(M)eine Bedeutung von Weihnachten

Ob wir christlich orientiert sind oder nicht, gläubig oder nicht, in Stimmung oder nicht, hat Weihnachten Einfluss auf uns alle. Die Frage ist, welchen?

Wie wir Weihnachten betrachten, bewerten und zuordnen, hat meistens zunächst mit der Kultur zu tun, in der wir aufgewachsen sind. Was wir an Weihnachten machen, ebenfalls.

Wir messen Weihnachten, bewusst oder unbewusst, automatisch eine Bedeutung zu.

Mit der zunehmenden Zeit kann die eigene Bedeutung von Weihnachten sich ändern, sowohl zum Positiven als auch zum Negativen. Das sind die bekannten Weihnachtserfahrungen, die man im Laufe eines Lebens einsammelt.

Was bedeutet Weihnachten für dich? Eine Pflicht, glücklich zu sein, auch wenn man vielleicht im Moment nicht ist? Einkaufshorror mit Last-Minute-Einkaufen für Weihnachtsgeschenke? Die Geburt Christi? Freudige Feierlichkeiten mit Familie und Freunden?

Alle Antworten sind individuell und können sich mit der Zeit ändern.

Und genau diese Änderungen sind interessant und bemerkenswert. Meine eigene Bedeutung von Weihnachten hat sich oft geändert, daher glaube ich, ein wenig darüber zu wissen, worüber ich berichte, und werde hier nur zwei Beispiele von mir nennen.

Weihnachten 1990. Genau am 24. Dezember wurde ich als ehemaliger US-Soldat nach Saudi-Arabien versetzt, um an der Operation Desert Storm wegen der Befreiung Kuwaits mitzuwirken. Meine persönliche Bedeutung von Weihnachten dieses Jahr? Eher schlecht.

Weihnachten in diesem Jahr hat einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen, der aber die Bedeutung von Weihnachten für mich in den nächsten Jahren wichtiger und bedeutender machte. Ich hatte doch etwas mit der Familie und Freunden verpasst in diesem Jahr, und das sollte in den nächsten Jahren nachgeholt werden.

Weihnachten 1994. Genau am 24. Dezember wurde mein Sohn Stefan geboren.

Ein Weihnachtskind.

Noch unterschiedlicher konnten die Weihnachten 1990 und 1994 einfach nicht sein.

Mein Fazit?

Weihnachten bedeutet für mich Hoffnung.

Hoffnung, dass der Krieg bald endet. Hoffnung, dass es meinem Sohn gutgeht und er glücklich und zufrieden ist. Hoffnung, dass das eine oder andere besser oder zumindest anders wird?

Egal, ob wir gläubig sind oder nicht, Weihnachten symbolisiert für mich Hoffnung.

Und dafür gibt es immer Grund zum Feiern.

Also, in diesem Sinne: Frohe Weihnachten! 🙂

Wenn ein Unternehmensberater den Bleistift empfiehlt

In der heutigen Zeit wird fast alles digital gemacht und Unternehmen versprechen sich gewisse Wettbewerbsvorteile durch eine Digitalisierung. Schneller und günstiger soll alles werden, und gelegentlich gehen diese Wünsche sogar in Erfüllung, aber eine Garantie dafür gibt es nicht.

Und nicht alles, was digital ist, ist auch gleich schneller und günstiger.

Mit Notizen ist es ähnlich.

Es gab ein Meeting des Vorstands in einem mittelständischen Unternehmen, um die Ausblicke und Strategien für das neue Jahr festzulegen.

Es lagen Ideen, Vorschläge und Bewertungen in Papierform links und rechts auf einem großen runden Tisch. Der Wunsch war, den ganzen Papierkram zu digitalisieren, damit alles besser organisiert werden kann.

Ich selbst verwende Joplin für meine Notizen seit Jahren und der Vorstand wollte mehr davon wissen.

Anstatt diese App zu erklären, habe ich einen Bleistift aus meiner Mappe genommen und diesen weitergereicht, selbstverständlich mit Radiergummi.

Ohne ein Wort zu sprechen, hat der Vorstand die Geste verstanden. Der Bleistift war das beste Werkzeug für die Organisation und Bewertung der vorliegenden Papiere. Der Unternehmensberater in der digitalen Welt hat den Bleistift empfohlen.

Und er wurde tatsächlich benutzt und das Papiergramm wurde effektiv und verständlich organisiert.

Die Moral der Geschichte?

Diese Empfehlung konnte ich nur unterbreiten, weil ich das Unternehmen tiefgründig kannte. Eine Digitalisierung ist nicht immer die beste Lösung für alle Herausforderungen, und wer eine Empfehlung abgibt, ohne vorher eine Prüfung der Anwendbarkeit in einem bestimmten Fall gemacht zu haben, handelt meistens fahrlässig und ist einfach nicht vertrauenswürdig.

Wenn Presseberichte nur den eigenen Bedürfnissen befriedigen

Seit über 30 Jahren schreibe ich Presseberichte für unterschiedliche Firmen, Vereine und Institutionen. Die jeweiligen Erwartungen und Vorstellungen an Presseberichte konnten nicht unterschiedlicher sein, aber es gibt auch Gemeinsamkeiten.

Die grundsätzliche Frage bei einem Pressebericht ist, was der Mehrwert für den Leser ist, und hier werden die meisten Fehler gemacht.

Ein Beispiel aus der Praxis?

Gestern habe ich einen Bericht von einer politischen Partei in der lokalen Presse gelesen. Nein, nicht gelesen, nur überflogen, denn der Bericht war fast zwei Seiten lang und mehr als überfliegen konnte ich allein aus Zeitgründen nicht.

Der gesamte Bericht war letztlich nur ein Bericht über den Besuch eines Altenheims. Anstatt über den Mehrwert des Besuches für das Altenheim zu berichten, wurden die eigenen Personen in der Partei namentlich genannt, selbstverständlich mit Position in der Partei und beruflicher Tätigkeit. Es wurde über alles, was die Partei für Altenheime macht, berichtet, aber fast gar nichts über das Altenheim oder die Einwohner selbst.

Ein solcher Bericht gehört höchstens in eine Rundmail an die eigenen Mitglieder und nicht in die öffentliche Presse, denn der Bericht war am Ende nur Werbung für die eigene Partei im Mantel eines Presseberichtes.

Und so etwas kommt immer wieder vor und wird von vielen Unternehmen, Vereinen und politischen Parteien für die eigenen Bedürfnisse missbraucht.

Wir wundern uns, warum so wenig Menschen Vertrauen in den Nachrichten haben?

Mein Appell an die heutigen Pressesprecher in Deutschland:

Schreibt mit Mehrwert für den Leser. Wenn du nichts zu berichten hast, dann berichte nicht.

Wenn du einen Fehler siehst, aber nicht wahrnimmst

Tatort: Gestern hier im Blog.

Tatvorwurf: Zwei Rechtschreibfehler in einem sehr kurzen Text.

Erschwerende Umstände: Beide Fehler wurden zwar gesehen, aber einfach nicht wahrgenommen. Es erfolgte somit keine Korrektur. Erst später habe ich gedacht: „Sag mal, was hast du da eigentlich geschrieben?“ Aber es war zu spät, der Beitrag war bereits veröffentlicht.

Rechtschreibfehler zu machen, ist an sich nicht das eigentliche Problem, denn das ist menschlich und es gibt viele Möglichkeiten, Fehler zu korrigieren und zu beheben.

Das Problem war vielmehr, dass die Fehler doch gesehen wurden und ich sie trotzdem nicht verbesserte.

Wie kann das passieren?

Die Antwort war so ziemlich schnell gefunden: Ich war abgelenkt. Es liefen verschiedene und auch unterschiedliche Ereignisse gleichzeitig, die meine fokussierte Aufmerksamkeit getrübt haben.

Sind wir nicht alle ein wenig hier und dort mal abgelenkt?

Diese Ablenkung verursacht gelegentlich ebenfalls, dass wir uns anders verhalten, als wir es ursprünglich wollten, und wir nehmen unsere Umgebung durch eine Ablenkung ebenfalls verzerrt wahr.

Niemand ist auch komplett gegen Ablenkungen immun, denn wir sind doch alle nur Menschen.

Und das ist gut so.

Zu viele Warnungen führen zur Warnresistenz

In vielen Bundesländern ist heute eingetroffen, wovor gestern gewarnt wurde – Glatteis.

Schulen wurden teilweise den ganzen Tag komplett geschlossen oder der Unterricht wurde für später geplant.

Und trotzdem kamen bereits vor 9 Uhr heute Morgen die ersten Unfallmeldungen.

Wie kann das sein, wenn so ausführlich und wiederholt zuvor gewarnt wurde?

Selbstverständlich kann es immer ungünstige Situationen geben, die zu Unfällen führen können. Interessant ist aber die Tatsache, dass die überwiegende Mehrzahl der Unfälle auf Glatteis zurückzuführen ist, trotz Warnungen.

Glatteis in dieser Form ist schon außergewöhnlich und viele Autofahrer haben möglicherweise keine besondere Erfahrung damit. Das kann ein Grund für die Unfälle sein.

Auf der anderen Seite sind viele Menschen von den zahlreichen und gefühlt dauerhaften Warnungen in so vielen Bereichen einfach mental betäubt.

Vor lauter Warnungen sind wir heutzutage warnresistent geworden.

Das Problem fängt mit dem Wetterdienst an. Dort wird vor buchstäblich allem gewarnt. Zu viel Hitze, zu viel Kälte, extreme Luftfeuchtigkeit und extreme Trockenheit sind nur ein paar Beispiele der dauerhaften Warnungen, denen wir täglich ausgesetzt sind.

Dann gibt es die vielen Warnungen zu Corona, zum Krieg in der Ukraine und dann zum Thema Strom und Gas.

Viele von uns sind einfach müde von den ganzen Warnungen und nehmen ernste Warnungen nicht mehr zur Kenntnis wie früher.  Wir sind abgehärtet.

Eine Lösung liegt auf der Hand.

Aufhören, alles gleich als eine WARNUNG oder Warnhinweis zu deklarieren, und überlegen, wann eine wichtige Information eher als HINWEIS besser geeignet wäre.

Das Wort Hinweis ist in vielen Fällen besser geeignet für die jeweilige Meldung als Warnung.

Es ist leider ein Sprachgebrauch geworden, viele Dinge gleich als Warnung zu deklarieren, wenn ein Hinweis ausreichend wäre.

Wenn wir weniger Warnungen ausgesetzt sind, dann nehmen wir sie eher wahr, wenn sie doch ausgesprochen werden. Wir haben zu viele Warnungen heutzutage. Wir benötigen mehr Hinweise.

Der Unterschied kann vielfach für unser Verhalten im Alltag entscheidend sein.