Erwartung oder Vorstellung

Diese Begriffe werden häufig verwechselt und miteinander vertauscht und das sorgt für Schwierigkeiten in der Kommunikation.

Eine Erwartung ist in einer bereits getroffenen Vereinbarung oder Erfahrung begründet und verleiht die Erwartung eine Rechtfertigung.

Eine Vorstellung ist dagegen unbegründet und entspricht eher einem Wunsch.

„Ich erwarte deinen Anruf“ ist ein klares Beispiel für eine Vorstellung und nicht für eine Erwartung, wenn der Anruf nicht vorher vereinbart wurde.

Die richtige Antwort in einem solchen Fall wäre, „Ich warte auf deinen Anruf“. Somit signalisierst du deine eigene Vorstellung und sorgst für Klarheit. Trotzdem kannst du dich nicht darauf verlassen, dass du tatsächlich angerufen wirst, wenn du diesen Anruf nicht vorher vereinbart hast. Deine Erwartung in diesem Fall ist und bleibt lediglich eine Vorstellung.

Ein besseres Verständnis über die Unterscheidung zwischen einer Erwartung und einer Vorstellung kann uns unterstützen, besser und gezielter miteinander umzugehen und einige unnötige Enttäuschungen zu vermeiden.

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Warum ich gegen fachliche Podcasts bin

Podcasts stellen eine zusätzliche Möglichkeit dar, Inhalte per Audio zu konsumieren. Meine Kinder haben damals kurz vor dem Schlafengehen, Kassetten mit Geschichten angehört und das Prinzip mit Podcasts ist das Gleiche.

Ich kann jedoch selbst mit Podcasts nichts anfangen, denn ich möchte einen Nutzen von einem Podcast haben und das erfordert Aufmerksamkeit während des gesamten Podcasts. Sowohl bei Geschichten als auch bei fachlichen Podcasts, wenn du nicht alles mitbekommen hast, verlierst du schnell den Pfaden. Noch dazu ist die Dauer von vielen Podcasts für mich ein Problem. Wenn ich eine Stunde lang ein Podcast zu einem Fachthema anhören möchte, dann frage ich mich, was ich während des Zuhörens eigentlich tun soll. Einfach da sitzen und zuhören? Das schaffe ich nicht, es fehlt mir die Geduld.

Und ein Podcast im Hintergrund zu hören ist für mich kontraproduktiv, denn das impliziert, dass du während des Zuhörens gleichzeitig eine andere Tätigkeit oder Aktivität vornimmst. Wie kannst du dann auf deinem Podcast konzentrieren, alles mitbekommen und auch verstehen, wenn du gerade etwas anders tust?

Meine Kinder haben damals immer wieder die gleichen Kassetten angehört, weil sie meistens während des Zuhörens eingeschlafen sind. Zum Schlafen sind sie somit doch nicht schlecht und zur Unterhaltung oder Spaß können sie sicherlich geeignet sein. Aber zum Lernen muss eine adäquate Aufmerksamkeit vorhanden sein und daher dauert der Wissenstransfer mit Podcasts einfach zu lange.

Die notwendige Zeit für die Aufnahme des Inhaltes eines fachlichen Podcasts steht nicht im Verhältnis zum Nutzen. Es geht mit anderen Medien schneller und effektiver.

Bevor du das nächste Mal einen fachlichen Podcast anhörst, denk darüber nach, warum du diesen Podcast anhören möchtest, anstatt etwas darüber zu lesen oder ein Video darüber zu schauen.

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Lernen in kleinen Häppchen

Ich werde oft gefragt, warum ich meine Erfahrungen, Ideen und Problemlösungen nicht auf einmal präsentiere, sondern bevorzugt immer in kleinen Häppchen.

Und meine Antwort ist fast immer die Gleiche:

Kleine Informationshäppchen sind meistens wesentlich verdaulicher für unser Gehirn als große Brocken.

Was vielleicht logisch klingt, wird jedoch oft gerne übersehen oder nicht wahrgenommen, denn es gibt Menschen, die so schnell wie möglich alles verstehen wollen und in solchen Fällen wird beim Lernvorgang „geschummelt“, indem Sachverhalte lediglich überflogen werden.

Das Paradoxon dabei?

Das Überfliegen ist auch ein Lernen in kleinen Häppchen und das kann auch in vielen Situationen nützlich sein wie beim Inhaltsverzeichnis eines Buches oder bei einer Zusammenfassung eines langen Vortrages.

Bei komplizierten Sachverhalten und Themen ist das Überfliegen oder Zusammenfassung von Inhalten jedoch meistens kontraproduktiv, denn es fehlt an Wissenstiefe. In solchen Fällen ist das Wissen zwar teilweise vorhanden, jedoch weiterhin nur oberflächlich verfügbar. Ein oberflächliches Wissen kann in bestimmten Fällen vollkommen ausreichend sein, in anderen Fällen jedoch nicht.

Nicht umsonst gibt es viele oberflächlichen Fachexperten, die uns Sachverhalte erklären wollen, ohne selbst wirklich vom Sachverhalt etwas zu verstehen. Viele Influencer gehören zu dieser Gruppe und einige Politiker ebenfalls. Diese Menschen haben sich die Mühe nicht gemacht, in Häppchen zu lernen, aber daraus können wir selbst glücklicherweise lernen, und zwar in Häppchen.

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Problemlösungen verstehen

Wenn wir ein Problem haben, dann wollen wir normalerweise schnell eine Lösung dafür finden. Und bei manchen Problemen kann die Lösung niemals schnell genug gefunden werden!

Damit wir akkurat einschätzen können, welche Lösung für unser Problem am besten geeignet ist, müssen wir zunächst im Klaren sein, was die jeweilige Lösung verursachen soll.

Welche Auswirkungen soll die Lösung verursachen? Soll die Lösung das Problem einfach verschwinden lassen oder soll die Lösung vielleicht deinen Umgang mit dem Problem erträglicher machen?

Festzustellen, was genau eine mögliche Lösung verursachen soll, ist ein entscheidender Schritt zur effektiven Lösungsfindung und muss geklärt werden, bevor die Suche nach Lösungen begonnen wird.

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Wenn du deine Meinung änderst

Menschen werden bei der ersten Begegnung systematisch in Kategorien eingeordnet. Diese Einordnung unterstützt uns, bestmögliche Entscheidungen für den weiteren Umgang mit diesen Menschen innerhalb kürzester Zeit zu treffen.

Schwieriger wird es, wenn sich jemand seine Meinung ändert. Da muss eine erneute Bewertung und Zuordnung dieser Person stattfinden, damit du am besten mit dieser Person weiterhin umgehen kannst und das kostet Mühe und Kraft.

Genau deswegen haben viele Menschen Probleme damit, wenn sich jemand seine Meinung ändert. Das ist anstrengend für andere Menschen, die weiterhin mit dieser Person zu tun haben, denn sie müssen sich anpassen, um weiterhin angemessen mit dieser Person umzugehen.

Wenn du deine eigene Meinung änderst, dann ist es hilfreich für deine Mitmenschen, wenn du die Gründe dafür ein wenig erläuterst. Und es spielt keine Rolle, wenn diese Gründe weder logisch noch nachvollziehbar für andere Menschen sind, denn es ist deine eigene Meinung und du bist niemandem Rechenschaft schuldig.

Aber wenn deine Mitmenschen nur ein wenig oder im Groben nachvollziehen können, weshalb du deine Meinung geändert hast, dann ist eine Anpassung für sie in der Regel leichter, schneller und unkomplizierter. Sie müssen mit deiner neuen Meinung nicht einverstanden sein, aber deine Beweggründe zu verstehen ist extrem hilfreich, um damit umzugehen.

Es ist ebenfalls sehr interessant zu beobachten, was mit anderen Menschen passiert, nachdem du deine Meinung geändert hast. Halten sie nun Abstand zu dir? Hast du plötzlich ganz neue Freunde? In solchen Fällen ist es immer hilfreich zu unterscheiden, wer dich mag als Person und wer dich mag lediglich aufgrund deiner geänderten Meinung. Und wer plötzlich nicht mehr dein Freund ist oder sich als dein Freund nicht mehr so freundlich verhält aufgrund deiner neuen Meinung, dann hast du einen oberflächlichen und leider nur angeblichen Freund enttarnt.

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