Was „Ich kenne meine Rechte“ eigentlich bedeutet

Ich führte gestern ein Bewerbungsgespräch mit einem jungen Mann im Auftrag eines Unternehmens.

Ich habe seine Bewerbungsunterlagen, die auf Papier geschrieben waren, eingescannt und digitalisiert, und ihm dann zurückgegeben.

Daraufhin habe ich bemerkt, dass ich die Unterlagen nur so lange aufbewahren werde, bis das Bewerbungsverfahren abgeschlossen ist. Danach werden die digitalen Unterlagen automatisch vernichtet.

Dann sagte er: „Ja, ich kenne meine Rechte.“

Das machte mich neugierig, denn eine solche Aussage zu machen, insbesondere während einer Bewerbung, ist für mich etwas Ungewöhnliches.

Ich hatte nachgefragt, genau welche Rechte er dann meinte.

„Ja, ja, wegen Datenschutz und so“, lautete seine Antwort.

Ich stellte keine weiteren Fragen, denn mir war nun klar, worauf das hinauslaufen würde und was er mit seiner Aussage „Ich kenne meine Rechte“ tatsächlich meinte.

Solche Aussagen sind, zumindest meiner Erfahrung nach, fast immer nur eine Schutzbehauptung.

Der Mensch möchte mit einer solchen Aussage oft signalisieren, dass er eine gewisse menschliche Gleichberechtigung erwarte und bereit sei, diese zu verteidigen.

In anderen Worten — der Mensch will damit sagen, dass er nicht veräppelt werden möchte.

Denn in fast allen Situationen ist es nicht notwendig, eine solche Aussage zu machen, denn entweder kennt man tatsächlich seine Rechte in einem bestimmten Sachverhalt, oder eben nicht. Rechte selbst ändern sich nicht, unabhängig davon, ob einem diese bekannt sind oder nicht.

Übrigens: Der Mann wurde eingestellt. Ob er wirklich seine Rechte kennt, wird sich mit der Zeit zeigen.

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