Glaubwürdigkeit durch Erfahrungen

Wer viele Fehler macht und offen dazu steht, ist oft glaubwürdiger als andere Menschen bei Weitem. Solche Menschen sind keine Theoretiker, sondern berichten aus der Praxis, und zwar aus der gescheiterten Praxis. Diese Erfahrungen, Emotionen und Erlebnisse sind durch nichts zu ersetzen.

Oder würdest du dich gerne mit einem Mann über die emotionalen Schwierigkeiten und Herausforderungen einer Schwangerschaft sprechen? Du kannst mit einem Arzt über eine Schwangerschaft sprechen, aber nicht wie mit einer Frau, die bereits schwierige Schwangerschaften hinter sich hat.

Erfahrungen allein sind jedoch keine Garantie, dass alles richtig gemacht wurde, denn man kann jahrelang alles falsch gemacht haben. Aber die Berichterstattung von solchen Menschen bleibt in der Regel glaubwürdiger als bei Menschen ohne Erfahrung. Das ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

Die glaubwürdigsten Menschen überhaupt sind welche, die diese drei Kriterien erfüllen:

  1. sie haben ihr Fach fundiert gelernt;
  2. sie haben unterschiedliche Erfahrungen in ihrem Fach erlebt;
  3. sie geben niemals einen Ratschlag, bevor sie das Problem und die Person hinter dem Problem verstanden haben.

Aussagen, die diese Kriterien nicht erfüllen, sind besser als Meinungen zu betrachten als Tatsachen. Bis die Glaubwürdigkeit durch diese obigen drei Kriterien erfüllt ist, soll Skepsis die Oberhand spielen.

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Warum du Influencer meiden sollst

Nur weil der Name aus dem Englischen stammt, bedeutet das lange nicht, dass die Bedeutung besser ist. Ein Influencer ist nichts anders als ein Beeinflusser. Also, jemand, der andere Menschen beeinflussen will. Das ist genau, was der Name Influencer bedeutet, nur der hört sich besser an als Beeinflusser.

Das Problem mit Influencern ist die Glaubwürdigkeit und der Zwang zu dauerhaften Neuigkeiten, je spektakulärer, umso besser und das Marketing, das dahintersteckt.

Wir werden dauerhaft beeinflusst. Unsere Lieblings-Fußballmannschaft kann uns beeinflussen, ob wir ins Stadium gehen oder vor dem Fernsehen sitzen, anstatt etwas anders zu tun. Wir würden aber unsere Lieblings-Fußballmannschaft nicht Influencer-Mannschaft nennen, obwohl wir mit ihr identifizieren können und auch Fan-Artikel der Mannschaft kaufen würden.

Aber die Fußballmannschaft muss nicht dauerhaft etwas Neues herausbringen, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Natürlich ist es vorteilhaft und bereitet Freude, wenn sie immer wieder Siege einbringen kann, aber auch wenn das nicht der Fall ist, bleibt man in der Regel trotzdem seiner Mannschaft treu.

Deine Fußballmannschaft muss dir auch nicht dauerhaft etwas verkaufen oder täglich unterhalten, damit sie weiter existieren kann. Das Geschäftsmodell ist ein anders und genau darum geht es.

Ein Influencer benutzt die eigene Bekanntheit, um Marketing zu betreiben. Genau deswegen sind sie interessant für die Werbeindustrie. Keine Bekanntheit, keine Einnahmen. Damit die Bekanntheit weiterhin steigt, muss immer wieder etwas Neues oder Spektakuläres passieren. Siehst du hier so langsam den Denkfehler, was die Glaubwürdigkeit angeht?

Nicht umsonst hat Frankreich im Mai 2023 ein neues Gesetz zur Regulierung der Geschäftspraktiken von Influencern verabschiedet.

Wenn wir clever sind, dann benötigen wir kein Gesetz, denn wir haben unseren Kopf und er ist viel mächtiger als jedes Gesetz. Er muss nur eingesetzt werden.

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Montagsfrage 35

Jeden Montag wird eine neue Frage gestellt, die dazu genutzt werden kann, die graue Masse zwischen den Ohren anzuregen und die Woche gedanklich aktiv zu beginnen.

Die heutige Montagsfrage lautet:

Welche Aktivität im Alltag bereitet dir die meiste Freude und welche die wenigste Freude?

Damit diese Übung effektiv wird, bitte jeweils nur EINE Antwort.

Es ist uns oft nicht bewusst, worüber und warum wir über bestimmte Dinge freuen, besonders wenn sie zum Alltag gehören. Ebenfalls, warum wir bestimmte Aktivitäten scheuen, ist uns häufig nicht ganz klar, weil wir sie nicht aktiv wahrgenommen haben.

Bis jetzt.

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Lampenfieber bekämpfen

Lampenfieber lässt sich leider niemals vollständig vermeiden, aber es gibt eine Methode, die oft helfen kann – die Übung vor anderen Menschen.

Wenn du eine Rede oder sonst vor anderen Menschen auftreten musst, dann übe deinen Auftritt vorher vor anderen Personen aus. Es kann auch dein Freund oder Ehepartner sein, aber bitte keine Kinder, wenn sie dir kein ehrliches und objektives (erwachsenes) Feedback geben können.

Du hältst deine Rede oder machst deinen Auftritt vor dieser Person genauso, wie du es später vor dem Publikum machen möchtest. Danach fragst du einfach, wie du warst. Wie hast du dich bewegt? Wie hast du deine Betonungen in der Sprache verwendet? Wie warst du allgemein?

Die Antworten helfen dir, Aspekte und Eigenschaften vor dir selbst zu entdecken, die du vielleicht vorher nicht kanntest oder nicht so wahrgenommen hast. Du wirst besser.

Diese Übung kann enorm helfen, Lampenfieber weniger schrecklich zu machen, aber ausschließen kann man Lampenfieber leider nicht. Aber wenn es hilft, du bist nicht allein.

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Das Problem mit vielen Gewohnheiten ist die Häufigkeit

Eine Gewohnheit wird meistens als eine Tätigkeit oder Handlung definiert, die man unbewusst oder mit weniger Beachtung als sonst durchführt. Das Autofahren ist ein anschauliches Beispiel von Gewohnheiten. Viele unserer Handlungen im Autoverkehr laufen praktisch automatisch ab, ohne dass wir uns aktiv darüber Gedanken machen müssen.

Gewohnheiten können uns dienen, wenn sie für uns nützlich oder erwünscht sind. Andere Gewohnheiten, wie das Rauchen oder zu oft, zu viel Alkohol zu trinken, vielleicht nicht.

Ich kenne Menschen, die rauchen lediglich, wenn sie in der Kneipe sind. Die Menschen rauchen aber auch immer, wenn sie in der Kneipe sind, es ist eine Gewohnheit geworden. Wenn sie nicht täglich in der Kneipe sind, dann muss diese Gewohnheit nicht unbedingt problematisch sein (abgesehen von den gesundheitlichen Problemen des Rauchens an sich).

Erst wenn diese Menschen anfangen würden, auch außerhalb der Kneipe zu rauchen, dann kann die Häufigkeit dieser Gewohnheit zum Problem werden.

Es ist oft nicht die Gewohnheit an sich, sondern die Häufigkeit der Ausübung dieser Gewohnheit, die uns Probleme und Schwierigkeiten unterbreiten können.

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