Geburtstag mal anders

Heute bin ich 60 geworden, und viele Leute haben mich gefragt, was ich zu meinem 60. Geburtstag machen werde.

Meine Antwort war dieses Jahr immer dieselbe:

„Ich haue ab.“

Die Leute müssen fast immer laut lachen, weil meine Art, das zu sagen, deutlich machte, was ich damit meinte – nämlich, dass ich mir dieses Jahr einfach eine Auszeit gönnen wollte, nur die Wortwahl war meistens sehr witzig.

Einfach eine Pause machen.

Natürlich werde ich mich später mit der ganzen Familie zusammensetzen, um gemeinsam zu essen und zu trinken, aber nicht heute.

Und obwohl ich schon lange vorher darüber nachgedacht hatte, ob ich diesen besonderen Geburtstag mit vielen Freunden feiern und eine große Party schmeißen sollte – und ich war wirklich nicht gegen diese Idee –, wurde mir letztlich klar, dass ich dieses Mal einfach nur etwas Ruhe und Frieden brauchte.

Und eine tolle Möglichkeit, dem Alltagsstress zu entfliehen, ist es, einfach mal für eine Weile abzuhauen.

Kein Zwang eine Geburtstagsfeier zu machen. Keine Verpflichtungen. Kein Stress.

Wie herrlich.

Da ich dieses Mal weder feiern noch Stress haben wollte, habe ich etwas ganz anderes unternommen – nur mit meiner Frau:

Kurz vor Mitternacht machten wir einen Spaziergang im Wald in der Nähe unseres Hauses.

Entlang des Waldweges steht eine Bank, und meine Frau und ich setzten uns darauf und blickten in den sternenreichen und glasklaren Himmel, ohne ein Wort zu sagen.

Pünktlich um Mitternacht sagte meine Frau zu mir: „Alles Gute zum Geburtstag, Schatz“, und sang mir ein kurzes Geburtstagslied vor.

Romantischer und entspannender geht es wirklich kaum.

Mit meiner Frau in völliger Dunkelheit unter dem Sternenhimmel auf einer Bank zu sitzen, um Mitternacht meinen Geburtstag zu feiern, war für uns beide eine ganz neue Erfahrung.

Aber diese Erfahrung wird uns für den Rest unseres Lebens in Erinnerung bleiben.

Wer weiß, vielleicht schmeiße ich nächstes Jahr eine große Party und lade alle ein, aber mein diesjähriger Geburtstag war für mich einfach perfekt.

Auch wenn ich 60 geworden bin und nicht gefeiert habe.

Geburtstag mal anders.

Weniger Technikprovider beruhigt

Wir haben zu viel Technik in unserer digitalen Welt um uns herum, womit wir uns beschäftigen müssen.

Als Einzelunternehmer habe ich selbst:

  1. Zwei Webprovider für Internetauftritte (all-inkl.com und netcup.de)
  2. Zwei Provider für E-Mails (mailbox.org und posteo.de)
  3. Zwei Provider für verschlüsselte Cloud-Speicher (filen.io und luckycloud.de)
  4. Zwei Provider für Notizen (standardnotes.com und joplinapp.org/de/)

Und noch zahlreiche weitere Nischenanbieter für unterschiedliche Zwecke und Projekte.

Inzwischen versuche ich, weniger unterschiedliche Technikprovider benutzen zu müssen und die Anforderungen für unterschiedliche Zwecke zusammenzufassen.

Ich nenne diese Vorgehensweise die Technikkonsolidierung.

Jede Veränderung erfordert meist eine etwas längere Planung im Voraus, denn die Integration mit der eigenen Arbeitsweise wird oft als selbstverständlich betrachtet und daher merkt man oft nicht, wie abhängig (teilweise aus Gewohnheit) man tatsächlich von einem Anbieter ist — bis gewechselt wird.

Versuch und Irrtum gehören daher dazu, denn trotz der besten Planung können alle Eventualitäten niemals komplett ausgeschlossen werden.

Trotzdem lohnt es sich, wo es möglich ist, zu reduzieren und die Technik, wo möglich, bei den Providern zu kombinieren.

Müssen wir so viele unterschiedliche Anbieter für alle unterschiedlichen Zwecke immer haben, oder können mehrere Aufgaben doch mit einem (oder weniger) Anbieter erledigt werden?

Ich habe inzwischen bereits zwei Provider kündigen können, weil ich ähnliche Leistungen bei anderen Anbietern realisieren und somit kombinieren konnte.

Nichts gegen die Provider, die ich gekündigt habe, denn sie sind sehr sympathisch und leistungsfähig.

Doch in einer Welt voller Stress brauchen wir manchmal einfach ein bisschen Ruhe.

Und weniger Provider zu haben, trägt zu mehr Ruhe bei.

Weniger ist oft mehr – auch in einem Blog

Eine Faustregel für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen lautet, dass diese zunächst vollständig verfasst und anschließend etwa 50 % des Textes gestrichen oder umformuliert werden sollten.

Das Ziel ist es, das Wesentliche beizubehalten und gleichzeitig unnötige Länge zu vermeiden.

Bei vielen Blogs ist es nicht anders.

Ein Blog spiegelt die Persönlichkeit des Autors wider.

Wenn der Autor jedoch dazu neigt, manchmal etwas zu viel zu reden (wie ich es selbst gelegentlich tue), ist das in Blogbeiträgen meist nicht besonders sinnvoll, da zu viel Text die Botschaft des Beitrags einfach verwässert.

Botschaften, Blogbeiträge und auch Presseberichte müssen kurz und zusammenfassend geschrieben werden, damit sie gelesen und auch zeitnah verstanden werden können.

Nur wenn es notwendig ist, sollte man zusätzliche Quellen für die weiterführende Lektüre vorschlagen; in vielen Fällen kann dies auch hilfreich und nützlich sein, aber oft auch nicht.

KI macht das schon seit langer Zeit – Blogbeiträge zusammenfassen und präsentieren –, und das kommt bei vielen Menschen gut an, denn genau das ist es, was sie wollen: einfache, zeitnahe Antworten auf einfache Fragen.

Bevor du als Blogger etwas veröffentlichst, wende bitte die 50-Prozent-Faustregel an und prüfe, ob wirklich alles genau so veröffentlicht werden muss, wie es ist, um deine Botschaft zu vermitteln, oder ob du stellenweise etwas kürzen könntest.

Wenn du das nicht tust, wird es die KI tun, und die Leser werden weniger Gründe haben, deinen Blog zu besuchen.

Alles ist möglich, aber nichts ist verpflichtend, und diese Vorschläge sollen lediglich dazu dienen, dich ein wenig dazu anzuregen, über deine eigenen Schreibgewohnheiten nachzudenken, denn die Zeiten ändern sich schneller, als viele Leute denken.

Unendliche Erfahrungsberichte in Internetforen

Es gibt drei Dinge, die möglicherweise tatsächlich unendlich sind:

  1. Das Universum
  2. Die menschliche Dummheit
  3. Erfahrungsberichte in Internetforen

Über das Universum und die menschliche Dummheit wurde bereits genug berichtet, nur die Internetforen wurden bisher nicht vollständig untersucht.

Internetforen erinnern mich an das alte Sprichwort: Bei zwei Juristen hat man immer drei Meinungen zur Auswahl und bei den Erfahrungsberichten ist die Auswahl oft endlos.

Erfahrungsberichte dienen dem Wissenstransfer von Erfahrungen und beziehen sich stets auf die eigenen, subjektiven und fallbezogenen Erlebnisse eines bestimmten Zeitpunktes oder Zeitraumes.

Das Problem mit den Erfahrungsberichten in Internetforen ist die Tatsache, dass zahlreiche Menschen bereits Erfahrungen zum jeweiligen behandelten Thema gemacht haben, sonst würden sie nicht darüber berichten können.

Die Erfahrungen fallen somit meistens unterschiedlich aus und das sorgt für Verwirrung.

Welche Erfahrung hilft mir wirklich in meinem konkreten Fall?

Diese Frage kann man in der Regel fast nie aus Erfahrungsberichten beantworten.

Noch erschwerend dazu kommen die anschließenden Diskussionen in den Foren über die Erfahrungen, die ebenfalls zu der Unendlichkeit beitragen.

Internetforen können zwar helfen, eigene Ideen zu entwickeln oder über weitere Vorgehensweisen nachzudenken, aber damit sie tatsächlich hilfreich sind, müssen sich die Erfahrungsberichte auf das Wesentliche beschränken.

Weniger ist meist mehr, und diese Aussage trifft insbesondere in den meisten Internetforen zu.

Und sobald wir über hilfreiche und effektive Internetforen verfügen, können wir unsere Aufmerksamkeit wieder den verbleibenden Themen zuwenden: dem Universum und der menschlichen Dummheit, aber lieber nicht in einem Internetforum.

Etwas sagen oder nicht

Nur weil wir etwas zu sagen haben, heißt das noch lange nicht, dass wir es auch sagen müssen.

Leichter gesagt als getan.

Wenn wir uns entscheiden wollen, ob wir etwas sagen sollen oder nicht, ist es hilfreich, uns vorher diese Frage zu stellen:

Wer sollte davon profitieren?

Derjenige, der spricht, oder derjenige, der zuhören soll?

Wenn man diese Frage stellt, bevor überhaupt etwas gesagt wird, lassen sich viele unnötige Diskussionen vermeiden.