Schreibblockade mit Blödsinn lockern

Wer viel schreibt, hat mit einer Vielzahl von Herausforderungen zu kämpfen. Vergessen wir die Grammatik und Rechtschreibung, die Rede hier ist von Schreibblockaden.

Alle Menschen, die viel schreiben, werden zwangsläufig eines Tages mit Schreibblockaden zu kämpfen haben. Und wer noch keine Schreibblockade erlebt hat, hat einfach noch nicht genug geschrieben. Einfach weiterschreiben, die Blockade kommt noch.

Die meisten Lösungen, um eine Schreibblockade zu lösen, empfehlen einen Wechsel. Dieser Wechsel kann sowohl gedanklich (durch Ablenkungen und Gedankenwechsel) als auch körperlich (man bewegt sich oder ändert seine Umgebung) sein. Auch eine Kombination davon kann nützlich sein.

Eine weitere und ergänzende Methode ist die sogenannte Blödsinn-Methode.

Mit dieser Methode fängt man einfach an zu schreiben, ohne Richtung oder Sinn. Egal, was gerade in den Kopf kommt, vielleicht das Wetter oder ein Witz, alles ist erlaubt. Hauptsache, es wird überhaupt geschrieben.

Übrigens: Zeichnungen sind nicht erlaubt, nur Texte, denn Zeichnungen stimulieren andere Gehirnareale als Texte. Wenn wir lediglich zeichnen, dann können wir bei Ablenkungen bleiben.

Diese Methode lehnt sich an gedankliche Abwechslungen an, aber der Unterschied besteht darin, dass man trotz der Ablenkung weiterhin schreibt (auch wenn es Blödsinn ist). Somit wird die Wahrscheinlichkeit drastisch erhöht, dass sich die Schreibblockade löst.

Geschenke zum Geburtstag

Markus wurde zur Geburtstagsfeier seines Freundes Helmut eingeladen und er hat sich Gedanken darüber gemacht, was er Helmut schenken konnte. In der Vergangenheit hat Markus immer einen Gutschein für seinen Freund besorgt und er kam gut an. Nur dieses Mal hatte Markus keine Zeit gehabt, um einen Gutschein zu holen, und er wusste nicht mehr, was er machen sollte.

„Nur Bares ist Wahres“ kam Markus erst in den Sinn, denn ein Gutschein ist letztlich genau das, aber in einer anderen Form. Markus konnte sich trotzdem mit dieser Idee nicht anfreunden, denn er war auf einen Gutschein fixiert und Bargeld wirkte unpersönlich.

Erst dann wurde Markus bewusst, dass er sich niemals Gedanken darüber gemacht hatte, was sein Freund Helmut eigentlich wirklich gebrauchen konnte, denn es gab immer Gutscheine, und die waren in Ordnung.

Da Helmut sein Freund war, hat Markus ihn einfach angerufen, die Situation geschildert und sich gleich dafür entschuldigt, dass er dieses Jahr aus zeitlichen Gründen keinen Gutschein kaufen konnte. Dann hat Markus seinen Freund Helmut gefragt, was er sich zum Geburtstag wünscht.

Helmut hat dann erzählt, dass er sich vor ein paar Tagen einen neuen Schreibtisch gekauft hatte und eine kleine Stehlampe dafür gebrauchen konnte. Eine kleine Lampe hat Helmut auch schon bei einem Onlinehändler gefunden, recht günstig und gleich lieferbar, nur bestellt hat er sie bisher nicht. Wenn Markus das für ihn erledigen würde, wäre diese Geste das perfekte Geburtstagsgeschenk.

Markus hatte kurz übersehen, wie schnell die Zeiten sich ändern können, und Geburtstage sind nicht davon befreit. Gewohnheiten sind nett und können definitiv auch schön sein, aber ob sie immer und nur aus „Gewohnheit“ beibehalten werden sollen, sollte man gelegentlich infrage stellen.

Übrigens, die obige Geschichte ist wahr und die Lampe steht schon auf dem Tisch.

Montagsfrage 19

Jeden Montag wird eine neue Frage gestellt, die dazu genutzt werden kann, die graue Masse zwischen den Ohren anzuregen und die Woche gedanklich aktiv zu beginnen.

Die heutige Montagsfrage lautet daher:

Gibt es ein einziges Wort, welches du aus Überzeugung einfach nicht aussprichst, oder zumindest sehr ungern? Welches Wort kann das sein und warum?

Es kann ein Schimpfwort sein, oder vielleicht ein Begriff aus einer anderen Sprache.

Manche Menschen haben Schwierigkeiten, diese Frage zu beantworten, denn sie haben bisher keine Gedanken darüber gemacht.

Wenn du weißt, was du nicht gerne tust, kannst du bessere Entscheidungen treffen, was du gerne tust, und die Auswahl der Worte, die du im Alltag verwendest, gehört dazu.

Falls du es wissen möchtest: Ja, ich habe auch ein Wort, welches ich einfach nicht verwende: geil. Dieses Wort kommt bei mir nicht vor, und nicht, weil ich prüde bin, sondern weil ich das Wort einfach bescheuert finde. Schon immer gewesen. Ich benutze anstatt des Wortes „genial“ als Ersatz.

Warum ein Film oft eine gute Lösung ist

Wenn wir mit Problemen konfrontiert werden, dann versuchen wir sie meistens selbst zu lösen. Und wenn das nicht klappt, dann suchen wir oft nach weiteren Lösungen oder Anregungen.

Vielleicht suchen wir im Netz oder bei Bekannten und Freunden. Manchmal klappt es und manchmal nicht.

Wenn das Problem nicht sofort gelöst werden muss, dann gibt es eine weitere Lösung, an die viele Menschen vielleicht nicht denken würden, dass diese Lösung überhaupt funktioniert.

Schaue einfach einen guten Film an.

Diese Methode erreicht gleichzeitig drei Aspekte der Problemlösungskompetenzen. Gedankliche Ablenkung, Abstand zum Thema und abweichende Anregungen.

Durch eine solche kurze Unterbrechung kommen oft ganz neue Ideen.

Nicht umsonst wird behauptet, dass die besten Ideen kommen, wenn man unter der Dusche steht. Wenigstens beim Filmschauen muss man sich nicht nachher abtrocknen, bevor die neuen Ideen umgesetzt werden können.

Bitte keine Bitte um Verständnis ohne Verständnis

Es kommt immer wieder vor, dass etwas Unvorhergesehenes passiert. Oft geht es um die Lieferung von bestellten Waren im Netz, aber es kann sich auch um einen geplanten Termin handeln.

Meistens wird die bestellte Ware zu einem späteren Zeitpunkt geliefert oder der Termin findet zu einem anderen Zeitpunkt statt.

Es kann immer etwas passieren und es ist immerhin begrüßenswert, wenn wir überhaupt eine Mitteilung bekommen, dass sich etwas ändert, anstatt ungeduldig auf einer vorgesehenen Sendung zu warten oder vor einer geschlossenen Türe zu stehen.

Es gehört zum höflichen Umgang miteinander, dass Planabweichungen immer den anderen betroffenen Teilnehmern mitgeteilt werden. So etwas kann immer wieder vorkommen.

Es gehört aber auch zum höflichen Umgang miteinander, dass man sich für diese Veränderung entschuldigt, denn die anderen Betroffenen müssen sich anpassen, und das kann manchmal schwierig oder mit Aufwand verbunden sein.

Eine Bitte um Verständnis gehört jedoch nicht zum höflichen Umgang miteinander und ist vollkommen überflüssig. Erschwerend dazu kommt die Tatsache, dass wir in der Regel gar nicht wirklich wissen, warum etwas geändert wird.

Ich kann kein Verständnis für etwas aufbringen, wenn ich die Sache nicht verstehe.

Die Bitte um Verständnis ist nicht anders als eine oft gut gemeinte und höfliche Redewendung. Tatsächlich ist sie aber nutzlos.

Wenn du etwas ändern musst, dann mache es anderweitig wieder gut, aber bitte nicht mit Verständnis. Diese Redewendung hat ausgedient.