Die variable Unternehmensdarstellung

Du selbst präsentierst dein eigenes Unternehmensimage, aber die Wahrnehmung deiner eigenen Kunden weicht in der Regel von der Selbstdarstellung des Unternehmens ab.

Interessant wird es, wenn das Unternehmen sich unterschiedlich darstellt.

Die Nachricht kam von einem Unternehmen, das Scanner-Software herstellt und vertreibt.

Zunächst ging es um die eigene Darstellung hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Unternehmens und warum du dieses Unternehmen vertrauen kannst.

„Wir haben einen sehr großen Kundenstamm, und prozentual gesehen erhalten wir nur sehr wenige Problemmeldungen.“

Nur paar Zeilen weiter, bat das Unternehmen auf Bewertungen im Netz.

„Wenn du ein Facebook- oder Trustpilot-Benutzer bist, füge bitte weiterhin Bewertungen für uns hinzu. Als kleines Unternehmen hilft uns das sehr.“

Es ist ein kleines Unternehmen, wenn um Bewertungen gebeten wird. Aber wenn es um Vertrauen, um das Unternehmen geht, dann haben sie einen „sehr großen“ Kundenstamm.

Die verschiedenen Darstellungen mögen richtig sein, aber sie sind in dieser Präsentation nicht kohärent. Die Wortwahl ist verbesserungsbedürftig.

Ein stimmiges Erscheinungsbild und die Wahrnehmung eines Unternehmens sind entscheidend für eine langfristige Kundenbindung. Dieses Image muss aber zunächst vom Unternehmen kommen, dann wird es auch beim Kunden stimmen.

Wenn das Schlimmste zuerst kommt

Normalerweise sind wir froh, wenn das Schlimmste zuerst eintritt, denn dann kann es nur noch besser werden. Zumindest theoretisch. Dennoch kann uns dieser Gedanke ein wenig Optimismus und Zuversicht geben.

Es lohnt sich jedoch immer, das Schlimmste im Voraus zu definieren oder zumindest eine Vorstellung davon zu haben, und hier scheitern die meisten Menschen. Nicht umsonst sagt man, dass es gerade dann, wenn man denkt, es kann nicht mehr schlimmer kommen, sofort schlimmer wird. Das Schlimmste wurde nicht vorher definiert oder vorgestellt.

Es ist genauso wichtig, das Schlimmste im Voraus so gut wie möglich zu definieren, wie es auch wichtig ist, einen Plan B für ein Projekt zu haben.

„Was ist das Schlimmste, was passieren kann?“ ist eine der aufschlussreichsten Fragen, die man sich bei der Lösung eines Problems stellen kann. Danach kann es tatsächlich nur noch besser werden, denn das Schlimmste wurde bereits definiert.

Warnen vor vielen Warnungen

Deutschland ist ein Land der Warnungen, insbesondere wenn es um das Wetter geht. Warnungen an sich können extrem hilfreich und sogar teilweise notwendig sein, damit wir nicht zu Schaden kommen. Andere Warnungen hingegen können überflüssig sein und uns nicht betreffen.

Das allgemeine Problem mit Warnungen ist deren Häufigkeit. Zu viele Warnungen dämpfen unsere Empfindung für sie und beeinträchtigen unser Wahrnehmungsvermögen. Wir nehmen die Warnungen nicht mehr wahr oder zumindest nicht mehr als Warnung, sondern als Hinweis.

Eine Lösung ist eine gezielte Unterscheidung zwischen einer Warnung und einem Hinweis.

Einfach eine Wetterwarnung ausgeben? Nein.

Ein Hinweis auf ein bevorstehendes Unwetter in Verbindung mit einer Warnung vor extremem Glatteis ist viel besser geeignet, um die bestmöglichen Entscheidungen für das weitere Verhalten zu treffen.

Was wir heutzutage aber erleben, sind die vielen Wiederholungen von Warnungen. Da wir bereits von der Informationsüberflutung abgestumpft sind, müssen diese Mitteilungen mehrfach wiederholt werden, damit sie überhaupt wahrgenommen werden.

Warnungen können notwendig, nützlich und dienlich sein, wenn wir es nicht mit der Häufigkeit übertreiben.

Kreativität nicht bewerten

Kreativität ist unerlässlich, um sowohl gesellschaftlich als auch persönlich voranzukommen. Nur durch Kreativität sind wir in der Lage, neue Lösungen für zahlreiche Probleme zu finden.

Daher sollte niemals die Kreativität an sich bewertet werden, sondern nur die Umsetzung neuer Ideen, die sich aus dieser Kreativität ergeben.

Wenn das nächste Mal jemand eine neue Idee oder einen neuen Vorschlag hat, bewerte nicht die Idee oder den Vorschlag, sondern die mögliche Umsetzung dieser Idee oder dieses Vorschlags.

Wenn die Kreativität gleich zu Beginn bewertet wird, dann werden wir in Zukunft bei der Ideenfindung vorsichtiger sein und das wäre einfach schade.

Bewerte lieber, welche Auswirkungen Ideen haben könnten, wenn sie umgesetzt werden, aber niemals die Idee selbst. (Und ja, egal wie dumm eine Idee im Moment erscheinen mag, denn man weiß nie, wann sich diese dumme Idee als Goldgrube entpuppen könnte).

Ich, ich, ich

Der Newsletter kam von einer Buchautorin aus Österreich. Ich hatte diesen Newsletter abonniert, weil mir die Art und Weise, wie sie schreibt und auf ihrer Website kommuniziert, gefiel, auch wenn ich ihre Bücher nicht kannte.

Beim Lesen dieses Newsletters konnte ich einfach nicht glauben, wie unsympathisch der Newsletter war, zumindest meiner persönlichen Meinung nach.

Ich, ich, ich war überall zu lesen. Ich habe dies und das gemacht. Ich war hier und dort. Ich hatte diese Gedanken im Kopf. Ich, ich, ich.

Und ich konnte einfach nicht glauben, dass eine Autorin so etwas schreiben würde.

Wo war der Nutzen für den Leser? Wenn es um das Insiderwissen dieser Person geht, dann ist das für mich in Ordnung, aber das war nicht der Fall. Für mich war der Newsletter nichts weiter als Eigenwerbung und dafür sind soziale Medien besser geeignet als ein Newsletter.

Das Ergebnis? Ich, ich, ich habe mich abgemeldet.

Ich, ich, ich ist out. Du, du, du ist besser. Aber wir, wir, wir ist immer noch am besten.