Warum wir gezielt lernen müssen, um produktiv zu sein

Ich bin seit meiner Kindheit Autodidakt (Selbstlerner) und lerne sehr gerne jeden Tag, manchmal viel und manchmal weniger, aber täglich sollte es schon sein.

Einiges, was ich gelernt habe, war völlig für die Katz. Diese Inhalte waren dermaßen sinnbefreit, dass ich mich ernsthaft fragte, ob die Verfasser dieser Bücher, Seminare und Kurse, einen schlimmeren Dachschaden hatten, als ich selbst vor Jahren tatsächlich erleben müsste.

In anderen Fällen waren die Inhalte stimmig und nachvollziehbar, aber nur für sehr wenige Fälle geeignet und anwendbar. Verwendest du dieses Wissen nicht, dann sind die Inhalte auch hier nicht relevant und nützlich.

Seit über 40 Jahren lerne ich aktiv, selbst in sehr vielen unterschiedlichen Bereichen. Viel Wissen war interessant, aber nicht wirklich nützlich im Alltag. Anderes Wissen war an sich interessant, aber für mich, meine Unternehmen und meine Klienten, nicht nötig zu haben.

Wozu dann Wissen ansammeln, wenn du es nicht benötigst, weder jetzt noch später?

Die Frage ist berechtigt.

Die Erfahrung nach 40 Jahren lautet daher:

Lerne erst gezielt, dann nach Interessen.

Das bedeutet: Lerne erst, was du lernen musst, um deine Aufgaben zu erledigen. Erst danach, kannst du lernen, was dich interessiert.

Es gibt oft einen Unterschied zwischen dem, was wir lernen müssen, und dem, was wir lernen möchten. Manchmal sind sie zwar identisch, aber oft nicht.

Warum neue Ideen oft Blödsinn benötigen

Es gibt unzählige Methoden, um an neue Ideen zu kommen. Die Methoden fangen mit A wie „Assoziationen verbinden“ an und enden mit Z wie „Zusammenhänge wahrnehmen“ auf.

Die geeignete und passende Methode, um an neue Ideen zu kommen, ist manchmal schwieriger zu finden als die Idee selbst. Wir verlieren uns oft im Detail, und für die Ideenfindung ist das meistens kontraproduktiv und nicht zweckdienlich.

Die „Blödsinn-Hinzufügen-Methode“ kann in vielen Fällen eine hilfreiche Stütze sein.

Diese Methode benötigt lediglich eine Richtung oder eine Frage, um anfangen zu können. Wo soll die Reise hingehen? Dieses Ziel kann auch absolut vage und unklar sein. Es geht zunächst nur um den Anfang.

Jetzt, mit dem Startpunkt, fügt man Blödsinn hinzu, je mehr, umso besser. Zahlreiche neue (und auch blödsinnige) Ideen werden sicherlich hierdurch entstehen. Wichtig ist, bei der Nutzung dieses Verfahrens nicht zu bewerten, sondern nur Blödsinn hinzuzufügen. Vielleicht lächerliche, außergewöhnliche und unrealistische Elemente – alles ist erlaubt.

Erst nach dieser Phase kann eine Bewertung und Aussortierung stattfinden. Diese Methode hat oft die gewünschte „geniale neue Idee“ hervorgebracht.

P.S. Diese Technik ist ähnlich wie Brainstorming, aber mit dem Unterschied, dass explizit nach Blödsinn gesucht wird. Die anschließenden Erkenntnisse sind nicht selten verblüffend genial.

Wenn der Sinn nicht mehr aktuell ist

Wenn wir weiterhin eine Tätigkeit auf eine bestimmte Art und Weise ausüben, obwohl wir produktiver, effektiver oder sinnvoller mit einer Änderung wären, dann stellt sich die Frage, warum wir nicht bereits etwas geändert haben.

Gewohnheit? Angst vor Veränderungen? Oder vielleicht ist die Tätigkeit weisungsgebunden und nicht veränderbar?

Es gibt viele Gründe, eine Sache weiterhin so zu machen wie bisher, und manchmal ist es gelegentlich auch besser so, alles wie gehabt laufen zu lassen.

Manchmal.

Mit diesem Beispiel geht es hier um diesen Blog und um die URL-Darstellung.

Bis heute waren sämtliche Blogbeiträge nach Jahr und Monat abgelegt.

blaz.de/2022/12/Dies_Ist_Ein_Beispiel

Bis zu einem gewissen Grad erschien mir das damals logisch und es hatte eine bestimmte Ordnung.

Bis ich heute die Suchergebnisse gesehen habe. Die URLs wirkten überladen und aufgebläht. Nicht umsonst werden die https:// Bezeichnung bei Internet-Browsern immer wieder ausgeblendet und nicht weiter angezeigt. Es ist eine Platzverschwendung im Browserfenster.

So kam mir das auch vor mit dem Jahr und Monat – überladen und aufgebläht.

Daher habe ich die URL geändert. Eine solche Änderung ist natürlich mit Vorsicht zu genießen. Suchmaschinen müssen jetzt die gesamte Website neu indizieren und darstellen. Der Cache muss geleert und neu eingelesen werden usw.

Aber das Ergebnis mit den URLs ist nun kürzer und für mich persönlich, informativer.

Ziel erreicht. Ob zahlreiche Fehler auftauchen und ich alles bereue, wird die Zeit zeigen.

Der Sinn damals, Beiträge nach Jahr und Monat zu sortieren, war nicht mehr aktuell.

In welchen anderen Bereichen ist der Sinn nicht mehr aktuell und eine Änderung möglicherweise angebracht? Was konntest du heute ändern?

Eine weitere Möglichkeit für Geburtstagsgrüße

Persönliche Geburtstagsgrüße. Die einen mögen sie, die anderen weniger. Inzwischen werden viele Geburtstagsgrüße über die sozialen Medien verbreitet, aber besonders persönlich sind solche Grüße für mich trotzdem nicht, auch wenn sie privat oder als direkte Nachricht gesendet werden.

Persönlich bedeutet für mich, etwas näher zu sein als nur mit Zeilen in den sozialen Medien, denn das können alle, und wir sind doch nicht alle.

Vor Jahren habe ich gerne Freunde, Bekannte und Geschäftspartner zum Geburtstag angerufen. In 99,99 % aller Fälle haben sie sich über den Anruf auch gefreut.

Ich musste dann aufhören.

Was ist passiert?

Ich hatte vor Jahren die magische Zahl von 1000 Kontakten erreicht. Keine 08/15-Kontakte oder Abonnenten bei den sozialen Medien, die ich nur vage kenne, echte Kontakte, die ich kenne.

Es war einfach nicht mehr möglich, alle Kontakte anzurufen. Ich hatte einfach nicht mehr die Zeit dafür. (Ich höre jetzt die Rufe der sozialen Medien-Befürworter …) 🙂

Die Lösung war ein Kompromiss und eine Verlegung. Diese Variante für Geburtstagsgrüße benutze ich seit Jahren und die Freude ist groß und sie ist auch machbar mit mehr als 1000 Kontakten, wie bei mir inzwischen der Fall ist.

Geburtstagsgrüße per Telefon: Wenn die Person eine 0 oder 5 hat am Geburtstag. 40, 45, 50 Jahre alt und so weiter. Da wird angerufen.

Wenn ein Anruf nicht möglich ist, wird eine Karte gesendet, und zwar mit der Post. (Als Alternative hierzu kann man eine E-Mail senden, aber dann bitte eine direkte und persönliche E-Mail und nicht über die sozialen Medien).

Die Besonderheit liegt an der 0 oder 5 im Geburtstag. Wenn die Kontakte es wert sind, ich meine wirklich wert, dann sind sie auch nicht die Mühe wert für einen Anruf oder für ein Schreiben?

Wenn nicht, sind diese Kontakte wirklich so wertvoll, wie wir denken, dass sie es sind?

Die Wahrheit über berufliche Eignungstests

Wenn du nicht weißt, was du beruflich tun möchtest, dann gibt es die Möglichkeit, sogenannte Eignungstests in Anspruch zu nehmen. Diese Tests sollen dazu dienen, deine Interessen und Neigungen zu hinterfragen und Klarheit darüber zu erzielen, was du möglicherweise später beruflich machen konntest. Die gleichen Tests werden auch für Berufswechsler häufig eingesetzt.

Die Frage ist nach der Eignung der Person, aber was bedeutet Eignung? Genau hier an diesem Punkt scheiden sich die Geister und es gibt unterschiedliche Meinungen und Schlussfolgerungen.

Seit über 30 Jahren habe ich Eignungstests für Mitarbeiter und Studenten benutzt und diese anschließend gemeinsam mit persönlichen Gesprächen mit den Teilnehmern ausgewertet.

Das Ergebnis?

Lust und Eignung sind zwei Paar Schuhe.

Nur weil du Lust oder Bock auf eine bestimmte Tätigkeit hast, bedeutet das nicht automatisch, dass du auch gut darin bist. Diese Erkenntnis kommt häufig überraschend rüber, denn es wird uns häufig vorgegaukelt, dass wir erfolgreich werden können, wenn wir genau das tun, was wir lieben. Die Praxis zeigt, dass dies nicht der Fall ist.

Eignung muss salonfähig gemacht werden.

Wenn du eine bestimmte Fähigkeit hast, muss diese ein Bedürfnis erfüllen, ein Problem lösen oder einen Mehrwert liefern. Dafür sind Aus- und Weiterbildungen optimale Möglichkeiten, um diese bereits vorhandenen Fähigkeiten zu entfalten und zu erweitern. Die beste Fähigkeit auf der Welt bringt herzlich wenig, wenn es keinen Nutzen dafür gibt (Hobbys ausgenommen).

Fazit

Eignungstests sind ein erster Schritt und sind gut, um eine Richtung zu geben. Wo sind meine Neigungen? Was mache ich gerne?

Der nächste und entscheidende Schritt liegt aber darin, eine Verbindung zwischen unseren eigenen Interessen und Fähigkeiten und den Marktbedürfnissen herzustellen. Wenn diese Verbindung hergestellt wird, dann steht nichts im Weg, eine lange und auch glückliche berufliche Tätigkeit auszuüben.

Eignungstests allein sind effektiv nutzlos und nur als Spaß zu verstehen, wenn diese Verbindung nicht hergestellt wird.