Hallo Politiker, bitte schreibt normal

Heute ist der 1. Mai, der Tag der Arbeit, oder auch bekannt als der Streiktag der Arbeiterklasse. Einige Politiker nutzen diese Gelegenheit, um auf sich aufmerksam zu machen, indem sie etwas darüber schreiben und veröffentlichen. Natürlich darf die Selbstdarstellung nicht vernachlässigt werden.

Heute habe ich einen solchen Artikel eines Politikers in der Lokalzeitung gelesen.

Der Beitrag hat mich wirklich irritiert.

Es ging nicht darum, WAS geschrieben wurde, sondern WIE der Beitrag geschrieben wurde.

Der Inhalt war vollständig irrelevant, denn die Schreibweise, die Wortwahl und die elend langen Sätze, die von der Wortzahl her keine Sätze, sondern eher Absätze waren, lenkten völlig von der eigentlichen Botschaft ab.

Dabei war die Selbstdarstellung eher zu verkraften, als die Schreibweise.

Es geht auch nicht darum zu erwarten, dass die Politiker so schreiben, wie wir es gerne hätten, sondern dass Politiker freundlich und menschennahe schreiben. Solange sie das nicht tun, dann brauchen sie auch nicht zu wundern, warum so viele Menschen von der Politik enttäuscht ist und abwandert.

Die Politiker müssen lernen, für die Menschen zu schreiben, und dürfen nicht erwarten, dass die Menschen die Sprache der Politiker erst lernen müssen, um sie zu verstehen.

Wann ist dein Blog „gut genug“?

Die privaten amerikanischen Blogs sind uns weit voraus, wenn es darum geht, miteinander zu interagieren, ohne auf wirtschaftliche Aspekte und Rankings zu achten. In Deutschland ist es fast unvorstellbar, einen Blog zu betreiben, ohne dafür zu sorgen, dass er von möglichst vielen Menschen gelesen wird.

Diese Einstellung wurde uns von Wirtschaftsunternehmen verkauft und ist grundlegend falsch.

Falls du denkst, dass ich übertreibe, gib einfach den Begriff „Blogs in Deutschland“ bei einer Suchmaschine deiner Wahl ein.

Was kommt, sind solche Ergebnisse (hier sind meine eigenen Ergebnisse von heute):

  1. Die 40+ besten deutschen Blogs
  2. Die 10 besten Blogs Deutschlands
  3. 14 deutsche Blogs, deren Designs uns inspirieren
  4. Das sind Deutschlands erfolgreichste Bloggerinnen
  5. Top 100 Blogs

Ich habe nicht nach den besten, erfolgreichsten oder Top 100 Blogs gefragt, sondern lediglich nach Blogs in Deutschland. Es wird automatisch davon ausgegangen, dass nur eine bestimmte Kategorie dazugehört, nämlich die vermeintlich beste.

Diese Suchanfrage ist wirtschaftlich gesteuert worden und hat nichts mit Qualität, Relevanz oder Nutzen für andere Menschen zu tun. Die meisten Bewertungen zu den angeblich besten Blogs haben unterschiedliche und eigene Kriterien, um das Ranking festzustellen. Viele Kriterien erfordern sowohl ein signifikantes Engagement in den sozialen Medien als auch regelmäßige Blogbeiträge mit einer Mindestwortzahl, um in den Rankings weiter oben zu erscheinen.

So, wann ist dein Blog tatsächlich gut genug?

In dem Moment, in dem du deinen geschriebenen Text veröffentlichst und andere Menschen deine Botschaft lesen können.

Respekt, dass du dir die Mühe gemacht hast, deine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen aufzuschreiben, damit andere Menschen von deinen Erfahrungen lernen und profitieren können.

Dein Blog ist nicht nur gut genug, sondern somit ausgezeichnet. Dafür benötigst du keine Bestenliste oder Rankings, du hast diese hervorragende Bewertung von mir. Und ich muss deinen Blog gar nicht gelesen haben, um diese Bewertung zu liefern. Du hast die Bewertung selbst verdient, allein weil du geschrieben hast. Wir benötigen mehr von deiner Sorte.

Übrigens, du kannst mir gerne deinen Blog vorstellen, ich würde mich sehr darüber freuen. Sende einfach eine E-Mail zu mir unter david@blaz.de mit einem Link zu deinem Blog.

Authentizität und KI in einem Blog

Blogbetreiber werden immer wieder aufgefordert, qualitativ hochwertige und fehlerfreie Beiträge zu verfassen, um Besucher anzuziehen und ihre Rankings zu verbessern. Zu diesem Zweck setzen einige Autoren und Blogbetreiber zunehmend künstliche Intelligenz (KI) ein.

Das Problem mit KI und Blogs ist die fehlende Authentizität der Verfasserin oder des Verfassers. Ein Blogbeitrag, in dem KI eingesetzt wird, und sei es auch nur unterstützend, ist immer eine Abweichung von den eigentlichen Gedanken des Autors.

Wenn wir Menschen tatsächlich vertrauen wollen oder müssen, dann müssen diese Menschen auch authentisch sein, und zwar mit allen Fehlern.

Der Einsatz von KI entfernt zwar viele Fehler aber gleichzeitig die Authentizität des Verfassers.

Wir brauchen uns nicht zu wundern, dass so vielen Menschen heute nicht mehr vertraut wird, wenn sie nicht zu ihren eigenen Fehlern stehen.

Blogbetreiber haben hier eine Vorreiterrolle, da die meisten von ihnen sowohl unabhängig als auch mit ihrer eigenen Persönlichkeit im Vordergrund agieren. KI beseitigt sowohl die Unabhängigkeit als auch die Persönlichkeit.

Es geht nicht darum, KI zu verteufeln, ganz im Gegenteil. Es gibt zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für KI, aber der erste Schritt besteht darin, zu entscheiden, wo sie eingesetzt werden kann und sollte und wo es besser ist, sie nicht einzusetzen.

Nichts kann echte Persönlichkeit und Authentizität ersetzen, nicht einmal KI.

Notizen, Tagebuch und To-do-Liste

Notizen werden für alle möglichen Szenarien verwendet, hauptsächlich um Inhalte festzuhalten und sicherzustellen, dass nichts missverstanden oder vergessen wird.

Die Herausforderung besteht meist darin, die gewünschten Notizen später zu finden.

Ich selbst arbeite mit mehreren Tausend Notizen in verschiedenen Bereichen und für unterschiedliche Zwecke. Diese Notizen sind für Kunden nach Aktenzeichen und für private Zwecke in Verzeichnissen sortiert.

Früher habe ich auch mit Tagebüchern gespielt und sie alle ausprobiert, digital und analog. Um ehrlich zu sein, wurde mir das mit der Zeit einfach zu viel und ich habe aufgehört, ein Tagebuch zu führen. Auch mein sogenanntes Dankbarkeitstagebuch mit den Dingen, für die ich täglich dankbar bin, habe ich nicht mehr benutzt. Das ist wirklich sehr schade, denn viele Erinnerungen und Erfahrungen gehen mit der Zeit verloren, wenn sie nicht festgehalten werden.

Aber wie kann es sein, dass ich Tausende Notizen akribisch bearbeite und speichere, aber meine eigenen Bedürfnisse vernachlässige?

Die Antwort war der Aufwand.

Es war mir einfach zu zeitaufwendig, die verschiedenen Systeme (Textsorten, Verschlüsselungsvarianten und Formate) regelmäßig zu nutzen und zu pflegen.

Somit habe ich angefangen, meine Systeme zu reduzieren und inzwischen habe ich nur zwei: Aktenzeichen für geschäftliche Zwecke und ein privates Tagebuch.

Und jetzt kommen die unzähligen To-do-Listen, die sich immer auf meinem Schreibtisch stapeln. Viele Aufgaben werden hier erledigt und gelöscht. Das war der Fehler, denn so geht der Lerneffekt verloren. Aufgaben können zwar als erledigt gespeichert werden, aber jeder, der mit wirklich vielen Aufgaben zu tun hat, weiß, dass das Abhaken als erledigt keine wirkliche und sinnvolle Lösung ist, denn auch hier geht der Überblick schnell verloren.

Die Lösung für die erledigten Aufgaben war das Tagebuch. Alles, was erledigt wurde, wurde im Tagebuch gespeichert, zusammen mit einigen Informationen darüber. Das Tagebuch ist verschlüsselt und indiziert. Ich kann also nach Schlüsselwörtern suchen, wenn ich etwas finden will. Und das funktioniert.

Mit diesem Ansatz kann ich mehr speichern und finden als je zuvor. Wenn wir unser Handeln auf Erfahrung und Wissen gründen wollen, müssen die Informationen zunächst verfügbar und dann auffindbar sein.

Und der Aufwand muss vertretbar sein, sonst haben alle Systeme keinen Bestand.

Die variable Unternehmensdarstellung

Du selbst präsentierst dein eigenes Unternehmensimage, aber die Wahrnehmung deiner eigenen Kunden weicht in der Regel von der Selbstdarstellung des Unternehmens ab.

Interessant wird es, wenn das Unternehmen sich unterschiedlich darstellt.

Die Nachricht kam von einem Unternehmen, das Scanner-Software herstellt und vertreibt.

Zunächst ging es um die eigene Darstellung hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Unternehmens und warum du dieses Unternehmen vertrauen kannst.

„Wir haben einen sehr großen Kundenstamm, und prozentual gesehen erhalten wir nur sehr wenige Problemmeldungen.“

Nur paar Zeilen weiter, bat das Unternehmen auf Bewertungen im Netz.

„Wenn du ein Facebook- oder Trustpilot-Benutzer bist, füge bitte weiterhin Bewertungen für uns hinzu. Als kleines Unternehmen hilft uns das sehr.“

Es ist ein kleines Unternehmen, wenn um Bewertungen gebeten wird. Aber wenn es um Vertrauen, um das Unternehmen geht, dann haben sie einen „sehr großen“ Kundenstamm.

Die verschiedenen Darstellungen mögen richtig sein, aber sie sind in dieser Präsentation nicht kohärent. Die Wortwahl ist verbesserungsbedürftig.

Ein stimmiges Erscheinungsbild und die Wahrnehmung eines Unternehmens sind entscheidend für eine langfristige Kundenbindung. Dieses Image muss aber zunächst vom Unternehmen kommen, dann wird es auch beim Kunden stimmen.