Montagsfrage 20

Jeden Montag wird eine neue Frage gestellt, die dazu genutzt werden kann, die graue Masse zwischen den Ohren anzuregen und die Woche gedanklich aktiv zu beginnen.

Die heutige Montagsfrage lautet daher:

Auf wie viele deiner Freunde kannst du dich wirklich verlassen?

Die Rede ist hier von Freunden und NICHT von der Familie!

Bei der Antwort ist es hilfreich, so ehrlich wie möglich mit dir selbst zu sein.

Nenne auch keine Zahl, sondern nenne diese Personen mit Namen.

Die Menschen, auf die wir glauben, uns verlassen zu können, ändern sich häufig mit der Zeit.

Wenn wir jedoch jetzt eine Bestandsaufnahme machen und wirklich darüber nachdenken, dann erfahren wir oft mehr über unsere Beziehungen zu anderen Menschen, als wir häufig selbst nach Jahren wahrgenommen hätten.

Soll man frohe Ostern sagen?

Heute ist Ostern, aber dieser Tag wird nicht von allen Menschen gefeiert. Die Gründe, weshalb Ostern nicht von allen Menschen gefeiert wird, sind so unterschiedlich, wie die Menschen es selbst sind, eine Erklärung ist eigentlich nicht weiter notwendig.

Trotzdem wird meistens aus Gewohnheit, anderen Menschen frohe Ostern gewünscht. Häufig, wenn sie sich voneinander verabschieden oder bei einer kurzen Begegnung, wenn man zu Fuß unterwegs ist.

Frohe Ostern anderen Menschen zu wünschen, ist grundsätzlich auch nicht falsch.

Die Frage ist nur, was du tun kannst, wenn du Menschen begegnest, bei denen du nicht ganz sicher bist, ob sie ebenfalls Ostern feiern? Trotzdem frohe Ostern zu wünschen, ist eine übliche Antwort.

Wir können es aber besser.

Eine Alternative ist, einfach frohe Feiertage zu wünschen. Da die Feiertage gesetzlich sind, sind wir alle davon betroffen, und sie müssen nicht eine besondere Bedeutung implizieren. Wer Ostern feiert, macht die Verbindung mit Ostern. Wer nicht, macht die Verbindung mit einfachen Feiertagen.

Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Keine Arbeit ohne Entspannung

Für manche Menschen ist Entspannung richtige Arbeit. Die Umstellung von Arbeit auf Entspannung ist für sie tatsächlich sehr anstrengend.

Manchmal werden solche Menschen Arbeitstiere genannt und gelegentlich von anderen Menschen bewundert, dass sie so fleißig und produktiv sind.

Durch meine fast 30-jährige Tätigkeit als Berater, Coach und selbst als Firmeninhaber unterschiedlicher Unternehmen, kann ich eine Gemeinsamkeit unter fast allen Menschen, die dauerhaft ununterbrochen arbeiten, feststellen.

Die dauerhafte Arbeit ist häufig eine Flucht und die Notwendigkeit dieser Arbeit wird übertrieben.

Wovor flüchten? Manchmal vor Verpflichtungen mit der Familie oder Freunden. Oder damit einfach seine Ruhe hat. Ja, Ruhe in der Arbeit zu suchen, kann ein normaler Zustand bei vielen Menschen werden.

Wenn du zu den Arbeitstieren gehörst, dann weißt du bereits jetzt, warum du wirklich so viel und dauerhaft arbeitest, auch wenn andere Menschen vielleicht etwas anders denken.

Es lohnt sich definitiv, darüber nachzudenken und ggf. deine Antworten mit anderen Menschen zu besprechen. Dieser Schritt ist bekanntlich nicht leicht und erfordert häufig eine große Überwindung, aber die Ergebnisse sind oft verblüffend hilfreich.

Und ja, ich bin selbst ein Arbeitstier und habe mit anderen Firmen und Menschen gearbeitet, die ebenfalls so ticken. Die Übung lohnt sich also wirklich.

Top-10-Listen richtig zuordnen

Gerade jetzt über die Feiertage werden zahlreiche Top-10-Listen oder Top-100-Listen vorgestellt. Oft geht es um bekannte Hits im Radio oder um lustige Videos von anderen Menschen. Es gibt jedoch zahlreiche weitere Top-Listen für fast alle Themen.

Hast du schon mal überlegt, wozu es diese Listen gibt und was der Betreiber mit einer solchen Liste tatsächlich erreichen will?

Die meisten von uns machen vermutlich keine besonderen Gedanken darüber, und das ist auch vollkommen verständlich, denn wir haben auch andere Dinge zu tun, die wichtiger sind als das.

Trotzdem schadet es nicht, zumindest ein Bewusstsein darüber zu haben, was das Ziel aller Top-Listen ist.

Die Antwort lautet: Werbung.

Die Werbeindustrie ist teilweise schlauer, als viele von uns es wahrnehmen wollen. Während diese Listen vorgespielt werden, gibt es selbstverständlich Werbung dazwischen.

Und noch dazu wollen wir alle selbstverständlich unbedingt wissen, welches Lied, welche Gruppe oder welches Ereignis die Nummer 1 auf der Liste ist. Dafür bleiben wir nun ein wenig länger dabei und konsumieren nur noch ein wenig mehr Werbung.

Es bleibt anschließend zu bemerken, dass fast alle Listen subjektiv zusammengestellt wurden im Hinblick auf eine spannende und fesselnde Unterhaltung, damit die Zuschauer so lange wie möglich dabei bleiben.

Ich möchte diese Listen nicht verurteilen oder verteufeln, denn ich schaue solche Sendungen ebenfalls manchmal an.

Wenn wir intelligent mit unserem Konsum umgehen möchten, sind solche Erkenntnisse jedoch hilfreich, damit wir die besten Entscheidungen für uns selbst treffen können, womit wir unsere Zeit eigentlich verbringen wollen.

Soloselbständigkeit und die Folgen des Erfolgs

Die Steuerberaterin hat sich vor circa drei Jahren selbstständig gemacht und dann kam die unerwartete Überraschung. Sie war so erfolgreich, dass sie die Arbeit nicht mehr bewältigen konnte, obwohl sie die Lohnarbeiten und Kontierungen (Zuordnung der Buchungen) bereits ausgelagert hatte.

Die meisten Menschen würden mir vermutlich zustimmen, wenn ich behaupten würde, dass es besser ist, an Arbeit zu ersticken, als gar keine Kunden zu haben.

Das Problem des Erfolgs kommt bei den vielen Soloselbstständigen, die ich begleiten durfte, häufiger vor, als man denkt. Man ist oft einfach nicht darauf vorbereitet.

Es geht um die Anpassung und Vervielfältigung der Arbeitskräfte und Ressourcen bei zunehmenden Aufträgen. Leichter gesagt als getan, und wenn der Laden brennt vor Aufträgen, ist die Suche nach Hilfe und Unterstützung schwer zu bewältigen.

Die allgemeine Regelung für Soloselbstständige im Alltag ist es daher, einen schriftlichen Plan zu haben, und zwar bereits jetzt, für den Fall des Erfolgs, und wie die zunehmende Arbeit dann bewältigt wird.

Solche Gedanken werden meistens auch mit Freude gemacht, denn es macht auch Spaß, darüber nachzudenken. Entscheidend ist, dass der Plan auch aufgeschrieben wird und die anderen Menschen oder Unternehmen, die damit involviert sein sollten, klar definiert sind.

Die Steuerberaterin nimmt inzwischen weniger Aufträge an und muss ihren Kundenstamm reduzieren. Sie war einfach nicht vorbereitet, weil sie keinen schriftlichen Plan hatte und in der Hektik nicht unbedingt mehr klar denken konnte.

Bist du Soloselbstständige? Du hast den Plan für den Erfolg bereits aufgeschrieben? Wenn nicht, ist die richtige Zeit dafür heute. Nicht morgen, unbedingt heute, denn morgen holt dich der Alltag wieder ein und der Plan bleibt auf der Strecke liegen und wird in den meisten Fällen dann doch nicht geschrieben.