Geldverdienen mit Ratschlägen

Schon wieder habe ich gestern ein Buch zu Ende gelesen, vollgepackt mit Ratschlägen, wie Soloselbständige sich verhalten müssen, um heutzutage erfolgreich zu sein. Es waren mehrere Autoren am Gesamtwerk beteiligt und da ich mit dem Hauptautor in der Vergangenheit am Rande zu tun gehabt hatte, dachte ich, ich lese mal das Buch.

Meine Bewertung?

Nein. Nein. Nein.

Schon wieder ein Buch, wie du dein Leben, Geschäft und Beziehung in Ordnung bringen kannst, wenn du dies und jenes machst. Du musst nur eins, zwei, drei machen, dann läuft alles.

Allgemein gehaltene Ratschläge sind an sich nicht verwerflich. Diese Ratschläge jedoch als unabdingbar erforderlich zu deklarieren, bevor man weiß, wer der Leser des Buches ist und seine Ausgangssituation zu kennen, handelt schon wieder unverantwortlich.

Halte dich von angeblich alternativlosen Ratschlägen absolut fern. Die Verkaufsabsicht überwiegt den Nutzen des Ratschlages zu 99,99 %.

Augen zu

Wir sind visuelle Reize dauerhaft ausgesetzt. Ob im Fernsehen, PC, Laptop oder Smartphone, es wird stets um unsere digitale Aufmerksamkeit gekämpft.

Ohne Aufmerksamkeit kann kein Geld durch Werbung verdient werden.

Ohne unsere Aufmerksamkeit wird keiner Nachrichtensender lange im Fernsehen überleben, wenn du nicht zufällig eine staatliche Fernsehanstalt betreibst.

Dass viele digitalen Medien auf Aufmerksamkeit abhängig geworden sind, ist nicht unbedingt selbst verschuldet oder gewollt. Es ist aber ein Zeichen der zunehmenden Zeit.

Nur manchmal wird es übertrieben und dann benötigen wir ein wenig Abstand.

Eine effektive Methode, um Abstand zu gewinnen, ist einfach, die Augen kurzzuschließen.

Um visuelle Reize zu minimieren, muss die Quelle unterbunden werden.

Bitte die Augen schließen.

Es muss auch nicht lange sein, ein paar Sekunden reichen aus.

Die Reize bleiben, aber Abstand wird durch diese kurze Pause gewonnen und die Reize werden weniger reizend wirken.

Wirklich etwas Neues lernen

Manchmal sind wir neugierig und möchten etwas Neues ausprobieren, lernen oder tun. Das Thema interessiert uns und wir wollen mehr erfahren. Wir beschäftigen uns damit. Da die Sache neu ist, freuen wir uns auch darüber. Zumindest am Anfang.

Nach einer Weile kann es vorkommen, dass die Sache doch nicht so besonders oder interessant ist und wir verlieren das Interesse. Es kann auch andere Gründe geben, weshalb wir uns nicht mehr, zumindest nicht so wie am Anfang, mit dem Thema weiter beschäftigen wollen.

In allen Fällen haben wir mit diesen Erfahrungen etwas gelernt.

Aber haben wir wirklich etwas Neues gelernt?

Wenn wir uns für ein Thema ohnehin interessieren, dann wie kann es sein, dass es neu ist? Wir haben bereits die ersten Berührungen mit dem Thema gehabt, genau deswegen interessieren wir uns dafür. Neu ist es eigentlich nicht. Wenn wir uns damit beschäftigen, dann haben wir höchstens unser Verständnis und Wissen darüber vertieft.

Wirklich etwas Neues zu lernen können wir nur mit Themen, die wir überhaupt nicht kennen. Ja, man kann Neues lernen, wenn bereits vorhandenes Wissen vertieft oder erweitert wird, wenn bestimmte Aspekte einer Arbeit ergänzt werden, aber wirklich neu ist es weiterhin nicht.

Erst wenn das Thema überhaupt nicht interessant für uns ist, können wir Neues lernen.

Wir müssen uns manchmal dazu zwingen, etwas Uninteressantes zu lesen oder damit zu beschäftigen, bevor Interesse bestehen kann. Wirklich etwas Neues zu lernen, können wir nur aus Themen, mit denen wir bisher keine Ahnungen, Vorstellung oder Wissen darüber hatten.

Es lohnt sich, wirklich Neues zu lernen. Wir müssen uns manchmal nur zwingen, den ersten Schritt zu machen — uns mit Sachen zu beschäftigen, die uns im ersten Moment nicht interessieren.

Glück in der Hand

Es war einmal und ein Mann betete zu Gott.

„Lieber Gott, bitte lass mich im Lotto gewinnen.“

Es passierte aber nichts.

Am nächsten Tag betet er wieder. „Herr, bitte lass mich im Lotto gewinnen.“

Es passierte wieder nichts.

So ging das Tag für Tag, Woche für Woche und Jahr für Jahr.

Eines Tages war der Mann verzweifelt.

„Lieber Gott, ich bete zu dir seit vielen Jahren mit einem einzigen Wunsch — im Lotto zu gewinnen. Warum hilfst du mir nicht?“

Der liebe Gott hatte dann Mitleid mit dem guten Mann.

Und Gott sprach zu ihm.

„Lieber Mann, ich helfe dir gerne, aber hilf mir auch ein wenig und kauf dir endlich einen Lottoschein.“

Diese humorvolle Geschichte gibt es bereits in verschiedenen Variationen und wird seit Jahren erzählt.

Die Botschaft stimmt immer noch.

Erholungsurlaub oder Erholung

Viele von uns können kaum abwarten, bis der Urlaub beginnt. Endlich weg vom Alltagsstress, weg von den manchmal nervigen Kollegen, weg von den anspruchsvollen Kunden, die als schwieriger werden, zufriedenzustellen.

Oder vielleicht liegen die Gründe für einen Urlaub einfach am Wünsch für eine Abwechslung oder am Bedürfnis, etwas Neues zu sehen oder erleben.

Es gibt Leute, die gerne den ganzen Tag in der Sonne am Strand liegen wollen, andere gehen lieber im Wald spazieren und andere wollen vielleicht den ganzen Tag feiern und Party machen.

In allen Fällen reden wir hier vom Erholungsurlaub und nicht von Bildungs- oder Sonderurlaub. Der Zweck dieses Urlaubs ist die Erholung und wir empfinden und benötigen Erholung ganz unterschiedlich.

Aber erholen wir uns immer? Wie oft hast du von Kollegen gehört, dass sie nach dem Urlaub wieder Urlaub benötigen, um sich vom Urlaub zu erholen? Manchmal ist das auch ohne Spaß gemeint.

Die Grundidee vom Urlaub ist eine Trennung von der üblichen Tätigkeit, sowohl räumlich als auch gedanklich. Eine Erholung soll dadurch gewährleistet werden. Ob diese Erholung eintritt, kann ungewiss sein und von vielen Faktoren abhängen (Wetter usw.).

Wäre es vielleicht nicht einfacher und Erfolg versprechender, wenn wir uns eine Erholung ausdenken und umsetzen können, sodass wir nicht auf Urlaub in der jetzigen Form angewiesen wären? Eine Erholung, welche nicht auf externe Einflüsse wie Wetter, interne Einflüsse wie Urlaubsabstimmung in der Firma oder wenn man selbstständig ist, mit den eigenen Kunden, abhängig ist?

Es lohnt sich darüber nachzudenken, denn es gibt tatsächlich Lösungen, die seit Jahren praktiziert werden und erfolgreich sind. Die Lösungen sind absolut maßgeschneidert, unterschiedlich und funktionieren nicht bei allen Menschen gleich. Darüber jedoch nachzudenken, welche Lösungen das für dich persönlich sein können, kann daher nicht schaden.

P.S. Übrigens, mein letzter Urlaub war 2006. Seitdem arbeite ich mit wenigen Ausnahmen täglich und bin zufrieden. Für mich persönlich war die geistige Abwechslung der Schlüssel, ein Ortswechsel war für mich dann einfach nicht mehr notwendig. Ich beschäftige mich mit ganz unterschiedlichen Bereichen und Themen, wenn ich nicht mit meiner täglichen Arbeit beschäftigt bin. Und ja, ich muss mich manchmal dazu zwingen, diese Abwechslung vorzunehmen, besonders als selbstständiger, aber bereut habe ich diese Abwechslung noch nie und Urlaub an sich habe ich noch nicht vermisst.

Diese Einstellung ist nicht für alle geeignet oder sogar empfehlenswert, zeigt jedoch eine von vielen Möglichkeiten, Urlaub anders zu gestalten und dient lediglich der eigenen Gedankenanregung.