Die Quelle der Information bewerten

Polizeibeamte sind angesehene Persönlichkeiten und genießen bei den meisten Menschen ein hohes Ansehen. Maria, die Nachbarin eines Polizeibeamten, wollte ihn daher um Rat fragen, als sie die Kündigung ihrer Wohnung wegen Eigenbedarfs des Vermieters erhielt.

Der freundliche Polizist und Nachbar las den Brief des Vermieters und erklärte Maria, dass die Kündigung unwirksam sei.

Ohne ins Detail zu gehen, war die Aussage des wohlmeinenden Nachbarn leider falsch und die Kündigung war tatsächlich gültig und korrekt. Nur Maria weigerte sich, dies zu akzeptieren und bestand darauf, dass seine Aussage richtig sei. Keine anderen Argumente oder Fakten konnten sie vom Gegenteil überzeugen.

Maria ist inzwischen ausgezogen.

Solche Verhaltensmuster finden wir überall, nicht nur bei Polizeibeamten. Eine Berufsbezeichnung ist nicht unbedingt ein Indikator für Kompetenz in allen Bereichen, egal, wie gut gemeint der Ratschlag war.

Das Ding da

Manchmal vergessen wir den Namen von Objekten, und wenn das passiert, wird der Name des Objekts plötzlich zu „das Ding da“.

Es kommt auch vor, dass wir nicht einmal den richtigen Namen von Gegenständen kennen, und wenn das passiert, wird der Name ebenfalls plötzlich zu „das Ding da“.

Und wenn dein Freund dich bittet: „Gib mir bitte das Ding da“, weißt du in der Regel, was er meint, meist durch seine Körpersprache (er zeigt mit den Fingern auf das Ding).

Zwei Menschen können also kommunizieren, ohne die Dinge beim Namen zu nennen.

Manchmal legen wir zu viel Wert auf die Bezeichnung von Objekten und vergessen dabei, dass eine effektive Kommunikation wichtiger ist, als immer eine vermeintlich richtige Bezeichnung zu verlangen.

Gut oder gut genug?

Ob etwas oder jemand als gut, oder gut genug beurteilt wird, hängt zunächst von unseren eigenen Erwartungen ab. Es sind unsere eigenen Vorstellungen, die die Grundlage für unsere spätere Bewertung bilden.

Es sind jedoch unsere späteren Erfahrungen, die unsere ursprünglichen Einschätzungen nicht nur ergänzen, sondern sie auch vollständig ersetzen können.

Beurteilungen sind immer Momentaufnahmen und nicht für die Ewigkeit gedacht.

Dies gilt insbesondere für unsere Mitmenschen.

Aktives Nörgeln und passives Genießen

Dieses Phänomen lässt sich nicht nur bei Tante Google beobachten, sondern auch bei eBay-Bewertungen. Ein Produkt oder eine Dienstleistung wird jahrelang genutzt oder genossen, und dann, nach vielen Wochen, Monaten oder sogar Jahren, passiert etwas und es gibt eine schlechte Bewertung.

Die aktiven Nörgler und passiven Genießer sind wieder auf dem Vormarsch und machen sich auch online bemerkbar. Wenn alles gut läuft, hört man nichts, aber wenn etwas schiefgeht, wird aus passiver Freude aktives Nörgeln.

Das Problem ist jedoch in vielen Fällen, dass die schlechte Bewertung abgegeben wurde, bevor ein Versuch unternommen wurde, das Problem direkt zu klären oder zu lösen.

Wer sich die Mühe macht, eine Bewertung online zu schreiben, kann sich auch direkt an den Anbieter oder Hersteller wenden. Vor allem bei Tante Google lese ich oft als Antwort auf eine Bewertung, dass der Anbieter eine E-Mail-Adresse angibt, damit das Anliegen direkt bearbeitet werden kann. Warum also nicht gleich auf diese Weise vorgehen, und zwar ohne vorher zu bewerten?

Die meisten Anbieter sind gerne bereit zu helfen, aber man muss ihnen zunächst die Möglichkeit dazu geben. Nur wenn der Anbieter überhaupt nicht auf eine Anfrage reagiert oder die Antwort nicht zufriedenstellend ist, kann eine Bewertung sinnvoll sein.