Unterschiedliche Meinungen vereinen

Es wäre ziemlich kontraproduktiv für die weitere menschliche Entwicklung an sich und furchtbar langweilig obendrein, wenn wir alle einer Meinung wären. Trotzdem sind wir meistens auch froh darüber, wenn wir einer Meinung sind, zumindest mit Menschen in unserer unmittelbaren Umgebung.

Es kommt aber häufig vor, dass wir uns nicht einig sind.

Wie können dann unterschiedliche Meinungen nun vereint werden?

Ein Geheimnis der Vereinigung von unterschiedlichen Meinungen liegt an der Sympathie.

Niemand will belehrt werden, aber die meisten Menschen lernen gerne. Genau deswegen verteidigen Menschen ihre Meinungen auch, nachdem sie sich bereits als falsch erwiesen haben.

Anstatt zu versuchen, jemanden von deiner Meinung zu überzeugen, zeig Interesse für diese andere Meinung, auch wenn du nachweisen kannst, dass sie falsch ist. Bitte jedoch gleichzeitig deinen Gesprächspartner, zumindest ein wenig auch für deine Meinung offen zu sein. Durch Sympathie, aber gleichzeitig ohne Belehrungen, kannst du Menschen offen für deinen Standpunkt machen.

Viele von uns geben an, offen für unterschiedliche Meinungen zu sein, aber die Wahrheit ist: Wir sind es meistens doch nicht. Wenn dein Gegenüber dir sympathisch ist und dich darum bittet, seine Meinung anzuhören, ohne dich zu belehren oder zu beurteilen, ist die Bereitschaft dazu fast immer vorhanden.

Einen schnelleren Weg, unterschiedliche Meinungen zu vereinen, gibt es eigentlich nicht.

Nett im Gespräch, aber bestimmend im Schriftverkehr

Eine bewährte Taktik, um sowohl sympathisch als auch gleichzeitig jedoch bestimmend zu wirken, ist, eine Trennung der Art und Weise zu praktizieren, wie du mit Menschen kommunizierst.

Es gibt fast nie einen triftigen Grund, nicht nett in einem Gespräch zu sein, auch wenn du dich beschweren willst oder wenn du dich dazu berechtigt fühlst. Es ist eine Tatsache, dass du einfach mehr erreichen kannst, wenn dein Gesprächspartner bereit ist, dir zu helfen, oder zumindest aktiv zuzuhören.

Anders sieht es aus mit Schriftverkehr. Hier ist die Kommunikation sachlich und fachlich zu halten. Nur die Fakten zählen und nur diese sollen auch entsprechend aufgelistet werden.

Ein Beispiel ist, eine Zusammenfassung eines geführten Gespräches anschließend zu verfassen. Hier spielen weder Emotionen noch Intentionen eine Rolle, sondern nur die geschriebenen Tatsachen. Später sieht man nur, was geschrieben wurde, und weiß sonst nichts von Meinungen oder lustigen Übertreibungen oder Bemerkungen, die vielleicht in diesem Vorgespräch vorgekommen sind.

Probleme im Schriftverkehr können fast immer durch ein Gespräch geklärt werden. Anschließend können die geschriebenen Dokumente geändert oder angepasst werden.

Damit alles klappt, ist ein nettes Gespräch meist hilfreich.

Und ja, es gibt Ausnahmen, aber sie bestätigen die Regel.

Problem oder Herausforderung?

Viele Menschen, besonders aus der Motivationsszene, nennen Probleme Herausforderungen. Probleme gibt es bei diesen Menschen nicht, nur Herausforderungen.

Die Idee an sich ist nicht verkehrt, denn eine Herausforderung kann positiv sein und soll motivierender wirken als ein Problem.

Das Problem mit dem Begriff „Herausforderung“ ist die Verschleierung des eigentlichen Problems.

Ein Problem ist ein Problem. Ein anderer Begriff dafür ändert nichts an der Sache selbst.

Die eigene Einstellung zum Problem und die Vorgehensweise zur Lösung sind die tatsächliche Herausforderung.

Die Begriffe stehen zwar miteinander in Verbindung, es ist jedoch nicht ratsam, sie zu vermischen, wenn Probleme effektiv gelöst werden sollen.

Nach oben schauen

Wir haben es alle eines Tages vermutlich mal erlebt — ein Mann oder eine Frau steht an beliebiger Stelle in einem Raum und schaut einfach nach oben.

Was machen die meisten anderen Menschen, wenn sie diese Person sehen?

Du hast es erraten, sie schauen auch nach oben.

Natürlich sind die Handygeschädigten in solchen Fällen vollkommen unbetroffen, weil sie ohnehin nur noch auf dem Handy schauen, und bekommen nicht mal mit, dass eine andere Person nach oben schaut. Aber das ist ein anderes Thema.

Eine Person schaut nach oben, dann machen es die anderen. Warum eigentlich? Allein aus Neugierde oder gibt es auch andere Gründe?

Das Verhalten ist ein soziales Verhalten. Wir tendieren dazu, das zu machen, was andere Menschen machen, mit all seinen Vor- und Nachteilen.

Vielleicht ist tatsächlich oben etwas Interessantes zu sehen und vielleicht auch nicht, die Theorie hilft uns in solchen Fällen nicht, eine vernünftige Entscheidung im Voraus zu treffen. Wir müssen einfach nach oben schauen und danach bewerten, ob es interessant und lohnenswert war, oder eben nicht.

Ein solches Verhalten ist auch in vielen anderen Lebensbereichen anwendbar. Die Theorie ist zwar gut, aber die Praxis und Erfahrung sind manchmal durch nichts zu ersetzen.

Was haben Twitter und die WM gemeinsam?

Bei Twitter gab es einen Massenexodus von Benutzern und bei der Fußball-Weltmeisterschaft haben viele Menschen angegeben, nicht hinschauen zu wollen.

Was sind die Gemeinsamkeiten?

In beiden Fällen gab es Bewegungen und Aktivitäten erst dann, als es effektiv zu spät war, etwas wirklich zu verändern oder entscheidende Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Es gab eine Reaktion, es wurde auf etwas reagiert, anstatt aktiv zu agieren, um mögliche Veränderungen und Aufmerksamkeit im Voraus zu erzeugen.

Es gibt natürlich keine Garantie, auch wenn etwas zeitlich vorausschauend unternommen wurde, um Aufmerksamkeit für ein Thema zu erzeugen, dass sich tatsächlich etwas geändert hätte, aber darum geht es nicht.

Es geht darum, zu verstehen und zu verinnerlichen, wie die Menschen „ticken“ und welche Motive hinter Aktivitäten stecken, damit sie besser verstanden werden können.

Der Mensch bewegt sich allgemein schnell, wenn es brennt, aber Feuerlöscher im Voraus zu kaufen, ist ein wenig langweilig und hat nicht unbedingt eine hohe Priorität.

Bis es brennt.