Optimierungswahn

Ohne näher auf die psychologischen Implikationen des Begriffs „Optimierungswahn“ einzugehen, lässt sich allgemein sagen, dass dieser Begriff einen Zustand beschreibt, in dem man zwanghaft danach strebt, „immer besser zu werden“, und sich dadurch selbst schadet.

Optimierung klingt gut, aber der Teil über Wahn und der Teil über „sich selbst zu schaden“ klingen nicht gerade „optimal“.

Ich muss gestehen, ich gehöre zu den Menschen, die stark gefährdet sind, unter Optimierungswahn zu leiden, denn ich bin grundsätzlich absolut davon überzeugt, dass alles besser werden kann, und wenn es nur in einem kleinen Bereich des Ganzen ist.

Für mich bestand die Lösung darin, in meinem Leben zwar suboptimale Ergebnisse zu akzeptieren, aber niemals suboptimale Leistungen.

Denn es waren die Ergebnisse, die mich dazu gebracht haben, weiterzumachen, aber selten die Leistungen.

Wir können ohnehin stets nur unser Bestes geben, und wenn das nicht reicht, kann das zwar hart und vielleicht enttäuschend sein, aber es bleibt trotzdem eine Wahrheit, dass unser Bestes manchmal einfach nicht gut genug ist.

Das ist natürlich schwer zu akzeptieren oder sich selbst einzugestehen.

Das Akzeptieren suboptimaler Ergebnisse ist aber immer nur eine vorübergehende und niemals eine endgültige Akzeptanz.

Nur manchmal müssen wir die Zeit einwirken lassen und akzeptieren, dass wir eine bestmöglichst optimale Leistung erbracht haben, auch wenn die Ergebnisse vielleicht nicht ganz so optimal waren.

Es ist die Akzeptanz und das Verständnis darüber, dass wir unser Bestes gegeben haben, und zwar zu diesem Zeitpunkt unseres Lebens, zu den derzeit herrschenden Konditionen, zu den derzeit gesammelten Erfahrungen und mit dem derzeitigen Wissen, über das wir verfügt haben, die uns davor schützt, unter Optimierungswahn zu leiden.