Menschen, die sich nur melden, wenn sie etwas wollen

Es sind oft die freundlichsten Menschen, die jemals bei dir anrufen werden. Das sind die Menschen, die etwas von dir wollen. Und wenn sie es eilig haben, dann steigt die Freundlichkeit entsprechend an.

Du hast vielleicht lange Zeit von diesen Menschen nichts gehört und plötzlich sind sie da und wollen etwas von dir. Wie gehst du damit um?

Eine übliche Antwort lautet: „Es kommt darauf an“, und diese Antwort kann zwar stimmen, aber sie muss nicht immer die richtige Antwort sein, besonders in Wiederholungsfällen.

Wie oft kommt eine Bitte oder Nachfrage vor und wie sieht es mit der Eiligkeit aus?

Niemand möchte ausgenutzt werden oder das Gefühl bekommen, dass sie nur dann gebraucht werden, wenn sie etwas für andere Menschen leisten können. Das kann aber schnell passieren, wenn Menschen sich nur melden, wenn sie etwas brauchen.

Ich selbst kämpfe mit dieser Problematik seit über 30 Jahren, mit vielen Firmen, Vereinen und sogar mit Freunden und Bekannten. Wenn du etwas kannst, dann kommen die Leute gerne zu dir. Wenn das vorgesehen und geplant ist, dann ist es auch in Ordnung. Wenn aber nicht, dann fangen die Probleme an.

Die Lösung für mich war die Offenheit und Abgrenzung.

Wenn jemand anruft, den ich schon lange nicht mehr gesehen habe, und gleichzeitig etwas benötigt, dann frage ich ihn direkt danach, warum ich das Gefühl habe, dass er nur dann anruft, wenn er etwas braucht. Diese Frage hat die Tendenz, die Augen zu öffnen und für Änderungen zu sorgen.

Wenn du freiwillig oder auch beruflich gerne anderen Menschen hilfst, dann musst du dich auch angemessen abgrenzen. Besonders wenn du vielleicht gelegentlich dazu neigst, unter einem Helfersyndrom zu leiden, so wie ich es gelegentlich tue.

Zu lernen, dass die Antwort „Nein“ oft besser und effektiver helfen kann, als die Hilfe selbst, muss erst gelernt und verstanden werden. Aber es funktioniert, und somit können mehr Menschen geholfen werden, als je zuvor.

Montagsfrage 33

Jeden Montag wird eine neue Frage gestellt, die dazu genutzt werden kann, die graue Masse zwischen den Ohren anzuregen und die Woche gedanklich aktiv zu beginnen.

Die heutige Montagsfrage lautet:

Was hast du letzte Woche Mittwoch gegessen?

Bevor du diese Frage als merkwürdig oder banal abstempelst, gibt es einen stichhaltigen Grund, weshalb diese Frage gestellt wird.

Die Beantwortung dieser Frage verdeutlicht uns erneut, was im Leben tatsächlich wichtig ist und was zwar lebensnotwendig (wie das Essen), aber trotzdem vielleicht doch nicht so wichtig und bedeutsam ist, als wir denken. Dieses Wissen hilft und unterstützt uns, bessere Prioritäten in unserem Leben zu setzen.

Bewusste und unbewusste Entscheidungen

Wir denken oft, dass wir eine wichtige Entscheidung treffen können, wenn es notwendig ist. Wenn es darauf ankommt, dann sind wir in der Lage, das Richtige zu tun.

Aber stimmt das so wirklich?

Wir trainieren unsere Muskeln, damit sie leistungsfähiger werden. Das Gleiche gilt für den Kopf und dazu gehören Gewohnheiten.

Nicht umsonst trainieren Menschen auf der ganzen Welt für Notfälle, die noch nicht eingetreten sind. Wenn sie jetzt nicht trainieren, dann sind wir später, trotz bester Absichten, nicht vorbereitet genug oder in der Lage, die erwünschte Leistung zu erbringen. Auch wenn wir das gerne anders gehabt hätten.

Eine bewusste Entscheidung reicht leider oft nicht. Die Entscheidung muss automatisch vorkommen, und zwar unbewusst. Dieses Ziel ist nur durch Training und Wiederholung erreichbar, und zwar im Voraus, damit alles sitzt, wenn der Zeitpunkt kommt.

Wenn du nur Bahnhof verstehst, sollst du Lokführer werden

Es gibt manchmal Situationen, in denen wir einfach nur Bahnhof verstehen, also gar nichts. Das kann beim Partner sein oder auf der Arbeit. Wir haben einfach den Pfad verloren.

Natürlich kommt es auch vor, dass dein Gesprächspartner sich dermaßen unverständlich ausgedrückt hat, dass tatsächlich niemand verstehen kann, was er eigentlich sagen wollte.

Es kommt auch vor, dass wir selbst nicht ganz zugehört haben oder anderweitig abgelenkt waren und daher nicht verstanden haben, worum es ging.

In allen Fällen liegt es aber an uns, die Sache zu ändern. Der Lokführer bestimmt, wie er seine Lok führt und wie es weitergeht auf der Schiene.

Wenn du das nächste Mal nur Bahnhof verstehst, sei ein Lokführer.

Warnungen oder doch nur Hinweise

Es kommt mir zunehmend so vor, dass Deutschland ein Land der Warnungen geworden ist. Es gibt eine Warnung für fast alles Erdenkliche. Wetter zum Beispiel. Es wird gewarnt, wenn es zu trocken ist, zu nass, zu warm, zu kalt, zu windig und wenn es noch so weitergeht, zu langweilig an der Nordsee-Küste. Okay, das letzte Beispiel war vielleicht wirklich eine Warnung, wenn ich weiterhin sarkastisch bleiben soll.

Aber es bleibt nicht nur beim Wetter. Wir müssen nicht lange überlegen, worüber dauerhaft bei uns gewarnt wird, bevor wir selbst auf zahlreiche weitere Beispiele kommen.

Wir haben den Unterschied zwischen einer Warnung und einem Hinweis zunehmend vermischt und die Antwort, warum das gemacht wird, ist klar.

Eine Warnung erzeugt mehr Aufmerksamkeit als ein Hinweis.

Das liegt auch auf der Hand, denn so sollte es auch sein. Eine Warnung ist eine Warnung und hat besondere Aufmerksamkeit verdient, ein Hinweis hat weniger Dringlichkeit und Bedeutung.

Das Problem ist die Vermischung und unsere Akzeptanz dieser Vermischung von Warnungen und Hinweisen als selbstverständlich.

Zu viele Warnungen erzeugen zwangsläufig eine gewisse Gleichgültigkeit bei den Menschen. Wenn es dauerhaft gewarnt wird, dann nehmen wir die Warnungen einfach nicht mehr so wahr wie früher. Das passiert bereits jetzt.

Wenn es wirklich warm werden soll, dann erwarte ich Berichte darüber, dass es wirklich warm werden soll. Das ist und bleibt aber ein Hinweis und keine Warnung.

Erst dann, wenn wir besser zwischen Warnungen und Hinweisen unterscheiden können, sind wir in der Lage, angemessen und auch zeitlich auf echte Warnungen zu reagieren. Die kommen aber doch nicht so oft vor, wie viele von uns vielleicht denken würden.