Private E-Mails nicht ewig aufbewahren

Ich kenne Leute, die nie E-Mails löschen und am Ende des Jahres alle ihre E-Mails in einen entsprechenden Jahresordner verschieben.

Es gibt immer gute Gründe, bestimmte private E-Mails aufzubewahren, aber alle E-Mails ordentlich nach Jahren sortiert aufzubewahren und nie zu löschen, halte ich für ein E-Mail-Messie-Verhalten.

Wir reden hier nicht über geschäftliche E-Mails, die in vielen Fällen gesetzlich aufbewahrt werden müssen, sondern über rein private E-Mails.

Wir leben in der Gegenwart und nicht in der Vergangenheit, und alles grundlos aufzuheben verstärkt und lenkt unsere Aufmerksamkeit unnötig auf die Vergangenheit.

Und das ist schade für die Gegenwart und für die Menschen, mit denen wir es heute zu tun haben.

Lassen wir die „besten“ privaten E-Mails stehen und sortieren wir den Rest aus.

Wir machen das auch mit privaten Bildern, die nicht so schön oder gut sind, wieso sollten wir das auch nicht mit E-Mails tun?

Langeweile und Aktivitäten

Der Mangel an Zeit ist in den industriellen Ländern fast eine Selbstverständlichkeit geworden.

Es gibt immer mehr zu tun und immer weniger Zeit dafür.

Zumindest empfinden das viele Menschen so.

Aus eigener Erfahrung habe ich immer wieder festgestellt, dass manche Menschen sich vor allem damit beschäftigen, um sich nicht zu langweilen.

Es ist nicht die Langeweile selbst, vor der sie sich fürchten, sondern die Unsicherheit, die entsteht, wenn sie nicht beschäftigt sind und sonst absolut nichts zu tun haben.

Ein Gefühl, das man vermeiden sollte, diese Langeweile.

Doch dieses gefürchtete Gefühl ist und bleibt nur ein Gefühl, eine Vorstellung.

Wir wollen uns vielleicht nie langweilen, aber wenn wir verlernen, wie wir uns langweilen und trotzdem zufrieden sein können, dann vergessen wir auch den Wert unserer Aktivitäten.

Schwierig und einfach

Es ist schwieriger, etwas einfacher zu machen als umgekehrt, denn auch die einfachsten Sachen können immer schwieriger gemacht werden als nötig, und oft werden sie auch so gemacht.

Aber nicht alles, was schwierig ist, kann oder soll einfach gemacht werden.

Entscheidend ist zu erkennen, was vereinfacht werden kann und auch soll und was doch schwierig bleiben soll oder muss.

Alles zu vereinfachen ist genauso verkehrt, wie alles schwierig machen zu wollen.

Die Entscheidung zu treffen, was vereinfacht werden kann und was nicht, ist meist schwieriger zu treffen als die Vereinfachung selbst.

Und diese Unterscheidung kann leider nicht vereinfacht werden, sie bleibt schwierig.

Die Macht der eigenen Unwissenheit

Unwissenheit ist ein Vakuum, das immer mit Wissen gefüllt werden will. 

Falls echtes Wissen dieses Vakuum nicht ausfüllen kann, dann wird der Mangel an Wissen durch Unwissenheit ersetzt. 

Obwohl diese Aussage eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist, werden die Auswirkungen und Möglichkeiten der Unwissenheit für die eigenen Zwecke oft stark unterschätzt.

Denn je weniger man weiß, desto mehr glaubt man zu wissen, und das kann auch von Vorteil sein, da man weniger Verantwortung für seine eigenen Entscheidungen trägt und für weniger verantwortlich ist. 

Unwissenheit kann auch eine beruhigende und entspannende Wirkung haben, wenn man nicht immer alle Nachrichten konsumieren und alle neuen Entwicklungen in der Welt verfolgen will.

Zu verstehen, wie und warum Unwissenheit entsteht und warum sie mächtig sein kann, kann uns helfen, Menschen zu verstehen, die lieber in Unwissenheit verharren, als Wissen zu erwerben. 

Montagsfrage 131

Jeden Montag gibt es eine neue Frage, um die grauen Zellen zwischen den Ohren in Schwung zu bringen und die Woche mit einem aktiven Geist zu beginnen.

Die heutige Montagsfrage lautet:

Wenn du bereits im Ruhestand bist, tust du das, was du tun wolltest, bevor du in den Ruhestand gegangen bist, und wenn du noch nicht im Ruhestand bist, was willst du tun, wenn die Zeit dafür gekommen ist?

Was wir planen und was wir im Ruhestand tatsächlich tun, ist oft nicht dasselbe und oft können wir nichts dafür, denn die Zeiten und die Möglichkeiten können sich schnell ändern.

Es lohnt sich, immer zwei Pläne zu haben, sowohl wenn man schon im Ruhestand ist als auch bevor man ihn erreicht.

Es lohnt sich immer, in allen Lebensphasen, vor und während des Ruhestands, einen Plan B zu haben.