Verständnis durch unterschiedliche Medien

Nicht alle Menschen lesen gerne Bücher und viele Menschen schauen sich lieber Videos an, anstatt die Anleitung für das Zusammenbauen eines Möbelstückes zu lesen. Andere Menschen können viel mehr mit Bildern anfangen als mit Videos. Und es gibt auch Menschen, die erst durch ein persönliches Gespräch ein tiefes Verständnis über einen Sachverhalt verinnerlichen können.

Dass die Menschen so unterschiedlich sind, wissen wir bereits. Dass unsere Methode, mit diesen Menschen erfolgreich zu kommunizieren, angepasst werden muss, um erfolgreich zu sein, vergessen wir oft.

Wenn du weißt, auch welchem „Kanal“ dein Gesprächspartner empfängt (Video, Text, Bild, 1:1), dann weißt du auch auf welchem Kanal du senden musst, damit dein Gesprächspartner dich tatsächlich versteht.

Die Macht der Spiegelung von anderen Menschen

Wir tendieren Menschen schneller zu mögen, wenn sie uns ähnlich sind. Ähnlichkeiten signalisieren und fördern Vertrautheit. Die Leute sind uns auf Anhieb einfach sympathisch.

Mit der zunehmenden Zeit tendieren wir ebenfalls, bestimmte Verhaltensarten von anderen Menschen ein wenig zu übernehmen. Das kann bewusst und auch unbewusst passieren. Redet eine Person leise, tendieren wir ebenfalls, leiser als vielleicht sonst zu reden. Auch die Art und Weise, wie wir unsere Hände bewegen oder wie wir uns sonst bewegen und verhalten, wird mit der Zeit zunehmend übernommen. Das gilt übrigens auch für die verwendete Sprache.

Da eine Spiegelung eine gewisse Vertrautheit hervorrufen kann, besonders am Anfang einer Beziehung, dann ist es umso wichtiger, dass diese Spiegelung weder übertrieben noch künstlich ist, wenn die Beziehung lange anhalten soll.

Kleinigkeiten haben eine große Wirkung. Wenn dein Gesprächspartner die Hand immer wieder hochhebt, warum auch immer, dann mache das in einem passenden Moment ebenfalls. Wird schneller als sonst gesprochen, versuche deine Redegeschwindigkeit ein wenig anzupassen. Verwende ein ähnliches Vokabular. Sind seine Hände auf dem Tisch, lege deine Hände ebenfalls auf dem Tisch.

Wer die Gesten, die Mimik und die Sprachweisen von anderen Menschen dezent, ehrlich und aufrichtig widerspiegelt, hat die besten Voraussetzungen geschaffen, eine langfristige Beziehung aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

Gefühl und Verstand bei Entscheidungen

Die meisten von uns werden behaupten, dass sie Entscheidungen mit dem Kopf treffen, denn wo dann sonst, mit dem Arsch? (Wobei es fallen mir gerade eine ganze Reihe voller Witze hierzu ein, wie Entscheidungen mit dem Arsch getroffen werden, aber das ist ein anderes Thema). 🙂

Selbstverständlich müssen Entscheidungen erst getroffen werden, sonst wären sie nicht Entscheidungen, sondern Verpflichtungen oder Zwänge. Entscheidungen werden daher tatsächlich im Kopf getroffen. Aber was kommt bei der Entscheidungsfindung zuerst vor, das Gefühl oder der Verstand? Und welche Prozesse laufen bei einer Entscheidungsfindung ab?

Ich kann die Erklärung verkürzen.

Entscheidungen werden zunächst mit den eigenen Gefühlen getroffen und erst später mit dem Verstand begründet und gerechtfertigt.

Das klingt vielleicht für einige Menschen ein wenig überraschend, aber wenn du ein wenig darüber überlegst, es sind immer die Entscheidungen, bei denen du ein gutes Gefühl hast, die sich am längsten bewahren. Auch nicht umsonst wird immer wieder gefragt, was dein Baugefühl dir sagt.

Das einzige Problem mit den Gefühlen ist, dass sie uns gelegentlich in die Irre führen können, wenn wir gerade krank, müde oder besonders belastet sind. Und genau deshalb wird die endgültige Entscheidung mit dem Kopf getroffen.

Die Gefühle sind das Gerüst für eine Entscheidung. Der Kopf ist das Dach. Wenn das Gerüst nicht stimmt, dann wird das Dach nicht lange halten und wird zusammenbrechen.

Montagsfrage 28

Jeden Montag wird eine neue Frage gestellt, die dazu genutzt werden kann, die graue Masse zwischen den Ohren anzuregen und die Woche gedanklich aktiv zu beginnen.

Die heutige Montagsfrage lautet:

Ohne hinzuschauen, wie viele Schlüssel hast du an deinem Schlüsselbund und wofür sind sie?

Je genauer du diese Frage beantworten kannst, umso besser.

Wir schleppen Schlüsselbunde jahrelang mit uns mit. Sie sind unser ständiger Begleiter und daher nehmen wir sie als selbstverständlich hin. In meinen Seminaren und Trainings wird diese Übung oft gemacht, um unser Bewusstsein über uns und unsere Umgebung ein wenig zu sensibilisieren und verstärken.

P.S. Es überrascht vielleicht zu erfahren, wie viele Menschen diese Frage nicht korrekt beantworten können und eine falsche Zahl von Schlüsseln angeben oder zum Teil nicht wissen, wofür ein Schlüssel ist. Die Antwort lautet 6 von 10 Menschen. Wie sieht es bei dir aus?

Das Problem mit Apps liegt nicht immer an den Apps

Nur für den Fall, dass es Leser gibt, die nicht wissen, was Apps sind, das sind diese Programme, die du auf deinem Smartphone, PC oder Mac finden kannst. Einige Apps sind vorinstalliert und es gibt sogenannte App-Stores, wo du weitere Apps kaufen und installieren kannst.

Das Wort „App“ ist eigentlich die Abkürzung für das englische Wort „application“, also Anwendung oder Programm und darum geht es jetzt.

Ein bekannter Entwickler hat verschiedene Apps entwickelt und sie kamen hervorragend bei den Menschen an, denn sie waren werbefrei und einfach zu bedienen. Die Apps waren kostenlos, es gab jedoch jeweilige Pro-Versionen, die kostenpflichtig waren. Der Betrag der Pro-Versionen war zwar wirklich nicht hoch, aber kostenpflichtig ist kostenpflichtig.

Dieser Entwickler hat dann nach Jahren sein Geschäftsmodell geändert und die kostenlosen Apps plötzlich in „Testversionen“ umgewandelt. Nach zwei Wochen Zeit, bist du jetzt gezwungen, die Pro-Version zu kaufen. Noch erschwerend dazu kommt die Tatsache, dass du die kostenlose App auch nicht mehr benutzen kannst.

Die Empörung unter allen Anwendern und Benutzern war groß und es gibt momentan eine regelrechte Abwanderung der Benutzer zu anderen Apps. Man kann diese Abwanderung sogar als Exodus bezeichnen.

Das Interessante ist, dass der Entwickler seine Begründung für diese Entscheidung schon in seinem Blog bekannt gegeben hat.

Aber diese Erklärung kamen bei den Nutzern der Apps nicht an und viele haben nicht mal gewusst, dass es eine Änderung gibt oder dass die kostenlosen Apps nun Probeapps waren.

Und daran liegt der Fehler. Die Änderung der Geschäftspolitik wurde nicht erfolgreich übermittelt und überzeugend dargestellt. Zusätzlich standen viele Menschen plötzlich da, mit einer App, die einfach nicht mehr funktionierte.

Erst der Mensch, dann die Technik und nur in dieser Reihenfolge. Viele Entwickler, besonders in der Open-Source Szene, schieben die Technik an erster Stelle und dann der Mensch. Und sie wundern sich noch bis heute, warum sie so wenig Erfolg mit ihren teilweise auch wirklich hervorragenden Apps haben.

Erst der Mensch und dann die Technik. Immer.