Montagsfrage 15

Jeden Montag wird eine neue Frage gestellt, die dazu genutzt werden kann, die graue Masse zwischen den Ohren anzuregen und die Woche gedanklich aktiv zu beginnen.

Es gibt bereits zahlreiche Quellen für Fragen zum Nachdenken im Internet. Meistens werden viele Fragen vorgestellt und oft mit Kategorien versehen, damit man schnell die passende Frage finden kann.

Das erinnert mich ein wenig an Dummheitsüberflutung, denn solche Listen scheinen nicht zu berücksichtigen, dass jede Frage eine gewisse Zeit benötigt, um persönlich und akkurat beantwortet werden zu können. Und für manche Fragen gibt es keine einfache Antwort, mehrere Antworten und manchmal keine Antwort.

Listen mit Fragen zum Nachdenken sind daher einfach kontraproduktiv und dienen, schon wieder, meistens nur den Interessen der Webseitenbetreiber.

Die heutige Montagsfrage lautet daher:

Was ist deine wichtigste Frage zum Nachdenken und warum? Hast du bereits eine Antwort darauf bekommen, aber hat sich diese Antwort mit der Zeit geändert?

Nur die wichtigste Frage zählt in dieser Montagsfrage und keine Liste.

Bekanntheit beim Verkaufen

Viele Verkäufer setzen auf Bekanntheit, um Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen. Wir brauchen nur das Fernsehen anzumachen und kurz zu warten, bis eine bekannte Persönlichkeit uns bei der Werbung etwas verkaufen will.

Bekanntheit verkauft sich oft besser, weil wir einen Bezug zu dieser Person haben. Ob das Produkt oder die Dienstleistung tatsächlich dadurch „besser“ ist, steht auf einem anderen Blatt.

Bekanntheit wird oft assoziiert mit Vertrautheit und darin liegt die Verwechslungsgefahr.

Bekannt zu sein, ist nicht gleichzusetzen mit vertrauenswürdig zu sein. Trotzdem wird genau das häufig getan. Bekannte Menschen versuchen oft durch ihre Bekanntheit, vertrauenerweckend zu sein.

Bekanntheit bedeutet zunächst, dass die Person bekannt ist. Nicht weniger, aber auch nicht mehr als das.

Ob diese Person zufällig auch vertrauenswürdig ist, kann nicht durch die einfache Bekanntheit festgestellt werden. Anderslautende Werbung kann getrost ignoriert werden.

Fachlich korrekt, aber falsch verstanden

Gestern habe ich mich schon wieder mit Kommunikationsmodellen beschäftigen müssen, um Probleme mit der Beziehung zwischen einem Mitarbeiter und seinem Chef zu besprechen.

Für den Chef war der Mitarbeiter nett, aber faul, und hat meistens nur andere Dinge im Kopf gehabt als die Arbeit.

Für den Mitarbeiter hat der Chef keine Ahnung, was tatsächlich im Betrieb abläuft und was wirklich gemacht werden muss, damit die angestrebten Ergebnisse erreicht werden können.

Das Ganze kam mir mehr oder weniger bekannt vor …

In diesem Fall war die Ursache der Probleme die Beratung vor ein paar Monaten gewesen. Die Firma hat viel Geld für eine Beratung von einem Professor ausgegeben und ich habe die hinterlassenen Dokumente und Hinweise angeschaut.

Ich bin der Letzte, der gegen fachliche und vor allem anwendbare Beratung ist, besonders von einem Professor. Aber in diesem konkreten Fall, war die Beratung zwar fachlich korrekt, aber einfach nicht anwendbar.

Dieses Problem kommt in 80 % aller fachlichen Beratungen vor und ist der Hauptgrund, weshalb, nochmals, eine Beratung ohne vorherige Untersuchung immer mit Vorsicht zu genießen und im Zweifelsfalle, abzulehnen ist.

Die Hinweise des Professors wurden einfach missverstanden. Die hinterlassenen Dokumente wurden missinterpretiert. Der Professor hat sein Wissen unproduktiv übertragen.

Dann habe ich in der Sprache dieses Unternehmens gesprochen. Bestimmte Redewendungen und Fachbegriffe habe ich benutzt, die besonders in dieser Branche verwendet werden.

Es war plötzlich eine andere Kommunikation möglich, und zwar von beiden Seiten.

Alle Probleme sind noch nicht ganz gelöst worden, aber der Chef hat seine Meinung über den Mitarbeiter geändert und sich sogar bei ihm entschuldigt für seine Fehleinschätzung. Der Mitarbeiter versucht, die Art und Weise, wie er sich selbst präsentiert und mit anderen Menschen redet, auch ein wenig zu ändern.

Der Weg ist noch lang, aber die ersten Ergebnisse sind schon erzielt worden.

Erst wenn wir etwas gemeinsam verstehen, sind wahre Veränderungen miteinander möglich.

Wenn Unterricht belehrt anstatt zu befähigen

Der zentrale Grund von Unterricht in allen Formen ist, eine Befähigung in einem Bereich zu ermöglichen oder eine bereits bestehende Fähigkeit zu ergänzen oder zu verbessern.

Oder in anderen Worten – Unterricht muss uns ermöglichen und anregen, etwas Neues oder anders zu unternehmen oder zu denken, damit er sinnvoll und zweckdienlich ist.

Unterricht heute wirkt oft belehrend, anstatt befähigend. Es wird von A bis Z vorgetragen, damit keine Aspekte vergessen oder außer Acht gelassen werden. Mit dieser Informationsüberflutung wird lediglich belehrt, aber nicht ernsthaft befähigt.

Was in Erinnerung bleibt, kann später bei einer Prüfung wieder abgerufen werden und die Prüfung wird bestanden. Ausgezeichnet und Gratulation. Aber jetzt in der täglichen Praxis: Was wird mit dieser Information gemacht, gibt es einen Nutzen und wie viel von dieser Information kann man noch abrufen in 6 Monaten? In 3 Jahren?

Nicht umsonst wird oft von Unterrichtsreform gesprochen und von vielen Pädagogen angeregt.

Dein Unterricht muss dich befähigen, sonst bleibt er lediglich eine Belehrung. Wenn dein Unterricht dich nicht befähigt, erforsche tiefer, weshalb du dieses Gefühl hast, und rede mit anderen Menschen darüber. Die Erkenntnisse können teilweise wichtiger sein als der Unterricht selbst.

Kleinigkeiten im Alltag

Wir alle kennen die Kleinigkeiten im Alltag, die unseren Tag erleichtern oder uns eine kleine Freude bereiten. Manchmal nehmen wir diese Kleinigkeiten wahr und manchmal nicht.

Diese Kleinigkeiten können sowohl von unseren Mitmenschen als auch von automatisierten Vorgängen kommen.

Besonders wenn diese Kleinigkeiten immer wieder unterbreitet werden, dann werden sie möglicherweise zu einer Gewohnheit oder sogar Selbstverständlichkeit. Erst wenn diese Kleinigkeiten nicht mehr vorkommen, dann merken wir, dass etwas fehlt.

Notieren wir alle erlebten Kleinigkeiten im Alltag, die wir nur an einem einzigen Tag erleben, dann werden wir oft überrascht, wie oft diese Ereignisse tatsächlich vorkommen.

Gewohnheiten sind zwar wichtig, denn sie ermöglichen es uns, unsere Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu richten. Gleichzeitig werden diese Gewohnheiten jedoch weniger aktiv wahrgenommen.

Es sind oft diese Kleinigkeiten im Alltag, die den Alltag erleichtern können, wenn wir gelegentlich mal einen neuen Blick auf sie werfen würden.