Montagsfrage 188

Jeden Montag gibt es eine neue Frage, um die grauen Zellen zwischen den Ohren in Schwung zu bringen und die Woche mit einem aktiven Geist zu beginnen.

Aus aktuellem Anlass lautet die heutige Montagsfrage:

Welche Apps könntest du auf deinem Handy löschen und stattdessen, einen Browser dafür benutzen?

Nicht nur Apps wie DM, Temu und Lieferando (mit ein paar Einschränkungen hinsichtlich des Bonus-Programmes), sondern auch Apps wie PayBack und PayPal können unter die Lupe genommen werden.

Bequemlichkeit hat ihren Preis, und wenn die gleiche oder ähnliche Funktionalität mit dem Browser erreicht werden kann, dann kann eine solche Überlegung und Entfernung bestimmter Apps, die ohnehin im Browser bedient werden können, für einen Plus an digitaler Selbstbestimmung sorgen.

Was dein Handy alles im Hintergrund sendet

Dass unsere Handys viel Daten im Hintergrund überall senden, dürfte längst allgemein bekannt sein.

Ohne tiefer in die forensische IT-Forschung zu gehen und um detaillierte und manchmal unverständliche Erklärungen zu Datentransferprotokollen zu vermeiden, gibt es eine allgemeine Orientierung, die gut im Kopf behalten werden kann.

Dein Handy sendet durchschnittlich jede einzelne Minute etwas ins Internet, und hier reden wir lediglich von Internetverbindungen und DNS‑Abfragen und nicht von Mobilfunkverbindungen für die Telefonie.

Durchschnittlich eine Verbindung pro Minute, ob das Handy benutzt wird oder auf dem Schreibtisch liegt, dauerhaft, Tag und Nacht.

Und dieser Durchschnitt kann sich leicht durch einfache Nutzung in die Höhe treiben lassen.

Ich hatte die Idee für diesen Beitrag gestern Abend gehabt und daher habe ich meine Behauptung aktuell getestet.

Um genau 0 Uhr Mitternacht, habe ich meine bisherigen Protokolle für die Überwachung meines Handys gelöscht und habe mein Handy neu gestartet und nicht mehr bis jetzt benutzt.

Das Ergebnis?

Um 11:03 Uhr heute gab es bisher 669 Internetverbindungen (die meisten blockiere ich ohnehin, aber darum geht es hier nicht, sondern um die Zahlen) und 35 DNS-Abfragen.

11 Stunden und 669 Verbindungen machen circa 60 Internetverbindungen pro Stunde, also, eine Verbindung pro Minute. Ohne mein Handy benutzt zu haben.

Das allgemeine Interesse für Datenschutz, Open-Source-Software und für die Vorteile einer digitalen Selbstbestimmung kann oft wesentlich besser durch die eigenen Überzeugungen geweckt werden, als durch Belehrungen von Fachleuten.

Und dafür müssen wir als Fachleute unsere Botschaften einfacher und verständlicher machen, denn erst wenn Interesse geweckt wird, kann die Reise in die Tiefe des Wissens für andere Menschen beginnen.

Und wenn dich der Gedanke von einer Internetverbindung pro Minute von deinem Handy aus ein wenig stört, dann kann das ein guter Anlass sein, deine Reise in die digitale Selbstbestimmung schon heute zu beginnen oder zu vertiefen.

Gute Reise. 🙂

Das Wissen über Unwissenheit

Zu wissen, dass wir etwas nicht wissen, ist das Resultat von bereits vorhandenem Wissen in ähnlichen oder in zusammenhängenden Bereichen.

Sonst hätten wir nicht wissen können, dass wir etwas Bestimmtes nicht wissen.

Fehlendes Wissen offenbart sich erst dann, wenn wir etwas machen wollen, und wir wissen nicht genau wie, obwohl wir vielleicht eine Vorstellung davon haben, was wir erreichen wollen.

Das vorhandene Wissen ist jedoch bereits in anderen oder ähnlichen Bereichen vorhanden, sonst kämen wir erst gar nicht auf die Idee, etwas anders zu machen.

Wissen besteht aus Verbindungen zu vielen anderen Bereichen, und daraus ergibt sich ein gesamtes Wissen.

Je mehr wir wissen, desto mehr erkennen wir, was wir nicht wissen.

Freuen wir uns über unsere Unwissenheit, denn das ist ein Zeichen von viel Wissen.

Es sind die Menschen, die glauben oder vorgeben, alles bereits zu wissen, die tatsächlich die meiste Unwissenheit haben.

Unser Wissen über unsere Unwissenheit ist somit ein Zeichen von Stärke, und auch von echtem Wissen.

Das Problem mit Problemen ist meistens das Timing

Probleme sind für uns einfach notwendig, denn sie begünstigen Wachstum, Fortschritt und Entwicklung in fast allen Bereichen des täglichen Lebens.

Hätten wir keine Probleme gehabt, dann bräuchten wir auch keine Lösungen dafür.

Für mich ist das Problem mit Problemen jedoch das Timing.

Die meisten Probleme tauchen erst dann auf, wenn wir sie überhaupt nicht gebrauchen können.

Für die meisten Menschen, wohl ein bekanntes Phänomen.

Ein interessantes Gedankenexperiment, das man ausprobieren kann, wenn man mit Problemen konfrontiert ist, besteht darin, sich zu fragen, wann der richtige Zeitpunkt gewesen wäre, sich mit diesem bestimmten Problem zu befassen, wenn nicht jetzt.

Nicht immer ist ein anderer Zeitpunkt für das Problem ein besserer Zeitpunkt.

Wir können das Timing für Probleme niemals vollständig beeinflussen, aber unsere Reaktionen darauf, schon.

Die Lösung des Problems des Timings liegt daher darin, zu erkennen, dass unsere Reaktionen und Handlungen den Zeitpunkt der Folgen von Problemen beeinflussen können.

Trotzdem hätte ich manche Probleme gerne später gehabt. 🙂

Gedankenverstopfung

Eine Gedankenverstopfung tritt auf, wenn die Gedanken nicht so fließen, wie man es sich wünscht oder erhofft.

Die Gedanken sind eben „verstopft“.

Dieser Zustand wird oft als mentale Blockade bezeichnet, doch eine Blockade impliziert, dass überhaupt nichts durchkommt, während bei einer Verstopfung noch einige Dinge durchkommen – nur weniger als gewöhnlich.

So ist es mit den eigenen Gedanken.

Tatsächlich sind es jedoch nicht die Gedanken selbst, die verstopft sind, sondern vielmehr die Art und Weise, wie sie gelenkt und wahrgenommen werden, die diese Verstopfung verursacht.

Jeder kann die eigenen Gedanken lenken, zumindest zeitweilig.

Um jedoch eine Gedankenverstopfung bestmöglich zu vermeiden, muss man daran arbeiten, seine Gedanken regelmäßig zu lenken und ihnen Aufmerksamkeit zu schenken, denn sie möchten uns etwas sagen.

Wir müssen nicht immer auf unsere eigenen Gedanken reagieren, aber wir sind gut beraten, wenn wir sie wahrnehmen, und stempeln sie nicht gleich als uninteressant, unwichtig oder irrelevant ab.

Genau wie bei einem verstopften Rohr in der Küche oder im Badezimmer: Es ist besser – und meist auch einfacher –, eine Gedankenverstopfung zu vermeiden und den Gedankenfluss aufrechtzuerhalten, als die Verstopfung später beseitigen zu müssen.

Wir müssen nur auf unsere eigenen Gedanken hören und sie wahrnehmen für das, was sie sind — nur Gedanken, die wir später lenken und gestalten können, wie wir wollen.

Dann fließen die Gedanken wieder und es gibt weniger Verstopfung.