Die wahre Bedeutung der Aussage: Ja, ja, ja

Hast du alles verstanden?

Ja, ja, ja.

Das sind zwei „Ja“ zu viel, und genau das ist das Problem.

Ein Ja reicht vollkommen aus, um Verständnis zu signalisieren.

Mehr als nur „ja“ zu sagen, ist meist ein Zeichen von Ungeduld oder Langeweile und deutet darauf hin, dass man nun endlich weitermachen möchte, und das ist die wahre Bedeutung dieser Aussage.

Bei solchen Antworten sind die Gefahren für Missverständnisse jedoch wesentlich höher als sonst.

Bei der Kommunikation miteinander sind es oft die Kleinigkeiten, die für Missverständnisse sorgen.

Und die Antwort „Ja, ja, ja“ gehört zu den Antworten, die man mit Vorsicht hinnehmen sollte, wenn eine vernünftige und verständliche Kommunikation miteinander erreicht werden soll.

Und jetzt muss ich natürlich die Frage stellen:

Hast du alles verstanden?

Welche Antwort gibst du jetzt? 😉

Jede Orientierung ist eine Einschränkung

In unsicheren oder turbulenten Zeiten, wird umso mehr nach einer Orientierung gesucht.

Welche Politik ist die richtige? Welches Medikament hilft tatsächlich? Sogar eine Navigation im Auto benötigt eine Orientierung, um funktionieren zu können.

Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass wir Orientierung benötigen und warum wir danach suchen.

Was gelegentlich vergessen wird, ist die Tatsache, dass jede Orientierung eine Einschränkung mit sich bringt.

Eine Einschränkung an Optionen oder Auswahlmöglichkeiten.

Eine Einschränkung an Befugnisse oder Berechtigungen.

Und in allen Fällen, eine Einschränkung der eigenen Entscheidungsfreiheiten.

Durch eine Orientierung, übergeben wir ein gewisses Maß an Vertrauen an den Orientierungsgeber und verlassen uns darauf, dass die gelieferte Orientierung für uns hilfreich und zweckdienlich ist.

Wir dürfen uns daher nicht einfach damit abfinden, alle angebotenen Orientierungen, die uns heute präsentiert werden, zu akzeptieren, ohne sie zu hinterfragen oder einer kritischen Prüfung zu unterziehen.

Das Hinterfragen und kritische Prüfen einer Reihe von Orientierungen kostet jedoch Zeit und Energie, und daher ist es viel einfacher, unkomplizierter und bequemer, sich einfach an die vorgegebenen Orientierungen zu halten.

In schwierigen Zeiten sollte man die Suche nach einer Orientierung im Leben niemals einfach hinnehmen, ohne sie zu hinterfragen oder kritisch zu prüfen, nur weil einem die Zeit oder die Energie dazu fehlt.

Wir haben alle die Zeit und die Energie dafür, nur manchmal vergessen wir es.

Beschäftigung durch Aufschieben

Eine bekannte Vorgehensweise, um über eine längere Zeit, beschäftigt zu sein, ist es, die jeweilige Tätigkeit oder Beschäftigung einfach hinauszuschieben.

Wenn der Arbeitstag um 17 Uhr endet, ist die Arbeit oft so organisiert, dass man pünktlich um 17 Uhr fertig ist und bis zu diesem Zeitpunkt die ganze Zeit über beschäftigt war.

Ich möchte hier ganz sicher keine Anschuldigungen erheben oder andere kritisieren; ich möchte lediglich einen Blick auf die Gründe werfen, warum viele Menschen Dinge aufschieben, denn meistens hat das überhaupt nichts mit der Arbeit oder ihrem Beruf zu tun.

Es ist die Angst, nichts zu tun zu haben, die zum Aufschieben führt.

Besser einer langweiligen Beschäftigung nachzugehen, als gelangweilt zu sein oder nichts zu tun zu haben.

Zudem misst unsere Gesellschaft „fleißigen“ und „ständig beschäftigten“ Menschen im Allgemeinen ein höheres Maß an Anerkennung bei als anderen.

Das sind nur einige Gründe, warum Menschen Dinge aufschieben, und obwohl es noch viele andere Gründe gibt, ist der Hauptgrund doch ihre eigene Angst davor, nichts zu tun zu haben.

Man kann das Aufschieben einer Aufgabe auch als künstliche Verschiebung bezeichnen. In solchen Fällen ist es immer entscheidend, sich bewusst zu machen, warum die Aufgabe aufgeschoben wird.

Weil du bis 17 Uhr so tun willst, als wärst du ununterbrochen beschäftigt, oder weil du Angst davor hast, nichts zu tun zu haben?

Es mag sich auch um eine Kombination aus vielen Faktoren und Gründen handeln, doch ein Grund sticht immer besonders hervor und ist die Hauptursache für das Aufschieben.

Je besser wir diesen Grund verstehen, desto besser können wir unser eigenes Verhalten und das anderer verstehen.

Überraschungen und Erwartungen

Eine Überraschung ist daher eine Überraschung, weil sie über unsere Erwartungen hinausgeht.

Diese Sichtweise auf die Bedeutungen und Auswirkungen von Überraschungen kann uns helfen, unsere Reaktionen darauf besser zu verstehen.

Eine Überraschung ist nicht nur ein unerwartetes Ereignis, sondern eine weitere Erfahrung, die über unsere Erwartungen hinausgeht.

Es gibt Unterschiede in unserer Wahrnehmung, unserem Verständnis und unserer Akzeptanz dessen, wie wir eine Überraschung bewerten, wenn wir sie als Erweiterung unserer Erfahrungen betrachten und nicht einfach als eine Überraschung, bei der wir nicht verstehen, warum wir überrascht waren.

Fehler bei Gelegenheit korrigieren

Manche Fehler müssen unverzüglich korrigiert werden, um negative Auswirkungen zu minimieren oder um einen Schaden zu vermeiden.

Andere Fehler hingegen müssen erst dann korrigiert werden, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet – oder, anders ausgedrückt, wenn sie aufgefallen sind.

Natürlich sind die konkreten Umstände der entscheidende Faktor dafür, ob Fehler aktiv aufgespürt oder korrigiert werden sollten, sobald sie bekannt werden, oder ob sie erst dann korrigiert werden können, wenn sie bemerkt werden.

Ein Beispiel für die sogenannte „passive Fehlerkorrektur“ ist dieser Blog selbst. Da ich schnell und impulsiv jeden Tag schreibe, und gleichzeitig versuche, keinen Bullshit, sondern stets einen Mehrwert für die Leser zu liefern, schleichen sich Fehler immer in meinen Texten ein. Fehler, die ich oft im Nachhinein und meistens zufällig entdecke.

Eine „aktive Fehlerkorrektur“ hingegen wird laufend bei Beratungen und Coachings praktiziert. Durch Nachfragen, Feedback und Überprüfungen, werden auch die meisten Möglichkeiten für Verbesserungen gleich entdeckt und somit unverzüglich umgesetzt werden können.

Es ist somit immer eine Frage der Wichtigkeit und der Auswirkungen von möglichen Fehlern, die die notwendigen Maßnahmen für ihre Korrektur darstellen.

Einen Tipp- oder Grammatikfehler hier im Blog zu entdecken, finde ich zwar ärgerlich, aber das Verständnis der Botschaft des jeweiligen Blogbeitrages wird dadurch in der Regel trotzdem nicht gefährdet, und der Fehler kann bei Gelegenheit korrigiert werden.

Ein Fehler bei einer Beratung oder bei einem Coaching hingegen, hat oft unverzügliche Konsequenzen und hat mit Tippfehlern nichts zu tun.

Daher ist es immer ratsam – und oft notwendig –, nach Fehlern zu suchen, doch muss der erste Schritt darin bestehen, die möglichen Folgen dieser Fehler zu ermitteln, bevor man überhaupt mit der Suche nach ihnen beginnt.