Erinnerungen und Vergleiche

Wenn zwei Menschen sich einen Kinofilm anschauen, dann haben beide anschließend unterschiedliche Erinnerungen an Einzelheiten des Films, auch wenn sie ganz minimal sind.

Erst durch Vergleiche (ein Gespräch miteinander nach dem Film) werden Einzelheiten abgeglichen und die Erinnerungen verstärkt oder sogar ergänzt. „Was? Das habe ich gar nicht im Film bemerkt.“

Die Herausforderung bei Vergleichen ist, stets im Hinterkopf zu behalten, dass diese Erinnerungen immer aus der eigenen Wahrnehmung und anschließenden Bewertung stammen, und Menschen können sich täuschen.

Dies ist auch einer der Gründe, weshalb Zeugenaussagen im Gericht getrennt voneinander vorgenommen werden. Es soll keine Beeinflussung durch das Suggerieren von fremden Erinnerungen stattfinden.

Erinnerungen sind immer persönliche Wahrnehmungen, das wissen wir natürlich alle.

Es sind die Vergleiche von Erinnerungen und die Möglichkeit, dass wir unsere eigenen Erinnerungen durch den Einfluss anderer Menschen verändern können, auf die wir achten müssen.