Muss es immer einen Grund geben?

In der heutigen Gesellschaft suchen die Menschen zunehmend nach Gründen für alles, und die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung gibt dieser Suche eine gewisse Berechtigung.

Ohne auf die philosophischen Aspekte und die Kausalität von Ursache und Wirkung einzugehen, möchte ich eine einfache Frage stellen.

Glaubst du wirklich, dass du den Grund für alles, was in deinem Leben passiert, wissen musst?

Die Frage ist hier nicht, ob es überhaupt einen Grund gibt, sondern ob wir den Grund immer kennen müssen. Vielleicht sind wir uns hier einig, dass wir nicht immer alle Gründe kennen können oder wollen.

Normalerweise suchen wir nur nach Gründen, wenn wir sie brauchen. Nur wenn etwas passiert, das uns interessiert, wollen wir wissen, warum es passiert ist.

Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass unsere Suche nach Gründen immer individuell ist und diese Individualität zu Abweichungen in der Wahrnehmung führen kann. Glaubst du das nicht? Wie oft diskutieren wir miteinander, ob es einen Grund gibt, dieses oder jenes zu tun? Wenn wir über dieselbe Sache sprechen, hat die eine Person einen Grund, etwas zu tun, und eine andere Person hat einen ganz anderen Grund oder sieht überhaupt keinen Grund, etwas zu tun.

Wer erkennt, dass er den Grund nicht immer wissen kann oder muss, ist klug.

Wer erkennt, dass es für ein und dieselbe Sache verschiedene Gründe geben kann, ist weise.

Keine Beiträge im Netz ohne Datum

In Zeiten der Informationsflut ist es nicht nur notwendig, die Quellen der gesuchten Informationen zu begrenzen, sondern auch ihre Aktualität zu bewerten.

Es ist in der Regel schwierig auf Anhieb zu erkennen, ob ein Beitrag im Internet veraltet ist oder nicht, insbesondere wenn kein Veröffentlichungsdatum ersichtlich ist. Wenn jedoch in einem Artikel weiterhin Informationen veröffentlicht werden, die bereits widerrufen wurden oder sich als falsch erwiesen haben, kann der Autor fahrlässig handeln und sogar Schaden anrichten, wenn ein Leser diese veralteten Informationen umsetzt.

Dennoch werden immer wieder Artikel ohne Datum im Internet gefunden, und es wurde inzwischen ein Muster erkannt.

Die überwiegende Mehrheit dieser Websites veröffentlicht absichtlich Beiträge ohne Datum, damit eine regelmäßige Pflege der Beiträge nicht stattfinden muss. Diese Taktik ist besonders bei Nischen-Websites üblich, denn wenn ein Beitrag vier oder fünf Jahre alt ist, werden nur wenige Leser etwas davon kaufen wollen. Ohne Datum läuft doch alles viel leichter. Solche Websitebetreiber liegen mehr Wert auf Umsatz als auf einen echten Nutzen für den Leser.

Ohne ein Datum für Beiträge im Netz ist und bleibt immer ein No-Go, und nicht nur bei Nischen-Websites.

Wenn du eines Tages einen Beitrag im Netz liest, der kein Datum enthält, gibt es nur eines, was du mit deiner kostbaren Zeit machen kannst: weiterziehen.

Wissenschaft im Alltag

Die Wissenschaft bietet eine Grundlage für überprüfbares Wissen und damit eine Grundlage für Wahrheit. Das bedeutet aber auch, dass sich die Wissenschaft in diesem Bemühen irren kann und korrigiert oder ergänzt werden muss. Und genau das ist einer der Gründe, warum manche Menschen der Wissenschaft skeptisch gegenüberstehen und lieber auf Fälschungen oder sogenannte Influencer hören und ihnen glauben.

Die Wissenschaft bildet die Grundlage für aktuelles und sich ständig wandelndes Wissen, und genau darin liegt die Herausforderung im Alltag – in der Anwendbarkeit dieses Wissens.

Wer in Deutschland lebt, weiß sicherlich, dass wir genügend Gesetze und Vorschriften haben, um unser Leben zu organisieren und zu regeln. So wie die Wissenschaft die Grundlage des Wissens bildet, bilden unsere Gesetze die Grundlage für unseren Umgang miteinander. Und doch benötigen wir Gerichte, um unsere Grundlagen für den Umgang miteinander im Alltag zu bewerten und zu regeln. Denn auch die klügsten und detailliertesten Gesetze können nicht alle Eventualitäten berücksichtigen und richtig einschätzen – das ist die Aufgabe der Gerichte.

Die Herausforderung bei der Wissenschaft ist die Anwendbarkeit und Akzeptanz der Erkenntnisse, denn wie bei den Gesetzen kann auch die Wissenschaft nicht in allen Bereichen pauschale Antworten geben und für jeden überzeugend sein.

Die einzelnen Erkenntnisse der Wissenschaft müssen immer individuell bewertet und entweder akzeptiert oder abgelehnt werden. Es ist das Recht der Menschheit, irrationale und fehlerhafte Entscheidungen zu treffen und an diese Entscheidungen zu glauben.

Es ist die Aufgabe der Wissenschaft, nicht zu belehren, sondern zu überzeugen, dass diese Überzeugungen gelegentlich falsch sein können, weil sie selbst auch gelegentlich falsch sein können.

Und das ist ebenfalls sehr menschlich und daher extrem überzeugend.

Wenn es plötzlich „Klick“ macht

Klick ist auch eine Redewendung für den Moment, in dem etwas endlich verstanden wird. Plötzlich hat es „Klick“ gemacht und man hat die Sache kapiert.

Die Frage ist aber, warum man die Sache vorher nicht verstanden hat. Was hat so lange gedauert? Was hat diesen Klick verursacht?

Die Antwort liegt in der neu geschaffenen Verbindung mit bereits vorhandenem Wissen und Erfahrung, und manchmal benötigt diese Verbindung einfach Zeit.

Denn erst dann, wenn neue Information mit unserem bereits vorhanden Wissen und Erfahrungen angemessen verbunden wird, kann ein neues Verständnis daraus resultieren.

Wenn es das nächste Mal bei dir „Klick“ macht, weißt du jetzt ganz genau warum.

Lösung suchen und Problem finden

Die Suche nach Problemlösungen führt meistens dazu, dass man nach Lösungen für Probleme sucht und das ist der Fehler. Obwohl diese Vorgehensweise sowohl selbstverständlich klingt, als auch nachvollziehbar und sogar logisch wirkt, ist sie leider nicht, denn Lösungen gibt es wie Sand am Meer und die Qual der Wahl ist ein eigenes Problem an sich.

Bei der Suche nach Lösungen werden zahlreiche Lösungen angeboten, aber welche Lösung ist die bestgeeignete Lösung für das Problem? Die meisten Menschen machen dann Versuch und Irrtum, bis etwas klappt, wenn es überhaupt klappt.

Bei der Suche nach Lösungen findet man meistens sogenannte getarnte Lösungen. Das sind Lösungen, die sich als Lösung zwar ausgeben, aber in der Realität, bereiten sie nur weitere Probleme aus. Solche Lösungen sind entweder allgemein gehalten oder geben sich als Expertenwissen aus, was noch gefährlicher ist, weil viele Menschen eher selbst ernannte Experten glauben, als unbekannte, aber extrem erfahrene und wissende Menschen.

In meiner 30-jährigen Erfahrung in der Problemlösung gibt es zwei echte Lösungen für fast alle Probleme:

  1. Deine Beziehung zu dem Problem wird verändert. Wie du damit umgehst oder was das Problem für dich bedeutet und welche Auswirkungen das Problem auf dich hat, wird behandelt.
  2. Du lernst und erfährst, welche Unterstützung du für dein Problem hast und wie diese Unterstützung dir hilft, mit dem Problem umzugehen.

Wie du siehst, in den meisten Fällen wird nicht das Problem behandelt, sondern der Umgang mit dem Problem.

Suche nicht nach Problemlösungen, sondern nach Möglichkeiten, mit Problemen umzugehen, dann findest du die echten Problemlösungen und keine weiteren Probleme.