Besser spät als nie trifft nicht immer zu

Es kommt immer wieder vor, dass wir etwas zu einem späteren Zeitpunkt unternehmen wollen. Nur gerade jetzt ist der Zeitpunkt unpassend und daher muss das Vorhaben nach hinten geschoben werden.

Etwas für später zu planen ist selbstverständlich und auch menschlich, denn wir können nicht alles gleichzeitig machen.

Das Problem dabei?

Ich muss selbst gestehen, dass ich bestimmte Aktivitäten seit fünf Jahren immer noch auf meiner To-do-Liste habe. Tatsächlich habe ich 2018 damit angefangen, aber bis jetzt bin ich nicht weitergekommen.

Inzwischen ist diese geplante Aktivität nicht mehr sinnvoll zu machen, denn die Zeiten haben sich geändert. Also, die Sache hat sich erledigt. Schade eigentlich, denn wozu habe ich dann überhaupt angefangen? Gute Absichten?

Natürlich kann man etwas unternehmen und später damit aufhören oder einfach nicht weitermachen. Aber diese Entscheidung habe ich nie getroffen. Ich hatte diese Aktivitäten immer noch vor und das seit fünf Jahren. Das war der eigentliche Fehler, denn ich wollte etwas tun, habe ich aber nicht gemacht.

Besser spät als nie kann zutreffend sein, wenn die Zeit unwichtig oder weniger relevant ist.

Sonst wäre es schlicht und ergreifend besser gewesen, überhaupt nicht anzufangen und etwas anders zu machen oder planen.

Magst du mich eigentlich?

Diese Frage stellen wir meistens nur im Kopf und selten verbal. Aber wenn wir diese Frage doch stellen, dann versuchen wir meistens einzuschätzen, was eine andere Person über uns denkt, fühlt oder empfindet.

Eine bewährte Methode, um sympathisch zu wirken ist es, echtes Interesse an andere Menschen zu zeigen. Nicht gespielt oder vorgetäuscht, sondern ernsthaft gemeintes Interesse. Man merkt vorgegaukeltes Interesse immer sofort.

Die meisten Menschen erzählen gerne etwas über sich und wenn Gemeinsamkeiten dadurch gefunden werden können, dann werden diese Menschen dich fast immer mögen.

Die Frage, ob diese Person dich mag, kannst du dir dann sparen.

Überzeugung und Zufriedenheit

Wer von etwas überzeugt ist, empfindet meistens eine gewisse Zufriedenheit damit. Eine Überzeugung verleiht eine gewisse Richtung im Leben, denn sie reduziert die Zahl der abweichenden Optionen und Möglichkeiten.

Eine Überzeugung kann tatsächlich das Leben ein wenig leichter machen, allein dadurch, dass wir weniger bewerten und entscheiden müssen. Wir empfinden oft nicht nur Zufriedenheit, sondern auch Gelassenheit von unseren Überzeugungen.

Interessant wird es, wenn Zweifel an unsere Überzeugungen auftauchen.

Da langanhaltende Überzeugungen häufig auch Teile unserer Persönlichkeit werden, sind sie umso schwieriger und teilweise schmerzhafter zu ändern oder abzulegen.

Warum kleben Menschen so oft an Überzeugungen fest, auch wenn sie sich später nachweislich als falsch erwiesen wurden?

Meistens, weil die Verbindung und Assoziation zur eigenen Persönlichkeit und der damit verbundenen Zufriedenheit sehr schwierig abzulegen ist.

Ein Teil der Persönlichkeit und Zufriedenheit gleichzeitig abzugeben ist verdammt schwer und daher kleben so viele Menschen an alten Überzeugungen fest, obwohl sie sich nachweislich als falsch, schädlich oder zumindest als teilweise unzutreffend erwiesen wurden.

Erkenntnisse darüber zu haben, weshalb sich Menschen an veralteten oder falschen Überzeugungen festhalten, kann uns helfen, besser damit umzugehen.

Vorbereitung für eine Entscheidung

Die Grundlage für die Entscheidungsfindung kann entscheidend für den Erfolg einer Entscheidung sein. Mit einer geeigneten Grundlage können Entscheidungen meistens am schnellsten getroffen werden.

Nur manchmal dauert die Suche nach dieser Grundlage länger als die Umsetzung der Entscheidung selbst. Viele Entscheidungen werden allein deswegen nicht getroffen, weil man viel zu sehr mit der Vorbereitung und Sammeln von Informationen beschäftigt ist.

Dabei wird viel zu oft die wichtigste Eigenschaft für die Vorbereitung einer Entscheidungsfindung übersehen, nämlich die Berücksichtigung der Einstellungen und Persönlichkeiten der betroffenen Personen.

In anderen Worten: erst identifizieren, wer selbst eine Entscheidung treffen soll oder von dieser Entscheidung betroffen ist. Dann muss festgestellt werden, wie diese Person oder Personen „ticken“ und welche Lösungen für die betroffenen Personen infrage kämen.

Erst nach dem diese Frage ausreichend geklärt wurde, kann die Suche nach einer geeigneten Lösung gestartet werden, aber nicht vorher.

Die Suche wird erheblich schneller und effektiver werden, wenn wir nach Lösungen für Personen suchen und nicht nach Lösungen für Probleme.

Selbstverständlichkeiten im Alltag

Wann werden Wiederholungen oder Gewohnheiten im Alltag selbstverständlich? In der Regel wird man darauf antworten, spätestens dann, wenn diese Wiederholungen oder Gewohnheiten erwartet werden. Genau deswegen werden sie ja Selbstverständlichkeiten genannt.

Viele Selbstverständlichkeiten sind aber ungewollt und teilweise destruktiv. Wie kann es denn sein, dass diese Dinge überhaupt selbstverständlich geworden sind?

Selbstverständlichkeiten entstehen oft schleichend, ganz langsam und häufig unbewusst. Mit der zunehmenden Zeit kann man sogar sogenannte „Gewohnheitsrechte“ daraus ableiten.

„Wir haben es immer so gemacht, daher ist es doch selbstverständlich“.

Eine Selbstverständlichkeit entsteht meistens durch Wiederholungen, Gewohnheiten oder Erwartungen.

Lediglich Erwartungen können von Anfang an eine Grundlage haben, weshalb sie selbstverständlich sind. Diese Grundlage kann ein Gesetz, Regeln beim Fußballspiel, ein Vertrag oder sogar eine verbale Vereinbarung sein. Es wird etwas erwartet und ist selbstverständlich, dass man sich an die bekannten Regeln hält.

Wiederholungen und Gewohnheiten entstehen auf einer anderen Art und Weise und müssen weder vereinbart noch von allen Beteiligten akzeptiert werden. Bei deinem Nachbarn müssen die Schuhe vor Betreten des Hauses ausgezogen werden, aber bei dir vielleicht nicht. In deiner Firma werden gelegentliche Überstunden vielleicht als selbstverständlich betrachtet, obwohl diese Mehrstunden nicht in deinem Arbeitsvertrag steht.

Entscheidend bei der Bewertung von Selbstverständlichkeiten ist zu erkennen, wie sie entstanden sind. Tatsächlich durch Wiederholung und Gewohnheit oder doch durch eine bereits existierende Grundlage.

Erst nach dieser Erkenntnis, können wir identifizieren, welche Selbstverständlichkeiten für uns tatsächlich selbstverständlich sind und welche vielleicht einfach nur schädlich sind.