Möglich und realistisch

Nur weil etwas möglich ist, bedeutet das bekanntlich nicht, dass es auch realistisch ist.

Auch umgekehrt gilt: Nur weil etwas realistisch ist, ist es nicht gleichzeitig immer möglich.

Die Grenze zwischen möglich und realistisch kann aber auch fließend sein.

Entscheidend ist die Reihenfolge.

Was möglich ist, ist das Ziel, und was realistisch ist, das Ergebnis.

Möglich ist das Gaspedal für unser Handeln, realistisch kommt aber die Bremse oft zum Einsatz.

Wenn wir verstehen, dass unsere Handlungen sowohl ein Gaspedal als auch eine Bremse haben, können wir besser erkennen, wann es sinnvoll ist, Gas zu geben, und wann es besser ist, zu bremsen.

Kurze Besuche

Mein Sohn hat uns heute besucht und der Besuch war ganz kurz, weil er noch ein paar Dinge zu erledigen hat.

Der Besuch war wirklich erfrischend, und nicht nur, weil es mein Sohn war, sondern weil er überhaupt nur kurz da war.

Lange Besuche gibt es immer wieder, auch mit anderen Familienmitgliedern.

Es sind aber oft die kurzen Besuche, über die man sich besonders freut, denn es sind gewissermaßen Pausen im Alltag, und dafür hat man immer ein wenig Zeit, auch wenn man wirklich gerade gestresst ist.

Man kann auch behaupten, dass zwei oder drei kurze Besuche in vielen Fällen besser sind, als ein langer Besuch, der nur gelegentlich stattfindet.

Wer warten kann, hat keine Zeit

Diese Aussage ist eine interessante Überlegung, denn man kann zwei Ideen daraus entnehmen:

  1. Wer warten kann, hat keine Zeit, auf andere Optionen zu warten;
  2. Wer warten kann, weiß, dass die Suche nach anderen Optionen mehr Zeit in Anspruch nimmt als das Warten selbst, und dafür hat man ebenfalls keine Zeit.

Es ist oft unsere eigene subjektive Empfindung von Eiligkeit oder Dringlichkeit, die bestimmt, ob wir keine Zeit zum Warten haben, oder nicht.

Wenn man jedoch die obigen zwei Gedanken dabei mitberücksichtigt, kann man oft feststellen, wie sinnvoll und zweckdienlich das Warten tatsächlich sein kann, besonders wenn man keine Zeit hat.

Lernen mit Verbindungen

Die Zeilen, die du gerade liest, verstehst du deshalb, weil du die deutsche Sprache verstehst.

Du kannst diese Zeilen daher mit einer Sprache verbinden, die du gelernt hast und bereits verstehst.

Hätte ich diese Zeilen in Chinesisch geschrieben, wäre auch der beste Ratschlag deines Lebens hier nicht verständlich. (Außer du kannst natürlich Chinesisch).

Wissen ist immer mit etwas verbunden — auch Geräusche und Gerüche gehören dazu.

Womit wir neues Wissen verbinden, entscheidet häufig darüber, wie tiefgründig oder ausführlich wir das neue Wissen verstehen und auch behalten können.

Es kann sich daher lohnen, beim nächsten Mal, wenn du etwas Neues lernst, einen Moment darüber nachzudenken und die Verbindungen zu erkennen, denn wenn die Zusammenhänge verstanden und bewusst sind, bleibt das Gelernte meistens besser in deinem Gedächtnis verankert.

Erfahrungen aus der Praxis für die Praxis.

Viel Information und wenig Nutzen

Der Begriff „Informationsüberflutung“ hat in den vergangenen Monaten zunehmend an Bedeutung gewonnen und steht immer mehr im Fokus der Aufmerksamkeit.

Das sind Phasen, die immer wieder kommen und gehen. 

Einerseits wollen die Menschen so viel Information wie möglich haben, anderseits soll diese Information sofort verfügbar und verständlich sein.

Die Zeiten, in denen man ewig im Internet nach Antworten suchen und diese überprüfen musste, sind längst vorbei. Diese Suchvorgänge werden zunehmend durch KI ersetzt werden, und diese Entwicklung ist vollkommen nachvollziehbar.

Denn die KI filtert Ergebnisse und das ist genau das, was die Menschen heutzutage möchten.

Falls lange oder detaillierte Erklärungen erwünscht werden, dann können diese weiterhin im Netz gefunden werden. 

Um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten, muss man diesen Unterschied zwischen sofort lieferbaren Ergebnissen (z. B. durch KI) und detaillierten Ergebnissen, die besser online zu finden sind, verstehen.

Werbung und unnötige oder überflüssige Inhalte sind den meisten Menschen unerwünscht (außer sie sind in der Werbeindustrie beschäftigt). 

Wer sich anpasst, kann eher einen Nutzen für andere Menschen liefern.