Deine Heimat im Netz

Bereits in der Vergangenheit habe ich über die, aus meiner Sicht, Notwendigkeit berichtet, eine einzige und vor allem eigene Heimat im Netz zu haben, anstatt sich zu zerstreuen und auf verschiedenen Plattformen zu sein.

Gestern habe ich schon wieder einen Blogbeitrag eines bekannten Buchautors aus den USA gelesen, der darüber berichtet hat, wie schwierig es geworden ist, auf vielen Plattformen gleichzeitig zu sein.

Denn die Plattformen würden die Bedingungen für Blogbeiträge dauerhaft ändern und es Autoren und Blogbetreibern erschweren, produktiv zu sein.

Ach was. Das Ganze kommt mir irgendwie bekannt vor …

Leider versteht er kein Deutsch und konnte daher meine Anregungen für diese bekannte Problematik nicht lesen.

Daher habe ich wiederholt angefangen zu grübeln.

Soll ich meine Blogbeiträge auch in verschiedenen Sprachen verfassen, damit ich mehr Menschen erreichen kann? Ganz ehrlich betrachtet ist Englisch für die Lese-Reichweite ohnehin wesentlich lukrativer, als Deutsch es je sein wird. Mehr Leser, mehr Bekanntheit, mehr Umsatz, mehr, mehr, mehr?

Da habe ich mich wieder ertappt in der Mehr-mehr-mehr-Falle.

Mehr zu haben, hat immer einen gewissen Reiz, aber es ist die Reizüberflutung, die so schädlich auf uns wirkt und von dem ablenkt, was wir eigentlich wollten – kontrolliert mehr, aber nicht ungebremst und unkontrolliert mehr.

Es ist die Selbstbestimmung, die einen echten Mehrwert bietet, und nicht das Mehr an sich.

Und die Selbstbestimmung beginnt mit der eigenen Heimat im Netz, und sie ist nicht verteilt oder kopiert, um angebliche Reichweite zu erzielen.