirklich nicht hoch, aber kostenpflichtig ist kostenpflichtig.

Dieser Entwickler hat dann nach Jahren sein Geschäftsmodell geändert und die kostenlosen Apps plötzlich in „Testversionen“ umgewandelt. Nach zwei Wochen Zeit, bist du jetzt gezwungen, die Pro-Version zu kaufen. Noch erschwerend dazu kommt die Tatsache, dass du die kostenlose App auch nicht mehr benutzen kannst.

Die Empörung unter allen Anwendern und Benutzern war groß und es gibt momentan eine regelrechte Abwanderung der Benutzer zu anderen Apps. Man kann diese Abwanderung sogar als Exodus bezeichnen.

Das Interessante ist, dass der Entwickler seine Begründung für diese Entscheidung schon in seinem Blog bekannt gegeben hat.

Aber diese Erklärung kamen bei den Nutzern der Apps nicht an und viele haben nicht mal gewusst, dass es eine Änderung gibt oder dass die kostenlosen Apps nun Probeapps waren.

Und daran liegt der Fehler. Die Änderung der Geschäftspolitik wurde nicht erfolgreich übermittelt und überzeugend dargestellt. Zusätzlich standen viele Menschen plötzlich da, mit einer App, die einfach nicht mehr funktionierte.

Erst der Mensch, dann die Technik und nur in dieser Reihenfolge. Viele Entwickler, besonders in der Open-Source Szene, schieben die Technik an erster Stelle und dann der Mensch. Und sie wundern sich noch bis heute, warum sie so wenig Erfolg mit ihren teilweise auch wirklich hervorragenden Apps haben.

Erst der Mensch und dann die Technik. Immer.

Ist es dringend oder eilig?

Es gibt Dinge, die sich nicht aufschieben lassen. Entscheidend ist, dass wir diese unterschiedlichen Dinge zutreffend bewerten.

Eiligkeit ist bekanntlich nicht immer mit Dringlichkeit in Verbindung zu bringen, denn sie unterscheiden sich in unseren individuellen Wahrnehmungen und Erwartungen. Es kann jedoch Dinge geben, die sowohl eilig als auch dringend sind.

Wer es eilig hat, möchte in der Regel etwas so schnell wie möglich erledigen. Was dagegen dringend ist, hat meistens eine zeitliche Zielsetzung, unabhängig davon, ob wir es auch eilig haben oder nicht.

So ist es mit diesem Blogbeitrag. Ich schreibe täglich und versuche diese Beiträge auch täglich zeitlich zu veröffentlichen, meistens vor 12 Uhr morgens, lieber aber spätestens um 9 Uhr. Heute habe ich es einfach nicht geschafft, denn es waren zu viele weiteren Verpflichtungen, die mich aufgehalten haben.

Da ich heute etwas später dran bin, hatte ich es eilig gehabt. Diese Eiligkeit war meine eigene Vorstellung, Blogbeiträge vor 9 Uhr zu veröffentlichen. Ich habe dieses Ziel dieses Mal leider nicht geschafft, denn ich bin 6 Stunden zu spät, was für mich persönlich, nicht ganz akzeptabel ist.

Dringend dagegen wäre dieser Blogbeitrag geworden, wenn es spät abends wäre, denn wenn ich heute gar keinen Blogbeitrag geschrieben hätte, dann wäre ich extrem enttäuscht. Diese Dringlichkeit hat auch hier einer zeitlichen Komponente und hat mit einer Eiligkeit nichts zu tun.

Die Fähigkeit zu unterscheiden zwischen dringend und eilig ist ein wesentlicher Bestandteil für den Umgang miteinander. Ob es um eine Verabredung mit Freunden ist, oder das Putzen des Autos. Wenn wir zwischen diesen zwei Begriffen unterscheiden können, dann haben wir die besten Voraussetzungen, unsere Ziele zu erreichen.

Wie bei diesem Blogbeitrag.

Schneller beim Arzttermin drankommen

Die meisten von uns kennen diese Räumlichkeiten bereits — das Wartezimmer der Arztpraxis. Manche Wartezimmer sind unterhaltsam und haben vielleicht einen Fernseher eingeschaltet oder halbwegs aktuelle Zeitungen und Zeitschriften zum Lesen parat, aber nicht alle.

Trotzdem verbringen nur die wenigsten Menschen übermäßig viel Zeit in solchen Wartezimmern und möchten so schnell wie möglich den Grund des Besuches erledigen — den Arzt oder die Ärztin sehen.

Wenn du schon einen Termin hast, dann sind wir meistens umso ungeduldiger, wenn es länger dauert als geplant oder wenn wir nicht gleich wie vorgesehen drankommen. Natürlich kann immer etwas dazwischenkommen, aber oft liegt eine übermäßige Wartezeit eher an der Planung der Arztpraxis selbst. Denn auch Arztpraxen müssen wirtschaftlich arbeiten und so viele Patienten wie möglich behandeln und betreuen.

Und in solchen Fällen kannst du tatsächlich ein wenig beeinflussen, wie schnell du drankommst. Der Schlüssel liegt an deinem Verhalten zu der Dame oder zu dem Herrn am Empfang, wenn du dich anmeldest.

Aufzulisten, welche Verhaltensarten vorteilhaft sind und wie diese anzuwenden sind, wurde die Rahmen dieses Beitrages um ein Vielfaches überspringen. Daher die Zusammenfassung.

Freundlichkeit und Bestimmtheit.

Es schadet fast nie, einen kleinen Witz bei der Anmeldung zu machen, auch wenn du gerade ein wenig unter Schmerzen leidest. Wenn ein Witz dir nicht liegt oder dir nicht danach ist, dann ist eine ehrliche und nicht vorgespielte Freundlichkeit nicht zu unterschätzen.

Anschließend kann eine gewisse Bestimmtheit in Form der Selbstverständlichkeit eines pünktlichen Termins zum Ausdruck gebracht werden und das ist oft schwieriger zu bewältigen, aber nicht unmöglich. Wenn du wieder zur Arbeit musst und den Termin nur kurz wahrnehmen kannst, dann signalisiere dies der Dame oder dem Herrn am Empfang. Auch wenn du einfach eine andere Verabredung hast, teile diese Tatsache dem Empfang mit.

Wenn deine Freundlichkeit bereits angekommen ist, dann kann eine korrekte, ehrliche und nicht übertriebene Bestimmtheit die Wahrnehmung deines Termins oft erheblich nach vorn rücken.

Ja, es funktioniert tatsächlich immer wieder. Eine Garantie gibt es natürlich nicht und es gibt zahlreiche gute Gründe, weshalb Termine nicht pünktlich wahrgenommen werden können. Aber beeinflussen können wir nur unser Verhalten und wenn das Verhalten dazu betragen kann, schneller dranzukommen, dann warum sollen wir darauf verzichten?

Die Ursache von Fehlern, die sich wiederholen

Wir alle machen Fehler, aber richtig irritierend wird es erst, wenn wir den gleichen Fehler immer wieder machen. Aber wie kann das sein, dass wir den gleichen Fehler immer wieder machen? Haben wir einfach nichts dazu gelernt?

Vielfach liegen die Wiederholungen darin begründet, dass wir die Symptome bekämpfen und nicht die Ursachen. Es lohnt sich definitiv, einen Schritt zurückzunehmen, wenn wir uns erwischen, einen bekannten Fehler wiederholt zu machen.

Nicht WAS wir gemacht haben, ist hier entscheidend, sondern WOZU wir das gemacht haben. Schon gemerkt, dass die Frage nach dem WARUM oder WIESO nicht gestellt wird? Das ist Absicht, denn diese Fragen dienen nicht der Ursachenbekämpfung von wiederholten Fehlern.

Nochmals, die Frage nach dem WOZU ist entscheidend. Was war unsere Absicht, bevor wir diesen Fehler gemacht haben? Was wollten wir erreichen?

Die Frage nach dem WIESO ist eine Frage in die Vergangenheit und versucht eine Handlung oder Entscheidung zu begründen, die wir aber bereits getroffen haben.

Die Frage nach dem WOZU dagegen ist eine Frage in die Gegenwart und Zukunft und begründet, was wir eigentlich erreichen oder erzielen wollten. Erst dann, wenn wir die Frage nach dem WOZU geklärt haben, dann brauchen wir uns später nicht zu fragen, wieso wir diesen gleichen Fehler wiederholt gemacht haben.