Wie viele Meinungen sind zu viele?

Bei wichtigen Entscheidungen ist es meistens ratsam, eine zweite Meinung dazu einzuholen. Und wenn die zweite Meinung auch nicht ganz überzeugend ist, dann vielleicht eine dritte Meinung. Aber was tun wir, wenn die dritte Meinung uns auch nicht überzeugt? Wie viele Meinungen sollen wir dann einholen, bis wir endlich eine Entscheidung treffen können?

Das Problem mit Meinungen ist nämlich die Tatsache, dass wir alle eine haben. Die entscheidende Frage ist vielmehr vorab zu erkennen, welche Meinungen wir überhaupt anhören möchten. Wer darf uns einer Meinung geben und warum denken wir so?

Diese Frage ist manchmal schwieriger zu beantworten, als viele Leute denken. Wenn dein langjähriger Freund dir seiner Meinung gibt, wirst du vermutlich auch auf ihm hören, denn er kennt dich seit Langem und er weißt, wie du bist und wie du denkst. Aber wenn ein Fachmann kommt und dir dann einer anderen Meinung gibt, dann fängt es an, schwierig zu werden.

Es gibt aber eine Lösung, wenn du wissen willst, wie viele Meinungen zu viele sind.

Die Antwort lautet:

Wenn du aufhörst, zuzuhören.

Manchmal sind zwei Meinungen eine zu viele und manchmal sind viele Meinungen notwendig, bis du eine vernünftige Entscheidung treffen kannst. Und es kommt auch vor, dass du einfach sehr viele Meinungen anhören musst, bis du von einer Sache überzeugt werden kannst.

Wie viele Meinungen du anhören kannst, sollst oder musst, ist daher ganz unterschiedlich und hängt von der jeweiligen Situation ab.

Wenn du aber merkst, dass du keine Meinungen mehr anhören kannst, dann sind alle anderen Meinungen zu viele.

Keine Statistik vertrauen ohne gesunde Skepsis

Gestern wurde bei einem großen Versandunternehmen für Pakete die Umsätze für das erste Quartal 2023 vorgestellt.

Bei diesem Treffen wurden die Ergebnisse aus sämtlichen Niederlassungen und Tochterunternehmen zusammengestellt und präsentiert.

Die Ergebnisse haben ein sogenanntes Erfolgsprozent in Höhe von 106 % dargelegt. In anderen Worten bedeutet das 6 % über die Erwartungen. An sich präsentiert, nicht schlecht.

Nur wie diese Ergebnisse dargestellt wurden, benötigt Vertrauen und gesunde Skepsis, denn es kann letztlich keiner tatsächlich und ernsthaft überprüfen, ob die Zahlen stimmen oder nicht. Man vertraut eben darauf, dass die Zahlen stimmen, denn es gibt doch Kontrollgremien, die Abweichungen entdecken und korrigieren wurden, oder?

Wie ich bei der Bewertung von Unternehmen immer empfehle, ist es fast immer aufschlussreich, Fragen an die untersten Mitarbeiter in der Hierarchie zu stellen. Diese Menschen haben vielleicht nicht den gleichen Überblick, den man auf Vorstandsebene hat, jedoch wissen sie doch meistens besser als die Vorstände, wie das Unternehmen „tickt“ und was am zuverlässigsten funktioniert.

Daher habe ich diese Menschen für meine Bewertung befragt. Die Berichte waren interessant.

Damit die einzelnen Niederlassungen gute Ergebnisse erzielen können, werden Touren einfach gestrichen, damit sie auf eine maximale Auslastung kommen. Anstatt 20 Touren mit 80 % Auslastungen zu fahren, werden 15 Touren zu 105 % Auslastung gefahren. Das sieht einfach besser und effizienter aus. Zumindest auf dem Papier.

Diese Praxis ist zwar nicht verboten oder gleich schlecht, sie trübt jedoch die Statistik.

Diese Trübung kommt auch häufig vor, auch in anderen Bereichen. Und oft können die Menschen, die diese Statistiken präsentieren, einfach nicht wissen, dass die Information nicht ganz stimmig ist.

Sie müssen darauf vertrauen, dass alles stimmt. Ob dieses Vertrauen verdient wird oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.

Daher ist man immer stets gut beraten worden, Statistiken stets mit einer Portion gesunder Skepsis zu betrachten, unabhängig davon, wer die Statistiken präsentiert.

Wie du am besten eine neue Idee bekommst

Es kommt immer wieder vor, dass du eine neue Idee für dies oder jenes gut gebrauchen konntest. Manchmal ist eine neue Idee lediglich ein Wunsch, aber manchmal ist eine neue Idee überlebenswichtig.

Wenn du auf der Suche nach einer neuen Idee bist, dann bedenke bitte Folgendes:

Neue Ideen entstehen zu 99 % ausschließlich lediglich aus einer neuen Mischung oder Zusammensetzung unterschiedlichen und bereits bekannten Faktoren. Diese neue Mischung ist die neue Idee.

Es ist die Mischung unterschiedlicher Faktoren und Aspekten, die tatsächlich die besten und erfolgreichsten Ideen hervorbringen.

Insofern nicht unbedingt neu an sich, sondern einfach nur neu gemischt.

Wie kannst du nun vorgehen, damit neue Ideen entstehen können?

Raus aus deiner Komfortzone und ab in die Langeweile.

Die meisten Menschen werfen mir einen merkwürdigen Blick, wenn ich diese Empfehlung ausspreche, aber es ist etwas dran.

Denn was ich mit ab in die Langeweile meine ist, dass du dich mit Themen und Sachverhalten beschäftigen sollst, die dich nicht wirklich interessieren. Wenn du kein Spaziergänger bist, dann kann das auch ein Spaziergang sein, den du machen kannst. Hauptsache, du beschäftigst dich mit einem Thema, das dich nicht interessiert oder zumindest nur wenig.

Du bist jetzt voll in der Langeweile gelandet und jetzt kommt der entscheidende Moment.

Bitte verbinde diese neuen Erfahrungen und Erlebnisse mit deinem jetzigen Zustand. Diese Verbindungen können auch absurd oder sogar bescheuert sein, es geht nur darum, neue Verbindungen herzustellen.

Wenn du zum Beispiel eine neue Idee benötigst, weil du eine Mitarbeiterin aus der Firma entlassen musst und da sie so sympathisch und mit dir sogar befreundet ist, weißt du nicht wirklich, wie du das anstellen sollst und du machst nun diesen Spaziergang. Ein Spaziergang machst du meistens nicht, aber du hörst auf diesem komischen David und befolgst ausnahmsweise seinen Ratschlag.

Dabei siehst du viele Bäume. Betrachte diese Bäume als die Mitarbeiter deiner Firma und ein Baum muss weg. Wie gehst du hier vor? In meinen Seminaren geben die Teilnehmer übrigens oft an, dass sie nur an eine Axt denken, um den Baum zu fällen. Wir lachen meistens ein wenig darüber, aber dann kommt die Frage. Was tust du, nachdem der Baum gefallen ist? Da fangen die Denkprozesse erneut an.

Der Baum muss entfernt werden. Aha. Wohin? Kann es sein, dass dieser Baum einfach umgesiedelt werden kann, und zwar in einen anderen Wald? Hmm. Wäre theoretisch möglich, natürlich aber nur wenn es einen anderen Wald in der Nähe gibt.

Diese Gedankenketten sorgen für die besten Voraussetzungen, um neue Ideen zu entwickeln. Wenn die Mitarbeiterin nun entlassen wird, dann hast du vielleicht eine neue Idee, was möglicherweise danach passieren kann, und zwar ohne Axt.

Diese neuen Ideen können daher entstehen, weil diese Sachverhalte oder Themen uninteressant waren für dich. Genau deswegen, hast du dich nicht damit besonders beschäftigt und daher nicht alle möglichen Ideen in Betracht ziehen können.

Also, benötigst du neue Ideen? Ab in die Langeweile. Du wirst es nicht bereuen.

Montagsfrage 21

Jeden Montag wird eine neue Frage gestellt, die dazu genutzt werden kann, die graue Masse zwischen den Ohren anzuregen und die Woche gedanklich aktiv zu beginnen.

Die heutige Montagsfrage lautet daher:

Wann hast du das letzte Mal so richtig laut gelacht?

Es geht nicht darum, geschmunzelt oder gegrinst zu haben, sondern richtig gelacht zu haben.

Manchmal müssen wir hier wirklich ein wenig nachdenken.

Warum hast du so gelacht? War jemand bei dir oder warst du vielleicht allein?

Wenn wir tiefer wissen, worüber wir lachen und warum, dann können wir bessere Entscheidungen treffen, wie wir unsere Zeit verbringen wollen und vor allem mit wem.

Wann gibt es nichts zu tun?

Ich kenne viele Menschen, die diese Frage einfach nicht verstehen, denn für sie gibt es immer etwas zu tun. Diese Menschen gehören, zumindest in meinem beruflichen und privaten Bekanntenkreis, zwei Kategorien an: Selbstständige und Menschen, die im öffentlichen Dienst arbeiten (Krankenhäuser und Polizei).

Und diese Leute sind wirklich immer gestresst und haben viel zu tun. Burn-out ist kein unbekanntes Problem bei diesen Berufsgruppen.

Wenn ich solche Berufsgruppen berate und unterstütze, dann stelle ich trotzdem die Frage, was sie machen werden, wenn es nichts zu tun gibt. Dabei dränge ich auf eine durchdachte und plausible Antwort und keine einfache Antwort, nur um meine Frage zu beantworten.

Diese Frage lenkt die Denkprozesse zu den Zeiten hin, auch wenn sie ganz kurz waren, als es tatsächlich nichts zu tun gab, und wenn es sich nur um Minuten handelte.

Die verstärkte Aufmerksamkeit auf diese Zeiten kann helfen, andere Perspektiven zu entwickeln. Durch die verstärkte Wahrnehmung dieser Zeiten werden die stressigen Zeiten häufig einer anderen Bedeutung zugeordnet. Die werden einfach anders wahrgenommen als bisher.

Diese Zeiten sind trotzdem sehr stressig und halten manchmal sehr lange an, aber durch die Wahrnehmung der Zeiten, in denen es nichts zu tun gibt, können die stressigen Zeiten oft wesentlich besser bewältigt werden als früher.

Und die Menschen in den Krankenhäusern und bei der Polizei haben diese Entlastung absolut verdient.